Absurde Pressemitteilung
In das Kapitel absurde, wenn nicht verachtende, Pressemitteilung machte am 25. Juni dieses Jahres die Runde. Die Version der nackten Zahlen oder die totale Überordnung des Geldes!
Nur eine Stunde des Welt-Ölverbrauchs lief bislang im Golf von Mexico aus.
Wie lässt sich eine Katastrophe abbilden? Nach Tränen, Wut, Verzweiflung jener Menschen, die davon tragisch betroffen sind, der Anzahl verendeter Tiere, des Ausmaßes zerstörter Natur? Auf jeden Fall. Und dann gibt es da auch die Version der nackten Zahlen, nüchtern und grausam.
Das Börsenportal börsennews.de hat nun ausgerechnet, wie viel Öl bislang aus dem Ölbohrloch der gesunkenen Ölplattform Deepwater Horizon ausgetreten ist: Gerade einmal eine Stunde des weltweiten Verbrauchs könnte man mit dem seit dem 22. April 2010 ausgelaufenen Öl decken - statistisch gesehen 61 Minuten.
Basis hierfür sind Schätzwerte des Ölaustritts von zehn angesehenen nationalen und internationalen Medien, wonach täglich zwischen 30.000 und 100.000 Barrel auslaufen. Der Mittelwert liegt bei durchschnittlich 59.333 Barrel pro Tag. 63 Tage Öl im Golf. 63 Tage furchtbare Bilder. Und doch ist es ein Wimpernschlag im gigantischen Energiebedarf dieser Welt. Ein Wimpernschlag der zur medialen Lawine wurde. Zeigt doch das Öl vom Golf, wie verletzbar die Menschheit, wie verletzbar Konzern-Giganten sind, wie British Petrol.
Quelle: ots, Leipzig
Mob06_2010
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Job-Lotterie: Supermarktkette Tigros in der Kritik
Ab 30-Euro-Einkauf winkt Chance auf befristete Einstellung. Die italienische Einzelhandelskette Tigros hat sich eine ungewöhnliche Strategie zur Umsatzsteigerung einfallen lassen. Kunden, die bis zu einem Betrag von 30 Euro Waren einkaufen, dürfen an einer Job-Lotterie teilnehmen. In der verheerendsten Krise seit 60 Jahren wirbt man mit der Vergabe von befristeten Jobs als Gabelstapelfahrer oder Lagerist. So sollen verstärkt Konsumenten in die Filialen gelockt werden. Kritiker sehen in dem Werbegag eine ethisch fragwürdige Massnahme zur Umsatzgenerierung, die mit der Arbeitslosigkeit und den damit verbundenen Verlustängsten der Betroffenen spielt.
"Aktionen wie diese sind nicht nur ethisch bedenklich, sondern auch extrem zynisch. Ich bin mir nicht sicher, ob dies ein adäquates Mittel ist, um das Image aufzubessern. Vielmehr kann der Schuss gerade in diesen Zeiten schnell nach hinten losgehen", weiß Unternehmensberater Bernd Höhne im Gespräch. Laut dem Fachmann besitzen vor allem arbeitslose Menschen ein feines Gespür dafür, wie öffentlich das Thema behandelt und sie von der Politik wahrgenommen werden. "Indem Jobs wie auf einer Kaffeefahrt verlost werden, sagt dies auch viel über die Verfasstheit einer Gesellschaft aus. So scheint man davor zu kapitulieren, dass es möglich sein sollte, Jobs für alle bereitzustellen", fügt Höhne hinzu.
Die Losaktion bezieht sich vorläufig auf zehn auf ein Jahr befristete Arbeitsverhältnisse. Laut Tigros sollen sie jedoch entfristet werden, solange es keine "Probleme mit der Disziplin" gibt, teilte das Unternehmen mit. Das Nettogehalt soll ersten Informationen nach zwischen 1.100 und 1.200 Euro liegen.
Die anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Unternehmens gestartete Lottoaktion stiess auch der italienischen Gewerkschaft CGIL sauer auf. Diese kritisierte das Job-Lotto scharf, da auf diese Weise die Dramatik der Wirtschaftkrise "instrumentalisiert" werde. Vielmehr sei es den Menschen nicht zu vermitteln, warum sie die Arbeitssuche als eine Art Glücksspiel betrachten sollen. "Gerade in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten, kann dies prekäre Folgen bewirken. Schliesslich formiert sich immer mehr Widerstand gegen die Verteilung nach oben", analysiert der Unternehmensberater. Tigros betreibt 59 Filialen in den Regionen Piemont und Lombardei. Nur Kunden, die über eine Kundenkarte verfügen, durften am Lotto teilnehmen.
Quelle: pte, Malnate/Achim
Mob05_07.2010
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Abmahnung: Rocker schickt CD-Trümmer an Anwalt
Abmahnungen wegen dem Herunterladen oder Anbieten illegaler Raubkopien sind nichts neues. Dass nun aber Musikfans, die ihre vor Jahren legal erworbenen CDs über Online-Flohmärkte verkaufen, Opfer von Abmahnungen werden erscheint dem neutralen Beobachter doch langsam grotesk. Trotzdem ist genau das einem Heavy-Metal-Fan aus Ettlingen passiert. Er hatte eine alte CD der Band Iron Maiden über das Verkaufsportal Hood.de feilgeboten - nicht wissend, dass es sich bei der CD um ein nicht lizenziertes Produkt handelt. Umso erstaunter dürfte der Musikliebhaber gewesen sein, als plötzlich eine Abmahnung von einer Hamburger Anwaltskanzlei in seinem Briefkasten lag, in der er zur Zahlung von 100 Euro und zum Unterschreiben einer Unterlassungserklärung aufgefordert wurde. Der ehemalige Fan der britischen Rocktruppe zertrümmerte daraufhin seine gesamte Iron-Maiden-Sammlung, schickte die Trümmer an die Anwaltskanzlei und überwies die geforderten hundert Euro. Gleichzeitig überwies er weitere 100 Euro an die deutsche Piratenpartei, berichtet Telepolis. Als Grund nannte er, dass er im Abmahnwesen "dringenden Handlungsbedarf und wenig Bewegung bei etablierten Parteien" sehe. "Bisher ist es noch eher die Seltenheit, dass sich Abmahnopfer an die Piratenpartei wenden. Wir bedauern das, bieten wir doch ausdrücklich kostenfreie Rechtsberatung in diesem Falle an", sagt Piratenpartei-Sprecher Robert Sarnighausen.

Das Management der Heavy-Metal-Urgesteine hatte zuvor die Hamburger Kanzlei Sasse & Partner damit beauftragt, gegen Verkäufer nicht lizenzierter Iron-Maiden-Produkte vorzugehen. Immer wieder trifft es allerdings statt professioneller Marken- und Urheberrechtspiraten unbedarfte Fans, die vor Jahren CDs gekauft hatten. Stein des Anstosses war, dass es sich bei der vom Musikfan angebotenen CD um ein sogenanntes "Bootleg" handelte, also eine unautorisierte Aufzeichnung eines Live-Konzerts, die dann in weiterer Folge als CD veröffentlicht wurde. Die Frage ist allerdings, ob die CD, als sie vom Abgemahnten Mitte der Neunziger erstanden wurde, bereits ein "Bootleg" war - sie wurde zu dieser Zeit, wie der Maiden-Anwalt zugab, legal in deutschen Elektrogrossmärkten verkauft. Tatsächlich wird als Grund für die Abmahnung eine Änderung der Rechtslage verantwortlich gemacht, die den Tonträger in die Illegalität beförderte. "Jede CD ist ja an und für sich nichts weiter als eine Kopie. Wie hier der Musikverlag auf die Idee kommt, dass dies eine illegale Kopie sein soll, obwohl sie ja in einem gewöhnlichen Musikgeschäft erworben wurde, ist uns ein Rätsel. Hier ist scheinbar Willkür am Werk und man sieht wieder mal, dass die Musikindustrie unter fadenscheinigen Vorwänden Bürger unnötig kriminalisiert", so Sarnighausen. Eine genauere Nachprüfung ist unter anderem auch deshalb schwer, weil vonseiten der Anwaltskanzlei auf den Wunsch des Mandanten nach genaueren Informationen offenbar lediglich mit dem Verweis auf eine "Vielzahl gerichtlicher Verfahren für die Iron Maiden Holdings Ltd." verwiesen wurde.
Was ein "Bootleg" tatsächlich ist, hängt sowohl von räumlichen als auch von zeitlichen Faktoren ab. Selbst wenn auf einem Tonträger explizit das Wort "Bootleg" erwähnt wird, muss dieser noch nicht zwangsläufig illegal sein. So kursiert derzeit beispielsweise eine Bob-Dylan-Serie, die - zumindest bis zum jetzigen Zeitpunkt - als ausreichend lizenziert gilt, explizit als "Bootleg" bezeichnet wird und bei Händlern wie Amazon zu haben ist. Auch muss es sich bei "Bootlegs" keineswegs um sofort erkennbare illegale Live-Mitschnitte handeln. Viele Werke der Band "The Sweet" sind beispielsweise Studioaufnahmen, die Brian Conolly, Mitglied der Orignialbesetzung unter diesem Namen veröffentlichte. Als sich der später in die Band gekommene Andrew Scott ein Schutzrecht auf den Bandnamen eintragen ließ, konnte die Musik Conollys aus dem Verkehr gezogen werden und wurde plötzlich zum "Bootleg".
