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Russlandpremiere mit gemischten Gefühlen

„Truck Battle Russia – Smolensk 2010“ stand auf den Fahrzeugen des Konvois, auf dem Weg zur Truckracing-Premiere auf dem russischen Smolenskring. Eine Schlacht war es zwar nicht, aber sicherlich recht abenteuerlich, auch für das Schweizer Bösiger Truckracing Team aus Langenthal. Schon bei der ersten Inaugenscheinnahme fiel Markus Bösiger die ungewöhnlich enge Streckenführung auf. Und nach den ersten Runden bemerkte der Schweizer Rennfahrer: „Die Strecke ist sehr langsam, aber dennoch insbesondere für den Truck sehr anspruchsvoll. Auf kurze Vollgaspassagen folgt direkt wieder eine Vollbremsung. Das ist enorm Material verschleißend.“

An allen Tagen waren die Temperaturen beinahe unerträglich, 40 Grad und mehr waren an der Tagesordnung, die Asphalttemperatur lag bei knapp 50 Grad. Am Samstag erreichte Bösiger mit seinem MKR-Renault in der SuperPole der Top-Ten den 5. Startplatz. Im anschließenden Rennen drückte Lokalmatador Alex Lvov mit seinem gelben MAN den Renault des Schweizers aber schon in der zweiten Kurve von der Piste. Hinter dem Russen lag er lange Zeit auf dem 8. Platz. „Die Strecke“, so Bösiger später, „bietet kaum Überholmöglichkeiten.“ Und so dauerte es lange, bis der eindeutig schnellere Langenthaler endlich am Russen vorbeiziehen konnte. Das übrige Feld war mittlerweile so weit enteilt, dass am Ende für Bösiger nur der 7. Platz blieb. Die Podiumsplätze gingen an die beiden MAN-Piloten Antonio Albacete (ESP) und Jochen Hahn (GER) sowie an den Tschechen David Vrsecky (Freightliner).

Ins zweite Rennen startete Bösiger aus der ersten Startreihe direkt neben Polesetter Lvov. Als der Schweizer gerade ansetzte, die Führung zu übernehmen, donnerte ihm Vrsecky etwas ungestüm auf den Truck. Dabei wurde ein Luftschlauch beschädigt. Bösiger „parkte“ seinen Renault kurzfristig am Rand, bis wieder etwas Druck aufgebaut war, und fuhr dann mit stark eingeschränkter Bremskraft dem Feld hinterher. Am Ende sprang wenigstens noch der 10. und letzte Punkteplatz sowie mit Teamkollegen Markus Oestreich der Sieg in der Teamwertung heraus. Der Deutsche hatte sich hinter den beiden MANlern Jochen Hahn (GER) und Adam Lacko (CZE) den dritten Platz auf dem Treppchen sichern können.
„Das war ein Tag zum Abhaken“, meinte der Langenthaler Unternehmer am Abend, „eigentlich kann es nur noch besser werden.“ Und es wurde besser, wenn auch nicht gerade zufrieden stellend. Mit 1:51,577 Min. markierte Bösiger die Bestzeit im Zeittraining, in der anschließenden Superpole waren Vrsecky und Hahn allerdings etwas mehr als 1 Zehntel schneller. Im Rennen fuhr Bösiger schon in der dritten Kurve gehörig der Schreck in die Glieder, sein Truck wurde ins Kiesbett geschoben, und dort hing der Renault fest. Rennabbruch und Neustart. Und diesmal klappte es besser. Nach rundenlangem Kampf mit Lacko kam Bösiger endlich am Tschechen vorbei und fuhr hinter Hahn und Vrsecky auf den dritten Podiumsplatz.

Ins Abschlussrennen ging der Schweizer dann vom 6. Startplatz aus. Wieder einmal entwickelte sich das 2. Tagesrennen, indem die acht Erstplatzierten in umgekehrter Reihenfolge starten, zu einer regelrechten Schlacht. Auch der Renault des Schweizers war am Ende stark in Mitleidenschaft gezogen. Doch trotz einer von Vrseckys Kotflügel zertrümmerten Windschutzscheibe schaffte es der Langenthaler am Ende – ganz knapp hinter Lacko – noch auf den 5.Platz. Das Podium ging an Albacete, Oestreich und Hahn.
In der Teamwertung holte sich Bösiger zusammen mit Oestreich einen ersten und einen zweiten Platz, im Europa-Championat liegt der Schweizer mit 176 Punkten hinter Albacete (225) und Hahn (195) auf dem 3. Platz.

Der 6. Lauf zur FIA European Truck Racing Championship findet am 28. und 29. August in Most / Tschechien statt. 

Quelle: Pneu Bösiger Truck Racing
Mob03_08.2010