Bei vielen abgemahnten Tonträgern handelt es sich also nicht um leicht erkennbare "Bootlegs", sondern oftmals um Werke denen die mangelnde Lizenzierung nicht angesehen werden kann. Gute Tonqualität und Cover, auf denen mit keinem Wort erwähnt wird, dass es sich um unlizenziertes Material handeln könnte, führen Musikliebhaber in die Irre. Echte "Bootlegs" werden indes eher in relativ rechtsfreien Räumen, etwa auf Flohmärkten oder Second-Hand-Plattenläden, angeboten. Dem betroffenen Rocker, der wegen des Versuchs, eine Maiden-CD zu verkaufen zur Kasse gebeten wurde, hilft dies freilich alles nichts. Er hat seine gesamten Fan-Artikel zerstört und an den abmahnenden Anwalt nach Hamburg geschickt, "um sicherzugehen dass sich unter den vermeintlich originalen CDs nicht wieder ein "Bootleg" findet". Ein anderer abgemahnter Iron-Maiden-Fan kündigt an, er werde sich künftig von CDs und DVDs fernhalten. Der Rat des Anwalts, der Iron Maiden in Deutschland vertritt: "Wer sicher gehen will, nichts illegales zu verkaufen, sollte im Zweifelsfall einfach gar keine alten Iron-Maiden-Produkte verkaufen." Verkauft man doch aus versehen eine vermeintlich illegale CD und erhält eine Abmahnung, dann "sollte man sich kompetente Hilfe bei Fachleuten suchen. Entweder man wendet sich an die Piratenpartei oder direkt an einen Anwalt, der sich auf Urheberrecht spezialisiert hat", sagt Sarnighausen.
Quelle: pte, Ettlingen/Hamburg
Mob20_06.2010
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"2012" - Katastrophenfilm löst Massenpanik aus
NASA beantwortet zigtausende Anfragen zu Weltuntergangstheorie. Mit dem Katastrophenfilm "2012" www.whowillsurvive2012.com des deutschen Hollywood-Regisseurs Roland Emmerich ist vor einiger Zeit ein neuer Mega-Blockbuster in die Kinos gestartet. Der mit Special Effects gespickte Streifen, der auf einer vom Maya-Kalender abgeleiteten Weltuntergangstheorie basiert, soll für das Produktionsstudio Sony Pictures kräftig die Kassen klingen lassen. Hierfür wurde im Web ein Marketing-Hype inszeniert, der so stark ist, dass die US-Luft- und Raumfahrtbehörde NASA mittlerweile Überstunden leisten muss, um besorgten Menschen zu erklären, dass die Welt auch nach 2012 weiter existieren wird.

"Durch diesen Film machen sich die Leute ernsthaft Sorgen über ein bevorstehendes Ende der Welt", stellt David Morrison, Senior Scientist am Astrobiology Institute des NASA Ames Research Center www.arc.nasa.gov in Moffett Field Kalifornien, gegenüber dem Guardian fest. Die von Sony im Netz verbreitete Marketingkampagne, die bewusst versucht hat, eine Art Weltuntergangshysterie auszulösen, sei offenbar sehr erfolgreich gewesen. "Wir bekommen täglich zigtausende Anfragen aus der ganzen Welt und werden gefragt, ob man die Menschheit nicht irgendwie retten könnte", schildert Morrison.
"Weltuntergang lenkt von Alltagsproblemen ab"
"Solche Weltuntergangstheorien sind für die Menschen im Grunde genommen immer eine Möglichkeit, sich von den aktuellen Problemen ihres Alltags abzulenken", stellt Peter Vitouch, Medienpsychologe und Professor am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien www.univie.ac.at/Publizistik, fest. Im Internetzeitalter könnten sich derartige Thesen wesentlich stärker und schneller verbreiten als noch vor einigen Jahren.
"Die meiste Aufmerksamkeit kann heute sicherlich im Web erregt werden", betont Vitouch. Dass es angesichts des neuen Kinofilms gleich zu einer derartigen Massenhysterie kommt, sei allerdings ungewöhnlich. "Solche Weltuntergangstheorien sind nicht neu. Zu Nestroys Zeiten hatten die Menschen Angst vor Kometen, zur Jahrtausendwende befürchteten sie den Zusammensturz der Computersysteme und jetzt wird der Maya-Kalender als brauchbares Motiv für das Ende der Welt herangezogen", so Vitouch.
225 Mio. Dollar Einnahmen am ersten Wochenende
Obwohl "2012" bei den Kritikern bislang eher nur bescheidene Wertungen abräumen konnte, scheint die stark online-fokussierte Marketingstrategie Sonys aufzugehen. So berichtet etwa das US-Branchenblatt Variety, dass der Katastrophenfilm allein am Eröffnungswochenende insgesamt 225 Mio. Dollar (65 Mio. in den USA und 165 Mio. international) an Einnahmen generiert haben soll. Sein Produktionsbudget von 200 Mio. Dollar hat der Streifen damit bereits wenige Tage nach dem offiziellen Kinostart wieder eingespielt.
Quelle: pte, Hollywood
Mob16_05.2010
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EU warnt vor unseriösen Elektronik-Onlineshops
Zwei Drittel der Angebote trügerisch - Kommission will Käuferrechte stärken. Der Kauf von Elektronikartikeln in Online-Shops ist beim überwiegenden Großteil der Angebote problematisch. Wie die Europäische Kommission aufzeigt, arbeiten zwei Drittel der Betreiber unseriös. Verbraucher könnten aufgrund mangelnder Informationen etwa über den Preis von MP3- wie auch DVD-Playern, Konsolen, Kameras oder Mobiltelefonen auf Probleme stoßen, obwohl die Kommission die Rechte der Konsumenten beim Internet-Einkauf bereits im Vorjahr weiter stärken wollte. Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva bekräftigt nunmehr den Bedarf einer EU-weiten Lösung und gesamteuropäischer Käuferrechte. Unseriösen Online-Shops droht neben möglichen Bußgeldern sogar die Schließung ihres Angebots.

"In der Tat sind Online-Händler in Europa vor sehr hohe Anforderungen gestellt. In Sachen Verbraucherschutz hat sich in den vergangenen Jahren einiges bewegt. Allerdings kann den Händlern keine pauschale Unseriosität unterstellt werden", entgegnet Olaf Roik, E-Commerce-Experte beim Hauptverband des Deutschen Einzelhandels www.einzelhandel.de, im Gespräch. Dem Fachmann zufolge könne den Anbietern nicht generell vorgeworfen werden, die Informationspflicht gegenüber den Konsumenten zu vernachlässigen. Alleine der stete Anstieg des Verbrauchervertrauens in den vergangen Jahren beweise das Gegenteil. "Das zeigt die weiterhin dynamische Entwicklung bei den Händlern", meint Roik. Vonseiten der EU müsse stärker differenziert und dürfe nicht pauschalisiert werden.
Neben unzureichenden Informationen über die Rechte von Verbrauchern und tatsächliche Produktpreise bemängelt die EU-Kommission häufig unvollständige Kontaktdaten auf den Seiten der Elektronik-Onlineshops. "Wir haben herausgefunden, dass mehr als die Hälfte der Händler, die Elektroartikel im Internet verkaufen, ihre Kunden hinters Licht führen", wird Kuneva von der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung zitiert. Hierzulande waren die Verbraucherinformationen sogar auf 21 von 29 Händlerseiten mangelhaft. Positiv fielen hingegen die bulgarischen Händler auf. Die Seiten der zwölf verschiedenen Anbieter seien zu 100 Prozent einwandfrei. Mit den vorgeblich EU-weit vorhandenen unseriösen Shops sollen sich nunmehr die Behörden der einzelnen Länder beschäftigen. Ändert sich an deren Verhalten nichts, drohen weitere Konsequenzen bis hin zur Sperre.
Quelle: pte, Brüssel
Mob04_04.2010
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Lebenszeit von Menschen für Geld kaufen
Erste Plattform, auf der Menschen ihre Lebenszeit gegen Geld handeln können. Mit FriendsToRent www.friendstorent.com startete die erste Online Vermittlungs-Plattform, auf der Mitglieder ihre Lebenszeit gegen Geld verkaufen können. Bereits in der Pre-Launch Phase waren auf der Landingpage skurrile, emotionale und praktische Angebote wie "mit freiem Oberkörper für nette Mädels Rasen mähen" oder "helfe bei Liebeskummer für € 10/h" oder einfach nur "für Dich kochen" etc. zu lesen.
Situationen gibt es ja oft genug im Leben, in denen man gerne eine Begleitung, einen Partner oder eine Hilfe auf Zeit zur Verfügung hätte. Ein FriendsToRent Mitglied, das z.B. viel auf Reisen ist, wird in Zukunft in einer anderen Stadt schnell und unkompliziert einen sympathischen City Guide finden und so einen interessanteren Aufenthalt in der Fremde erleben können. FriendsToRent ist auch eine ideale Lösung gegen Langeweile - finde einen Tennis-, Golf- oder Tanzpartner - "miete Freunde - mach mehr aus Deinem Leben"! Aber auch im Alltag ist es praktisch, Freunde auf Abruf für Arbeiten wie den Einkauf oder das Rasenmähen etc. mieten zu können.
FriendsToRent startet in Berlin und wird in kurzer Zeit in weiteren fünf bis sieben Grosstädten in Europa und den USA verfügbar sein.
FriendsToRent www.friendstorent.com ist die erste Online-Plattform für die Vermittlung von Lebenszeit von Menschen für Menschen gegen Geld. Mit FriendsToRent können Mitglieder in ihrer Freizeit, mit dem was sie gerne oder gut tun, Geld verdienen. Die Mitglieder entscheiden selbst, welche Leistungen zu welchem Betrag oder welchem Gegengeschäft abgewickelt werden. Natürlich können sich die Mitglieder auch unentgeltlich kennen lernen. Während der Betaphase ist FriendsToRent für alle Mitglieder kostenlos.
Quelle: pts, Berlin/Zürich
Mob24_03.2010
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Channel 4 plant Flugzeugabsturz-Show
Der britische Privat-TV-Sender Channel 4 www.channel4.com wird offenbar niemals müde, was die Entwicklung fragwürdiger Showkonzepte betrifft. Laut Bericht des Guardian hat der Fernsehanbieter, der bereits des Öfteren mit umstrittenen Sendungen für Aufregung gesorgt hat, für 2010 schon einen neuen Quoten-Hit parat, der alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen soll. Bei "Plane Crash", so der bezeichnende Titel der geplanten Show, können Zuseher live beim Absturz eines Passagierflugzeugs dabei sein. Unzählige vorher angebrachte Kameras sollen das Publikum dabei jede einzelne Sekunde des Geschehens hautnah miterleben lassen.
"Mit 'Plane Crash' werden wir dem Publikum den waghalsigsten TV-Event des kommenden Jahres bieten", stellt Channel-4-Programmchef Julian Bellamy gegenüber dem Guardian klar. Der Sendung liege eine außergewöhnliche Idee zugrunde. "Nur Channel 4 hat den Mut, so etwas auch umzusetzen. Nicht einmal die Hersteller würden ein so großes Flugzeug abstürzen lassen", betont Bellamy. Das Publikum werde von einer derart spektakulären Show, die Mitte des kommenden Jahres ausgestrahlt werden soll, sicherlich begeistert sein.
Nützliches wissenschaftliches Experiment
Aus Sicht der Sendungsverantwortlichen soll "Plane Crash" dabei nicht nur Rekordquoten bringen, sondern auch ein wissenschaftliches Interesse befriedigen. "Diese Show wird eines der nützlichsten Experimente in der Geschichte der Luftfahrt", ist Produzent Geoff Deehan überzeugt. Eine wahre Armee an Sensoren und Kameras, die im Rumpf des 300-Sitzplatz-Jets angebracht ist, soll völlig neue Erkenntnisse in Bezug auf Flugzeugabstürze liefern, die unter Umständen die Überlebenschancen der Fluggäste erhöhen könnten, so Deehan.
Sorgen um Menschenleben oder Umweltschäden müsse man sich aber keine machen. Die einzigen Passagiere des Jets, die zwei Piloten, würden rechtzeitig vor dem Absturz den Autopiloten aktivieren und sich per Schleudersitz aus der Gefahrensituation katapultieren, heißt es von Channel 4. Den genauen Absturzort will man aber weiterhin geheim halten. "Wir werden mit lokalen Umweltbehörden zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass wir keinen Müll hinterlassen", betont der britische Privatsender.
Verzweiflungstat für die Quote
"Die wissenschaftliche Motivation im vorliegenden Fall ist sicherlich nur zweitrangig. Die Produktion einer derartigen Sendung erweckt bei mir vielmehr den Eindruck einer Verzweiflungstat, die Aufmerksamkeit erregen und die eigenen Zuseherquoten in die Höhe treiben soll", meint Medienexperte Kai-Uwe Weidlich vom Medieninstitut in Ludwigshafen www.medien-institut.de im Gespräch mit pressetext. In Deutschland wäre die Umsetzung eines solchen Showkonzepts aufgrund der strengeren Gesetzgebung wohl nicht möglich.
Dass Channel 4 tatsächlich eine Show produzieren will, bei der dem Publikum ein Flugzeugabsturz bis ins kleinste Detail serviert wird, sei auch Ausdruck des enormen Quotendrucks im Privat-TV. "Die Hemmschwelle des guten Geschmacks ist im TV in den letzten Jahren kontinuierlich nach unten verschoben worden", so Weidlich abschließend.
Quelle: pte, London
Mob11_03.2010
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Virenschleuder Website: Ansteckungsgefahr lauert überall
Webseitenbetreiber beseitigen Malware-Infektionen nur schleppend Vorsicht Ansteckungsgefahr: Nicht nur in den dunklen Ecken des Internets lauern Schadprogramme. Der deutsche Security-Software-Hersteller G Data beobachtet verstärkt den Trend, dass sich auch auf seriösen Webseiten immer häufiger Schadcode befindet, der sich automatisch und unbemerkt vom Anwender per Drive-by-Download installiert. Doch wie reagieren die betroffenen Webseiten-Betreiber? G Data machte die Probe und kontaktierte Anbieter, deren Webserver massiv Schadcode auslieferten. Das brisante Ergebnis: 45 Prozent der Webmaster nahmen ihre Malware-Schleudern erst nach mehreren Wochen oder gar nicht vom Netz.
Im Rahmen der Malware Information Initiative hat G Data in den vergangenen Monaten besonders intensiv beobachtet, wie sich Malware im Internet verbreitet. Wie beliebt diese Art der Schadcode-Streuung ist, zeigt sich daran, dass sie mittlerweile E-Mail als Hauptverbreitungsmethode verdrängt hat. Doch wie gelingt es den Online-Kriminellen, seriöse Webseiten für ihre Zwecke zu missbrauchen? Ralf Benzmüller, Leiter der G Data Security Labs, erläutert die drei häufigsten Methoden der Täter.
"Cyber-Kriminelle, die ihre Malware über gekaperte Webseiten verbreiten, machen sich drei wesentliche Schwachpunkte zunutze: Der Zugang zum Webserver ist oftmals nur durch schwache Passwörter gesichert, wie beispielsweise admin123. Diese lassen sich durch sogenannte Wörterbuchattacken, die vollkommen automatisiert ablaufen, innerhalb von Sekunden knacken", so Ralf Benzmüller.
Doch nicht nur schwache Passwörter erleichtern den Online-Kriminellen das Kapern von Webseiten. Häufig ausgenutzte Schwachstellen beinhalten auch die verwendeten Webserver-Programme, die beispielsweise zum Betreiben von Online-Shops, Content Management Systemen oder Blog- und Foren-Software eingesetzt werden. "Diese werden häufig in den Standardeinstellungen betrieben oder weisen durch fehlende Updates viele Sicherheitslücken auf. Durch spezielle Anfragen bei Suchmaschinen lassen sich verwundbare Rechner sehr schnell ausfindig machen und automatisiert angreifen und übernehmen. Hier ist es besonders wichtig, dass die Betreiber der Webserver regelmäßig Software-Updates einspielen. Ein weiteres Einfallstor bieten ungefilterte Benutzereingaben, z.B. in Webseitenformularen, Sie können für Cross-Site-Scripting-Angriffe oder SQL Injections genutzt werden. Leider sind hier eine Reihe von Filtermodulen unzureichend und Angreifern gelingt es immer wieder, über diesen Weg Schadcode in Webseiten zu injizieren."
Schwache Passwörter, Sicherheitslücken in Webserver-Software und unzureichende Filterung von Nutzereingaben sind nur einige Wege, wie die Betreiber von Webservern den Gaunern Attacken erleichtern bzw. ermöglichen.
++ Trotz Warnung: Nur schleppende Reaktion der Webseitenbetreiber
Viele PC-Nutzer sind mittlerweile zwar sensibilisiert, welche Gefahren im Web lauern, jedoch vermuten sie einen Angriff nicht über die Seiten seriöser Anbieter, wie z. B. Hotels, Bürgerinitiativen oder Web-Communities. Im Rahmen der G Data Malware Information Initiative stoßen die Experten immer wieder auf Webserver aus diesen Bereichen, die Schadcode verteilen. Um die Infektionsherde unschädlich zu machen, kontaktiert G Data regelmäßig die verantwortlichen Betreiber. Die Erfahrungen, die der deutsche Sicherheitsspezialist dabei macht, variieren stark. Am Besorgniserregendsten ist die schleppende Reaktion der Verantwortlichen: Von 100 Webseitenbetreibern, die G Data im Rahmen einer Studie informierte, reagierten lediglich 55 innerhalb einer Woche.
++ Reaktionszeit der Seitenbetreiber:
- Unter einer Woche: 55 Prozent
- 1-2 Wochen: 20 Prozent
- 3-4 Wochen: 20 Prozent
- keine Reaktion: 5 Prozent
"Wir informieren im Rahmen unserer Möglichkeiten die Verantwortlichen, sobald wir Schadcode auf deren Website entdecken, um die Weiterverbreitung der Malware so schnell wie möglich zu unterbinden. Doch wir müssen in vielen Fällen erleben, dass darauf gar nicht oder nur überaus langsam reagiert wird. Beispielsweise haben wir zuletzt einen bekannten Stuttgarter Sportvermarkter über einen Schadcode auf seiner Website informiert. Drei Wochen später war dieser Computerschädling aber immer noch aktiv - wie viele Nutzer darüber ihren PC infiziert haben, kann man nur erahnen", resümiert Ralf Benzmüller. "Wir wünschen uns, dass mehr Betreiber von Webseiten ihre Verantwortung gegenüber den Besuchern ihrer Webseite ernst nehmen. Wer sich nicht in die Machenschaften von Online-Kriminellen einbeziehen lassen möchte, sollte seinen Webserver regelmäßig überprüfen und ggf. schnell und nachhaltig reagieren."
Sicherheitstipps:
Die Möglichkeiten der Manipulation sind vielfältig und für Webadministratoren ist es daher nicht immer einfach, den Infektionsherd aufzustöbern. Oft werden Webseiten aus verschiedenen Komponenten zusammengesetzt. Es genügt, einen einzelnen Baustein der Seite zu infizieren oder den Bauplan der Webseite so zu modifizieren, dass an jede Webseite eine Zeile Schadcode angefügt wird. Aufgrund der vermehrten Angriffe der Hacker rät G Data Betreibern daher dringend dazu, ihre Webserver regelmäßig auf Viren zu prüfen und bei einem positiven Befund so schnell wie möglich zu reagieren.
Beachtet man die folgenden Tipps, schränken sich die Möglichkeiten der Täter stark ein:
1. Sicherheits-Updates der genutzten Webanwendungs-Software sollten umgehend installiert werden. Nur so können kritische Lücken geschlossen werden, bevor sie in großem Umfang ausgenutzt werden können. Leider ist das Zeitfenster zwischen Veröffentlichung des Patches und etwaigen Angriffsversuchen mitunter sehr klein.
2. Antivirenprogramme dürfen auf keinem Rechner fehlen - auch nicht auf dem Webserver. Hier ist außerdem zu beachten, dass diese ebenfalls mit den aktuellsten Virensignaturen versorgt sind.
3. Betreiber von Webseiten sollten regelmäßig Offline-Versionen ihrer Sites mit einem Virenscanner prüfen. Auf diese Weise lassen sich auch gut versteckte Schädlinge schnell ausfindig machen.
4. Sollte es zu einer Infektion kommen, sollten Webadministratoren sofort alle Zugangspasswörter ändern. So können Angreifer nicht direkt am nächsten Tag den Server erneut verseuchen.
5. Anwender sollten darauf achten, dass der Browser und die Plug-Ins sich immer auf einem aktuellen Stand befinden. Veraltete Programme, sog. Software-Dinosaurier, beinhalten oft Sicherheitslücken, die von den Tätern zur Einschleusung von Schadcode genutzt werden.
6. PC-User sollten einen Virenschutz verwenden, der Inhalte von Webseiten permanent auf Schadcode prüft. Hierdurch werden Schädlinge frühzeitig entdeckt und gestoppt, bevor sie den Browser erreichen.
Generell sollten Anwender, deren Virenschutzlösung beim Besuch einer Internetseite anschlägt, die Seitenbetreiber über den Malware-Fund informieren.
Quelle: pts, Bochum, Deutschland
Mob07_11.2009
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Bankraub 2.0: Supertrojaner wütet in Deutschland
Cyberkriminelle erbeuteten binnen 22 Tagen rund 300.000 Euro. Forscher der Security-Firma Finjan sind einem neuen Supertrojaner auf die Spur gekommen, der es insbesondere auf die Bankdaten und das Geld seiner Opfer abgesehen hat. Dabei geht die auf dem Toolkit LuckySpoilt basierende Malware "URLzone" so gewieft vor, nur einen gewissen Prozentsatz des auf einem Konto befindlichen Vermögens zu klauen, um nicht so schnell aufzufallen. Zusätzlich klinkt sie sich beim Online-Banking in den Browser ein und zeigt falsche Kontostände an, um den User in Sicherheit zu wiegen. Der Bank-Trojaner, der im übrigen auch in anderen Web-Accounts wie PayPal, Gmail und Facebook herumschnüffelt, besitzt Funktionen, die eigens dafür entwickelt wurden, Security-Software zu täuschen.

"Es handelt sich um einen Bank-Trojaner der nächsten Generation. Das ist Teil des neuen Trends, immer fortschrittlichere Malware zu programmieren, die für das Austricksen von Sicherheitssystemen optimiert ist", sagt Ben Itzhak von Finjan. Auch der Sicherheitsexperte Toralv Dirro von McAfee stimmt ihm zu. "Der Trend geht eindeutig hin zu aufwändigeren Trojanern. Kriminelle Gruppen entwickeln das ganz gezielt weiter, heute arbeitet eine ganze Reihe von Trojanern so wie der Beschriebene. Man kann das als eine Art Wettrüsten zwischen den Cyberkriminellen, Banken und der Sicherheitsindustrie interpretieren", sagt er im Gespräch.
Zielgruppe des Trojaners waren die Kunden einiger deutscher Banken, die man vonseiten Finjans nicht nennen wollte. Insgesamt wurden mithilfe des Trojaners rund 300.000 Euro erbeutet. "Das halte ich noch für relativ wenig Beute, was wahrscheinlich an der relativ geringen Zahl der Infektionen lag. Normalerweise werden aber auch keine Informationen über die Höhe des finanziellen Schadens bekannt gegeben", so Dirro. Die Server, von der die Malware gesteuert wurde, konnten in der Ukraine lokalisiert werden. "Das läuft über sogenannte Bulletproof-Hoster. Die gibt es weltweit. Sie sind teurer als andere Hoster und lassen ihre Kunden dafür hosten, was sie wollen. Sie behaupten, der Inhalt der Server sei Sache der Kunden und gehe sie nichts an", sagt der Experte. Die deutschen Behörden sind informiert.
Die Finjan-Mitarbeiter schafften es, die Kommunikation des Trojaners auf einem infizierten System abzuhören und auf diese Art den Kommandoserver aufzuspüren. Diesen hatten die Cyberkriminellen unvorsichtigerweise nicht ausreichend gesichert, wodurch die Security-Experten allerlei Daten über den Trojaner beschaffen konnten, darunter auch Statistiken zu den Infektionen. Insgesamt sollen rund 90.000 Computer die Seiten, auf denen der Schädling gehostet war, besucht haben. Davon infizierten sich 6.400 mit der Malware - eine Erfolgsquote von 7,5 Prozent. Von ein paar hundert der infizierten Computer wurde tatsächlich Geld gestohlen, insgesamt etwa 300.000 Euro. Nach 22 Tagen verschwand der Trojaner Ende August wieder - offenbar hatten die Cyberkriminellen bemerkt, dass man ihnen auf der Spur war.
Infiziert wurden die Computer auf zwei verschiedene Methoden. Zum einen erhielten Opfer E-Mails, in denen Links enthalten waren, die sie auf eine zur Verbreitung des Trojaners erstellte Website lotsten. Die zweite Möglichkeit, sich den Trojaner einzufangen, war der Besuch von durch die Malware unterwanderten Internetseiten. So oder so, der Schädling nutzte eine bekannte Sicherheitslücke in gängigen Internetbrowsern aus, um sich auf der Festplatte des Opfers einzunisten und dort bis zum Aufruf der Internetseiten der Zielbanken in eine Art Schläfermodus zu verfallen. Startet der User Online-Banking-Dienste, wird die Malware aktiv. Sie kapert den Browser, analysiert den Kontostand, ermittelt einen Betrag, der ohne großes Aufsehen entwendet werden kann und überweist diesen auf das Konto eines Strohmanns, der einen kleinen Anteil an den erbeuteten Summen erhält. Anschließend wird der vom User beim Besuch der Banken-Website eigentlich erwartete Kontostand eingeblendet, wodurch dieser keinen Verdacht schöpft - zumindest solange er sich für seine Bankgeschäfte ausschließlich auf dem infizierten Computer anmeldet. Die Verwendung von Strohmännern scheint bei derartigen Angriffen gängige Praxis zu sein. "Diese sogenannten Mules sind ebenfalls Opfer. Das sind Leute, die auf dubiose Jobangebote als Finanzagent reinfallen. Sie werden in den meisten Fällen erwischt und wegen Geldwäsche angezeigt", weiß Dirro. Den Hintermännern ist freilich sehr viel schwerer beizukommen.
Quelle: pte, Berlin/San Jose
Mob05_10.2009
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Mehrheit für Gratisbenutzung des Öffentlichen Verkehrs
Je kleiner die Gemeinde, desto grösser der Wunsch nach kostenloser Benutzung von Bus, Tram, Bahn und Schiff - repräsentative Umfrage für Reader's Digest Schweiz
Die Mehrheit der Schweizer will für die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel keine Billette oder Abonnements mehr lösen. Das Meinungsforschungsinstitut Isopublic hat im Auftrag von Reader's Digest Schweiz einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung die Frage gestellt: "Sind Sie dafür oder dagegen, dass die öffentlichen Verkehrsmittel in der Schweiz durch Steuergelder finanziert und somit für die Benutzung gratis sind?" Das überraschende Ergebnis: In der deutschsprachigen Schweiz sind 51 Prozent der Befragten "sehr oder
eher dafür", im französischsprachigen Landesteil plädierten sogar 57 Prozent für die Gratisbenutzung des Öffentlichen Verkehrs.
Die Redaktion von Reader's Digest Schweiz wollte es genau wissen. Trifft die weit verbreitete Vermutung wirklich zu, dass ausser notorischen Schwarzfahrern wohl kaum jemand der Ansicht sein könnte, Bus, Tram, Bahn und Schiff sollen für alle kostenlos zu benutzen
sein? Wer von einer Leistung profitiert, soll auch dafür bezahlen - könnte man meinen.
Anderseits stammt von den weit über 13 Milliarden Franken, die der öffentliche Verkehr in der Schweiz jedes Jahr kostet, nur gut ein Drittel direkt von den Passagieren. Den Rest machen Beiträge von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie diverse Steuern und
Güterverkehrserträge aus. "Da kann doch die öffentliche Hand gleich alles berappen", meinen Befürworter der Gratislösung. "Wenn man nur bedenkt, was all die Billettautomaten und Kontrolleure kosten!"
Die Fraktion der Befürworter einer kostenlosen Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel in der Bevölkerung scheint grösser zu sein als häufig angenommen wird. Dabei spielt offenbar die Grösse des Wohnorts der Befragten eine Rolle, während sich bei den Geschlechtern
keine nennenswerten Unterschiede zeigen.
Rund 60 Prozent der Bewohner von Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern wollen gratis fahren, wogegen es in Städten mit über 10'000 Einwohnern noch 55 Prozent und in Städten mit mehr als 100'000 Einwohnern nur noch 48 Prozent sind. In den Alpen und Voralpen fand die Idee des Gratisverkehrs 47 Prozent Befürworter, im östlichen Mittelland 51 und im westlichen Mittelland sogar 54 Prozent.
"Die Reichen zahlen, die Armen profitieren", schimpfen die Gutsituierten und stellen mit 26 Prozent radikal Ablehnenden den Hauptharst der Gegner. Doch auch von den Gutsituierten sind 50 Prozent "sehr oder eher für" die Gratisbenutzung öffentlicher Verkehrsmittel, leicht mehr als der obere Mittelstand; beim unteren Mittelstand sind es bereits 55 Prozent, bei den wenig Bemittelten rund 70 Prozent.
Wenn die Zukunft den Jungen gehört, ist der Wegfall des Billettlösens nur noch eine Frage der Zeit: Mehr als 60 Prozent der unter 34-Jährigen wollen gratis fahren - gegenüber 44 Prozent der über 55-Jährigen.
Zur Methode der Umfrage
Zwischen 22. Mai und 12. Juni 2009 hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut ISOPUBLIC im Auftrag von Reader's Digest Schweiz landesweit repräsentativ 1000 Menschen befragt.
Mehr zum Thema: Die Oktober-Ausgabe von Reader's Digest Schweiz ist ab 24. September an zentralen Kiosken erhältlich.
Quelle: ots, Zürich
Mob24_09.2009
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Biotreibstoffe fördern fossile Abhängigkeit
Hohe Erzeugungskosten sorgen für schlechte Energiebilanz. Für die Herstellung von Treibstoffen aus Getreide wird mehr fossile Energie benötigt als das Endprodukt liefert. Das besagt eine Untersuchung der New Yorker Cornell University www.cornell.edu, die im Journal Human Ecology veröffentlicht wurde. "Biotreibstoffe sind nicht nur ineffizient, sondern auch ökonomisch und ökologisch teuer und weit nicht so produktiv wie früher angenommen", so der Studienleiter David Piomentel. Laut seinen Berechnungen lassen Biotreibstoffe die Abhängigkeit der USA von fossilen Brennstoffen steigen statt diese zu senken. In Verbindung auch mit den ethischen Bedenken, Nahrungsmittel zu Zeiten der Unterernährung einer Mehrheit der Menschheit für Treibstoffe zu verwenden, sei die Erzeugung von Biotreibstoffen langfristig abzulehnen, so das Plädoyer des Forschers.

Dass die Umwandlung einer Reihe von Getreidesorten in Energie mehr kostet als sie liefern kann, geht laut Piomentels Berechnungen auf die fehlende Effizienz der Biotreibstoffe zurück. Demnach liefert Ethanol aus Mais eine Energierückführung von 46 Prozent, Schilf 50 Prozent, Biodiesel aus Sojabohnen 63 Prozent und der Raps 58 Prozent. Problematisch seien außerdem die bei der Erzeugung auftretende Wasserverschmutzung durch Düngemittel und Pestizide, der Beitrag zur globalen Erwärmung, die stärkere Erosion des Bodens und die Luftverschmutzung. Biotreibstoffe würden die Öl-Abhängigkeit der USA ironischerweise noch steigern anstatt sie zu senken, was ihrer Grundabsicht entgegenstehe. Denn in den meisten Fällen werde mehr fossile Energie für die Erzeugung einer Einheit Biotreibstoffe aufgewendet als sie selbst erbringe. "Das führt dazu, dass die USA mehr Öl und Gas importiert, um Biotreibstoffe zu erzeugen", so der US-Forscher.
Ronny Winkelmann von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe www.fnr.de verteidigt im pressetext-Interview die Energiebilanz der Biotreibstoffe. "Sie ist grundsätzlich positiv und hängt von der Art des erzeugten Kraftstoffes ab." Er betont, dass die USA und die EU unterschiedliche Ziele für ihre Biotreibstoffe verfolgen. "Die USA fördert Biotreibstoffe unter dem Aspekt der Versorgungssicherheit, in Europa steht hingegen der Umweltaspekt durch die erhoffte Verminderung der Treibhausgas-Emissionen im Vordergrund." Derzeit beträgt der Anteil der Biotreibstoffe an den mineralischen Kraftstoffen sechs Prozent. Sie werden vor allem im Fahrzeugbereich, zur Stromerzeugung und als Pflanzenöl eingesetzt oder beigemischt.
Ein EU-Vorschlag für Richtlinien zur Nachhaltigkeit in der Biotreibstoff-Erzeugung liegt vor www.iscc-project.org und soll noch im Laufe des Jahres 2009 verabschiedet werden. "Künftig sollen nur noch die Biotreibstoffe erlaubt sein, die über ein Zertifikat verfügen. Ausschlaggebend für dessen Verleihung werden vor allem ökologische Kriterien sein wie die CO2-Bilanz, das benötigte Wasser oder der Einsatz von Dünger", so Winkelmann. Es werde noch diskutiert, inwiefern auch soziale Gesichtspunkte bei der Herstellung wie die Einhaltung von Mindestlöhnen oder das Verbot der Zwangsarbeit in das Zertifikat eingehen sollen, so Winkelmann abschließend.
Quelle: pte, New York/Gülzow
Mob19_09.2009
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Mensch erwärmt Erde schon seit Jahrtausenden
Lange Praxis der Brandrodung hinterließ Spuren im Klima
Der Mensch beeinflusste das Klima schon mehrere tausend Jahre vor der Industriellen Revolution. Das behaupten US-amerikanische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Quaternary Science Reviews". Ihre Überlegungen stellen die früher weit verbreitete Praxis der Brandrodung in den Mittelpunkt, durch die der Mensch besonders extensive Formen der Landwirtschaft betrieb. Hinweise für deren Einfluss auf das Klima glauben die Forscher in Sedimenten der Ozeane und in Eisschichten gefunden zu haben. Das stellt bisherige Klimamodelle in Frage, die Proportionen der heutigen Bodennutzung auch für die Vergangenheit übernehmen und bloß um den Faktor der Bevölkerungszahl ändern.

Heute benötigt die Landwirtschaft laut Berechnungen der Forscher 90 Prozent weniger Anbaufläche als in der frühen Menschheitsgeschichte, um denselben Ertrag zu erzielen. "Unsere Urahnen benötigten weit mehr Land für den Ackerbau, da sie wenig Anlass dafür hatten, die Erträge zu steigern. Es gab genügend Wald, den man verbrennen und somit wieder zu Ackerland umwandeln konnte. Diese Strategie dürfte sich ebenfalls auf das Klima ausgewirkt haben", erklärt Studienautor William Ruddiman von der University of Virginia www.virginia.edu. Das durch Brände gewonnene, fruchtbare Land wurde bestellt, bis die Erträge zu sinken begannen und das nächste Feld gerodet wurde. Erst mit Anwachsen der Bevölkerung wurden intensivere Formen des Landbaus nötig.
Heute führe die intensive und hocheffiziente Landwirtschaft dazu, dass jährlich immer kleinere Anbauflächen pro Person benötigt werden. Als Folge breiten sich in vielen Regionen die Wälder wieder aus, unter anderem in Europa, Kanada, Russland, im Nordosten der USA und in Teilen von China. "Die positiven Umwelteffekte dieser aktuellen Wiederbewaldung wurden jedoch wieder ausgemerzt. Schuld daran ist das großflächige Verbrennen fossiler Brennstoffe, das seit Beginn der Industriellen Revolution vor 150 Jahren im Gang ist. Die Menschen bringen somit weiterhin Kohlendioxid in großem Ausmaß in die Atmosphäre und leisten damit ihren Beitrag für den Erwärmungseffekt", so Ruddiman.
Brandrodung wird auch heute noch in einigen Waldregionen wie etwa Indonesien praktiziert. Die hier ansässigen Brandrodungsfeldbauern werden bei den Waldbränden auf dem Inselstaat, die die größten und gefährlichsten der Welt darstellen, immer wieder als Klima-Sündenböcke dargestellt. Zu Unrecht, betont die Kölner Ethnologin Michaela Haug www.ethnologie.uni-koeln.de. "Es ist längst nachgewiesen, dass die meisten großen Brände Indonesiens auf eine rücksichtslose Ausbeutung der Wälder und auf einen nicht-ökologischen und unsozialen Ausbau von Palmölplantagen zurückzuführen sind. Die erst dabei entstehenden verheerenden Waldbrände stellen tatsächlich eine große Gefahr für das weltweite Klima dar."
Der traditionelle Brandrodungsfeldbau der indonesischen Bauern sei in der Regel weit eher nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit ausgerichtet. "Für die Nachhaltigkeit von Brandrodungsfeldbau entscheidet unter anderem die Bevölkerungsdichte und die Länge der Brache-Zeiten", so Haug. Seien die Bedingungen entsprechend, können Brandrodungsfeldbau-Systeme auch sehr nachhaltig und flexibel gegenüber veränderten Umweltbedingungen sein.
Quelle: pte, Charlottesville/Köln
Mob19_19.2009
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Call Center: Schwarze Schafe bleiben ungeschoren
Branche rechnet mit Schwierigkeiten bei Vollzug von Gesetzesnovelle. Unseriösen Call-Center-Firmen müsse endlich der Saft abgedreht werden, darin waren sich die Experten bei der vergangenen Call Center World www.callcenterworld.de in Berlin einig. Allerdings wird daran gezweifelt, dass die von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzesänderungen der Praxis standhalten. Der Entwurf sieht unter anderem vor, dass den Verbrauchern in allen problematischen Fällen ein Widerrufsrecht zusteht. Zudem müssen Unternehmen zukünftig mit einer Geldbuße rechnen, wenn sie unerlaubt zu Werbezwecken anrufen oder bei Werbeanrufen ihre Rufnummer unterdrücken.

Meinungsverschiedenheiten zwischen Politik, Wirtschaft und Verbänden bestehen etwa in der Frage, ob eine Vertragserklärung, die ein Verbraucher bei einem unerlaubten Werbetelefonat abgegeben hat, erst dann wirksam werden soll, wenn der Verbraucher sie innerhalb von zwei Wochen in Textform bestätigt: "Das ist die so genannte Bestätigungslösung. Sie mag zwar auf den ersten Blick für die Verbraucher vorteilhaft erscheinen, ist jedoch bei genauem Hinsehen mit einer Vielzahl von Problemen verbunden. So wäre bei Einführung der Bestätigungslösung zu befürchten, dass die Belästigung durch unerwünschte Telefonanrufe nicht abnähme, sondern zunähme. Denn es muss damit gerechnet werden, dass gerade unseriöse Unternehmer den Verbraucher telefonisch zur Abgabe der Bestätigung drängen würden. Zudem besteht die Gefahr, dass Unternehmen bei Einführung der Bestätigungslösung generell dazu übergehen könnten, für telefonisch geschlossene Verträge sicherheitshalber schriftliche Bestätigungen zu verlangen", erläutert Thorsten Bauer, Pressesprecher des Bundesjustizministerium www.bmj.bund.de.
Eine Bestätigung in Schriftform hält Call-Center-Fachmann Jens Klemann von der Unternehmensberatung Strateco für kontraproduktiv: "Man stelle sich diesen Prozess für zeitkritische Geschäfte vor - ist es nicht gerade oft die telefonische Bestellung mit einem 24-Stunden-Lieferservice, die für Verbraucher den Mehrwert bringt? Auch die kurzfristige Buchung von Bahn- oder Flugtickets sowie Mietwagen oder ähnliches müsste damit wohl neu überdacht werden. Ob das im Sinne der Verbraucher ist, bleibt zu bezweifeln", so die Bedenken von Klemann.
Das vom Verband VATM www.vatm.de vorgeschlagene "Voice Recording" wird vom Ministeriumssprecher kritisch aufgenommen. Im Einzelfall ermögliche es den Nachweis, ob der Verbraucher eine bestimmte Erklärung am Telefon abgegeben hat. "Es ist jedoch kein geeignetes Instrument, um unerlaubte Telefonwerbung und die mit ihr verbundene Störung der Privatsphäre zu verhindern. Darüber hinaus sind Aufzeichnungen von Telefongesprächen datenschutzrechtlich nur mit ausdrücklicher Einwilligung beider Gesprächspartner zulässig. Wenn ein Angerufener in die Aufzeichnung nicht einwilligt, hat sie zu unterbleiben", bemerkt Bauer.
Das sieht die Wirtschaft anders: "Jeder, der ernsthaft ein Geschäft abschließen möchte, ist der Gesprächsaufzeichnung gegenüber meistens positiv eingestellt, denn schließlich dient sie der eigenen Sicherheit. Im Bankenumfeld und dort, wo hohe Transaktionsvolumen telefonisch abgeschlossen werden, hat sich dieses Verfahren ja auch seit Jahren bewährt - und wird meist schon im Rahmen der AGB gleich mitbestätigt", weiß Klemann. Schwierigkeiten erwartet die Call-Center-Branche bei der Vollzugspraxis. Nicht so das Justizministerium: "Ein Verstoß gegen das Verbot der Rufnummernunterdrückung soll mit einer Geldbuße bis zu 10.000 Euro bewehrt werden. Wir gehen daher davon aus, dass diese Regelung eine abschreckende Wirkung entfalten wird - seriöse Unternehmen werden ihre Rufnummer nicht mehr unterdrücken", so Bauer.
Die Branchengauner zwinge man mit der Gesetzesnovelle nicht in die Knie, prognostiziert allerdings Klemann: "Die werden ihr 'Geschäftsmodell' so abändern, dass sie entweder Abmahnungen und Strafen einkalkulieren oder ihren Geschäftssitz und Firmenstruktur so aufsetzen, dass man ihnen nicht an die Wäsche kann", befürchtet der Strateco-Chef. Die härtere Gangart bei der Rufnummernunterdrückung werde den Firmenchefs mit krimineller Energie nur ein müdes Lächeln entlocken. "Es ist aus technischer Sicht ein leichtes - und obendrein schon jetzt gängige Praxis unseriöser Firmen - eine andere Rufnummer als die eigene zu übermitteln. Läge die Beweislast im Falle einer Anzeige durch den Verbraucher beispielsweise beim Call Center selbst, würden alle seriösen Anbieter von sich aus gerne eine umfassende Qualitätssicherung und Dokumentation mit Anrufaufzeichnung einführen", sagt Klemann.
Quelle: pte, Berlin
Mob14_07.2009
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Prototypen eines IMS für die Ausatemluftanalyse (Foto: isas.de)
Kriminologie: Schweiss-Profil soll Fingerabdruck ersetzen
Körperausdünstung als Individualitätsmerkmal eines Menschen. Forscher glauben, dass menschlicher Schweiß bald den Fingerabdruck in der Kriminologie ersetzen wird. Nach Ansicht von Experten der Tel Aviv University in Israel könnte der Schweiss den Täter verraten. Falls es keine Fingerabdrücke gibt, bliebe damit ein weiteres Individualitätsmerkmal in Form eines chemischen Abdrucks zurück. Ganz neu ist die Idee des Riechens übrigens nicht, denn bereits der "Großvater der Medizin" Hippokrates "roch" vor rund 2.500 Jahren zu Diagnosezwecken den Schweiß, den Urin und den Atem seiner Patienten.

Bei der Suche nach Bankräubern oder Terroristen, die keine Fingerabdrücke hinterlassen haben, könnte diese Methode tatsächlich wirken. Egal ob Jacken, T-Shirts oder Socken, selbst ein Handschlag hinterlässt eine große Menge an Geheimnissen, wie die Times of India in ihrer Online-Ausgabe berichtet. Theoretisch könnte die "Schweiss-Identität" in Verbindung mit einer "bionischen Nase", die beispielsweise beim Flughafen-Security-Check installiert wird, eventuelle Täter erschnüffeln. "Schweiß ist eine Mischung aus Proteinen und Nebenprodukten aus dem Metabolismus, die über die Poren freigegeben werden. Dazu kommen auch noch flüchtige Bestandteile, die Menschen nur zum Teil mit der Nase riechen können", so der Chemiker Michael Gozin von der Tel Aviv University. Gozin und sein Team untersuchen die Bestandteile auf die biochemischen Komponenten hin. "Im Prinzip ist das ja nichts besonderes, denn Hunde können unterschiedliche Menschen auch erschnüffeln", erklärt der Forscher.
Für nicht ausgeschlossen hält der deutsche Wissenschaftler Jörg Ingo Baumbach vom ISAS - Institut für analytische Wissenschaften in Dortmund ISIS www.isas.de ein solches Vorhaben. "Der Teufel steckt aber im Detail", so Baumbach im Interview. Baumbach beschäftigt sich seit Jahren mit dem Erschnüffeln von Erkrankungen beim Menschen. "Zwischen 400 und 600 flüchtige organische Verbindungen können in den Atemgasen nachgewiesen werden", so der Experte, der mit der Ionen-Beweglichkeits-Spektrometrie arbeitet. Konkret gehe es nicht nur um die Spurensuche nach speziellen Stoffen, sondern auch um typische Muster dieser Komponenten.
"Im militärischen Bereich gibt es bereits eine ganze Reihe solcher Methoden, um etwa chemische Kampfstoffe über den Geruch zu suchen." Allerdings mache es einen wesentlichen Unterschied, ob man einen chemischen Kampfstoff falsch erkennt oder einen Patienten irrtümlicherweise in Stress versetzt, weil man glaubt etwas gefunden zu haben. Dennoch sieht Baumbach die Chance eines Tages über die Atemluft ziemlich genau festzustellen, ob es ein gesundheitliches Problem gebe oder nicht. Positive Ergebnisse gibt es zum Beispiel bei Patienten, die an Lungenkrebs leiden und sich anhand der Atemluft von Gesunden unterscheiden. "Mit der Ionen-Beweglichkeits-Spektrometrie sind Bestandteile bis zu einem Billionstel Gramm nachweisbar", so der Forscher. Das Muster, das praktisch einen metabolischen Fingerabdruck liefert, gebe Hinweise, ob eventuell eine Krankheit vorliegt oder nicht. Eine Abgleichung mit Mustern aus einer Datenbank schränkt die Diagnose noch weiter ein, erklärt der Forscher abschließend.
Quelle: pte, London/Dortmund
Mob07_07.2009
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Betrüger locken mit falschen Online-Stellenanzeigen
Jobinserate werden als Werbemasche missbraucht. Online-Jobangebote sind nicht immer das, was sie scheinen. Immer wieder werden im Web Stellenanzeigen geschaltet, hinter denen sich statt eines Arbeitsplatzes nur ein fauler Marketingtrick oder gezielter Datenklau verbirgt. Wie das Wall Street Journal berichtet, tragen die gefälschten Inserate immer öfter dazu bei, dass sich unter den arbeitslosen US-Bürgern noch mehr Frustration breit macht. Die Jobsuche gestaltet sich angesichts der Wirtschaftskrise ohnehin schon äußerst schwierig. Während Karriereplattformen aufgrund der zunehmenden Arbeitslosigkeit boomen nehmen gleichzeitig auch Missbrauch und Ausbeutung zu.

So wurde beispielsweise der 53-jährige Tom Green bereits zwei Mal Opfer von falschen Jobanzeigen auf dem US-Portal CareerBuilder.com www.careerbuilder.com. Beide Male stellten sich Angebote für leitende Positionen als Werbemasche heraus und Green erhielt anstatt eines Jobs dubiose Vertragsabschlüsse mit vermeintlichen Karrierediensten in Höhe von mehreren tausend Dollar. "Das ist extrem frustrierend. Man wird sehr skeptisch, was den Arbeitsmarkt betrifft", sagt Green. Um solchen Betrügern aus dem Weg zu gehen, sollten Jobsuchende vorsichtig mit Stellenangeboten umgehen und nicht voreilig persönliche Daten herausgeben. Denn solange keine konkreten Vereinbarungen getroffen werden, kosten die falschen Jobinserate zwar Nerven und Zeit, aber keine horrenden Geldbeträge.
"Internetnutzer sind grundsätzlich Gefahren und Betrugsversuchen ausgesetzt", meint Barbara Wiesinger, Country Manager & Sales Director Austria beim Jobportal Monster Worldwide, gegenüber pressetext. Allgemein gesprochen seien Anzeigen mit gebührenpflichtigen Telefonnummern zu hinterfragen, oder aber wenn der Bewerber dazu aufgefordert werde ein Bankkonto für die Bewerbung zu eröffnen oder eine Software vorab herunterzuladen. "Monster überprüft die Angaben der Unternehmen, die Stellenanzeigen schalten, sorgfältig", ergänzt Wiesinger.
Auch Rekrutierungsagenturen missbrauchen Jobportale und Karriereplattformen im Netz immer wieder dazu, mit falschen Anzeigen zu werben. Dabei werden oft attraktive Stellenangebote eingestellt, um Leute letztlich für deutlich schlechtere Positionen zu gewinnen. Oft seien die angepriesenen Jobs bereits besetzt oder ein Zusammenschnitt verschiedener Anzeigen, warnt Steven Greenberg, Betreiber der Karriereplattform jobs4point0.com www.jobs4point0.com . "Rekrutierungsfirmen machen das, weil sie möglichst viele Lebensläufe mit möglichst wenigen Stellenanzeigen einsammeln wollen." Danach würden sie unattraktive Jobs an diese Leute vermitteln und darauf hoffen, dass sie verzweifelt genug sind, die weniger tollen Angebote trotzdem anzunehmen.
Um Betrügereien entgegenzuwirken, kontrollieren heute viele Webseiten ähnlich wie Monster die Ausschreibungen im Vorfeld. Allerdings kann so auch nur ein Teil der betrügerischen Inserate abgefangen werden. Nicht jedes falsche Angebot ist sofort als solches ersichtlich. Dennoch gibt es Hinweise auf fragwürdige Anzeigen. Beispielsweise fehlen dabei oft Details über das betreffende Unternehmen oder die ausgeschriebene Position. Auch die Jobbeschreibungen selbst sind meist sehr vage gehalten oder es wird mit Gehaltspannen von über 50.000 Dollar geworben. Wenn sich Arbeitssuchende bei einer Stellenanzeige unsicher sind, lohnt sich in jedem Fall ein wenig Recherche zum angegeben Unternehmen, bevor detaillierte Angaben zur eigenen Person gemacht werden.
Quelle: pte, New York
Mob38_06.2009
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Antiviren-Portal entpuppt sich als Abofalle
Jurist rät Rechnungen und Klagsdrohungen der Abzocker zu ignorieren. Mit dem Hinweis auf eine vermeintliche Vireninfektion des eigenen Rechners werden User seit einiger Zeit auf das unseriöse Security-Portal antivirus-security.net und dort in eine Abofalle gelockt. Die Betreiber des Webportals versprechen nach erfolgter Registrierung eine kostenlose Vollversion einer AntiVirus-Software zur Säuberung des PCs. Im Kleingedruckten findet sich jedoch die Falle, denn nach 14 Tagen endet dieser Gratis-Service und wird zu einem Zwei-Jahres-Vertrag zum Preis von 316 Euro. Seitens der Betreiber besonders dreist ist die Tatsache, dass Firmenlogos existierender Security-Unternehmen verwendet werden, um Seriosität vorzutäuschen.
Durch Werbeschaltungen auf Webseiten - beispielsweise auf der Streamingseite kino.to - werden die Websurfer auf das Portal gelockt. Dort findet der User unter anderem auch das Firmenlogo des deutschen Securityherstellers G Data www.gdata.de, dessen Software vermeintlich in der Vollversion angeboten wird. "Tatsächlich liefern die Anbieter lediglich die ohnehin kostenlose und frei zugängliche Testversion unserer Software", sagt Thorsten Urbanski, Sprecher von G Data, im Gespräch. Betroffen sind neben G Data jedoch auch weitere in Deutschland tätige Anbieter von Sicherheitssoftware wie McAfee, F-Secure, ESET oder Avira. G Data hat mittlerweile rechtliche Schritte gegen den in Dubai ansässigen Betreiber eingeleitet. "Wir hoffen, dass die Seite bald vom Netz genommen bzw. von Deutschland aus nicht mehr erreichbar sein wird", so Urbanski.
"Die beschriebene Vorgehensweise ist ein Mix aus nutzlosen Virenschutz-Imitaten und Kostenfallen im Internet. Mit gefälschten Warnmeldungen werden die Filmfans statt zur Installation von angeblicher Schutzsoftware in eine Kostenfalle gelockt. Auf der aktuellen Seite ist der Preis zwar ohne Scrollen ersichtlich. Aber auch nur, wenn man genau hinschaut", so Ralf Benzmüller, Leiter G Data Security Labs.
Derartige unseriöse Angebote tauchen im Internet immer wieder auf. Erst kürzlich war unter der Domain skype.at eine ähnliches Angebot zu finden, das mit der kostenlosen VoIP-Software Skype warb, sich jedoch als Abofalle entpuppte. Das Geschäftsmodell dieser Firmen sieht vor, User, die in die Falle getappt sind, solange mit Mahnungen und Klagsdrohungen zu überhäufen, bis diese eingeschüchtert die Rechnungen begleichen. Konsumentenschützer und Juristen raten hingegen, diese Schreiben zu ignorieren und keinesfalls zu bezahlen. Der Jurist Nico Reiners, Mitarbeiter am Institut für Rechtsinformatik der Leibniz Universität Hannover, empfiehlt Betroffenen ebenfalls, auf keinen Fall zu zahlen und gelassen zu bleiben auch wenn Inkasso-Büros eingeschaltet werden. "Die Abofallen-Betreiber haben kein Interesse an einer Klage, da sie Angst haben zu verlieren", erklärt der Jurist.
In der DACH-Region lässt sich das Betreiberunternehmen aus Dubai von der RS Web Services GmbH vertreten. Ein telefonisches pte-Interview wird von einer Sprecherin abgelehnt und auf die Schriftform verwiesen. Die Höhe der anfallenden Kosten von 79 Euro pro Halbjahr wird mit Beitragsgebühren für das Internetportal begründet. Die schriftliche Anfrage blieb bislang unbeantwortet.
Quelle: pte, Bochum/Ottobrunn
Mob15_06.2009
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Prävention gegen Korruption beim Flughafenausbau in Frankfurt
Seit dem 15. Januar ist das internetbasierte Hinweisgebersystem BKMS® System der Potsdamer Business Keeper AG bei der Fraport AG im Einsatz, um Mitarbeitern und Lieferanten eine sichere Anlaufstelle zur Meldung von Missständen anzubieten. Mit Hilfe des Systems verfolgt der Betreiberkonzern des Flughafens Frankfurt das Ziel, Korruption und sonstigen Unregelmäßigkeiten entschieden entgegenzuwirken.
Die Fraport AG hat sich bereits im Jahr 2003 mit der Einführung eines Werte-Managementsystems eindeutig zu integerem Geschäftsverhalten bekannt. Seit dieser Zeit steht den Mitarbeitern zur Meldung von Missständen ein interner Ombudsmann zur Verfügung. Der bisherige Kommunikationsweg wird jetzt durch das zeit- und ortsunabhängige BKMS® System ergänzt.
"Der unmittelbar bevorstehende Ausbau unseres Flughafens bedeutet große Investitionen, die sicherlich auch Begehrlichkeiten wecken werden", so Otto Geiß, Leiter der Internen Revision bei Fraport. Korruption und Wirtschaftskriminalität, aber auch andere Sachverhalte wie zum Beispiel Vandalismus und Ausweismissbrauch können ab sofort von Mitarbeitern, Geschäftspartnern und Lieferanten über die Homepage www.fraport.de sicher und wenn gewünscht auch vollkommen anonym gemeldet werden.
"Die Nutzung des zertifizierten BKMS® Systems ermöglicht es den Mitarbeitern, integeres Verhalten im Rahmen des Wertemanagements selbständig und freiwillig basierend auf ihrer Selbstverantwortung für ihr Unternehmen sicherzustellen", erklärt Kenan Tur, Vorstand der Business Keeper AG. "Große Konzerne wie die Bertelsmann AG, Deutsche Telekom AG, RTL Group, Talanx AG und andere sind nicht nur von der Effektivität dieses elektronischen Hinweisgebersystems überzeugt, sondern schätzen auch dessen präventive Wirkung."
Mit der Einführung des BKMS® Systems und ihrem überzeugten Eintreten gegen Korruption und Wirtschaftskriminalität zeigt die Fraport AG, dass wirtschaftlicher Erfolg und unbedingte Einhaltung der Regeln nicht im Widerspruch stehen müssen. Im Gegenteil: beides sind Bedingungen für eine nachhaltig positive Unternehmensentwicklung.
Quelle: pts, Potsdam
Mob26_05.2009
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Gutgläubigkeit ist Sicherheitsrisiko in Social Networks
Die Menge der Userdaten rentiert sich für Hacker! Auf der IT-Sicherheitskonferenz ShmooCon 2009 in Washington haben zwei Sicherheitsexperten demonstriert, wie einfach es für Hacker sein kann, die Sicherheitslücken von Social Networks auszunutzen. Dadurch, dass die User der Networks Fotos, Texte, Musik und andere Inhalte mühelos hinauf laden können, haben es auch Angreifer leicht. Risiken bringt außerdem die Tatsache mit sich, dass viele User vom Arbeitsplatz aus auf Social Networks zugreifen. Die Vorführung mit dem Titel "2.0: Weitere Grübeleien über Attacken auf Social Networks" wurde von Nathan Hamiel und Shawn Moyer durchgeführt. "Social Networks sollen so viele User wie möglich auf einer Plattform vereinen und für Angreifer rentiert sich das natürlich", so Moyer gegenüber dem Magazin CSO.

User-Konten auf Social Networks können mit einer Vielzahl von einfachen Tricks gekapert und verunstaltet werden, meinen die beiden Experten. Ein User-Konto kann außerdem wiederum dafür verwendet werden, um andere User oder Web-2.0-Anwendungen zu attackieren. "Jede Anwendung kann dazu genutzt werden, andere Applikationen anzugreifen und eine Anwendung kann dazu verwendet werden, um die gesamte Datei zu sehen, wenn die Privatsphäre-Einstellungen ausgeschaltet sind", erklärt Hamiel. Social Networks können auch in Mikro-Botnets eingebunden werden und durch fehlgeleitete Direktnachrichten auf Twitter können beispielsweise Telefonnummern von Berühmtheiten ausgeforscht werden.
Das Grundproblem liegt jedoch darin, dass die meisten Menschen zu gutgläubig sind, meint der Sicherheitsberater James Arlen. "Es ist eigentlich ein unüblich hohes Level an Vertrauen, wenn man sich das Profil einer Person anschaut und sagt 'ich kenne diese Person', aber keinen Versuch macht, die Identität zu verifizieren", meint Arlen. Während der Vorführung auf der Konferenz konnten durch ein gefälschtes LinkedIn-Profil eines prominenten IT-Sicherheitsexperten die Kontakte von über 50 Personen, darunter teils wichtige Führungskräfte, gesammelt werden.
Quelle: pte, Framingham
Mob19_05.2009
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Bild: Chen Xiao beim Besuch einer Kundin im Krankenhaus (Foto: mop.com)
Chinesin verkauft Lebenszeit im Internet
Nutzer können für drei Dollar eine Stunde ihres Lebens gestalten. Das Internet ist mittlerweile Heimstätte vieler verrückter Ideen und Projekte. Dass in dieser Hinsicht aber wohl noch lange nicht der Zenit erreicht ist, zeigt das Beispiel der jungen Chinesin Chen Xiao. Seit Dezember vergangenen Jahres betreibt die 26-Jährige einen Online-Shop, der ein sehr spezielles Angebot für seine Kunden bereithält. Zu einem Preis von umgerechnet rund drei Dollar pro Stunde bietet das in Peking lebende Mädchen dort die eigene Lebenszeit zum Verkauf an. Wie Chen gegenüber CNN erklärt, erwerben Käufer mit der Zeit, für die sie bezahlt haben, auch das Recht, ihr Leben in diesem Zeitraum vollkommen frei nach den eigenen Wünschen zu gestalten. Ausgenommen sind ihren eigenen Angaben zufolge lediglich solche Wünsche, die ein illegales, unmoralisches oder gewalttätiges Verhalten beinhalten.
"Jedes Mal, sobald ich einen Plan dafür entwickelt hatte, was ich mit meinem Leben anfangen will, wurde nichts daraus. Wenn ich es nun anderen Menschen erlaube, mir vorzuschreiben, was ich tun soll, stolpere ich vielleicht über neue und bessere Dinge", fasst die junge Chinesin die Grundidee hinter ihrem ungewöhnlichen Online-Angebot zusammen. Dass sie dabei gleichzeitig auch noch gutes Geld verdienen könne, sei nur ein positiver Nebeneffekt. Insbesondere in Zeiten der Wirtschaftskrise sei der Verkauf von Lebenszeit aber eine gute Möglichkeit, sich finanziell über Wasser zu halten. Wichtiger als das Geld sei der 26-Jährigen allerdings die Freude an der Sache selbst. "Wenn dich jemand darum bittet, etwas Einfaches zu erledigen und du es tust, kann es dich sehr glücklich machen. Dadurch kann man sich von einer trübseligen zu einer sehr fröhlichen Person verwandeln. Auf diese Weise bekommt man ein völlig anderes Selbstwertgefühl", erläutert Chen.
Die Wünsche, mit der sich Mitmenschen im Internet an sie richten würden, seien sehr unterschiedlich. Vom Pflegen von streunenden Katzen bis hin zum Liefern von warmen Mahlzeiten an Obdachlose sei dabei schon alles Mögliche dabei gewesen, schildert Chen im CNN-Interview. Am bedeutendsten habe sie selbst den Moment empfunden, als sie gebeten wurde, einem Ehepaar bei der Geburt ihres Kindes beizustehen. "Der Vater war ein vollkommen Fremder, der nur jemanden gesucht hat, der dieses bewegende Ereignis in Form von Fotos festhält", erinnert sich die Chinesin. Natürlich hätte sie es aber auch bereits mit mehreren unanständigen Angeboten zu tun bekommen. "Es gab da diesen Mann, der mich zu ein paar privaten Stunden auf eine Ski-Berghütte einladen wollte. Als ich dort mit einem Freund und einer Kamera in der Hand auftauchte, wollte er sofort aus dem Geschäft aussteigen. Ich habe aber abgelehnt", so Chen.
Dass die findige Chinesin mit ihrem "exklusiven" Angebot bei den Internetnutzern in ihrem Land sehr gut ankommt, beweisen die bisherigen Verkaufserfolge. So sollen über den Online-Shop Chens seit seinem Start im Dezember bereits mehr als 40 Verkaufsvorgänge erfolgreich abgeschlossen worden sein. In die Taschen der 26-Jährigen sind dabei insgesamt 3.000 Chinesische Yuan (rund 336 Euro) an Einnahmen geflossen. Ob sie den Verkauf ihrer Lebenszeit im Internet noch lange weiter betreiben wird, kann Chen zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht genau sagen: "Ich weiß nicht, wie lange ich die Online-Anfragen noch weiter erfüllen werde. Wenn die Leute meine Dienste nicht mehr brauchen, werde ich wieder zu meinem ursprünglichen Leben zurückkehren. Ich weiß aber nicht genau, wie dieses aussehen wird."
Quelle: pte, Peking
Mob06_05.2009
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Sechs von zehn Mitarbeitern stehlen Unternehmensdaten
Ex-Angestellte ziehen Nutzen aus Insider-Informationen. Immer mehr Unternehmen stehen dem Problem von Datenklau durch Ex-Mitarbeiter gegenüber. Laut einer aktuellen Untersuchung des Ponemon Institute http://ponemoninstitute.com stehlen sechs von zehn Angestellten interne Firmeninformationen, wenn sie gekündigt werden. Offenbar nutzen viele die vertraulichen Daten, um einen neuen Job zu bekommen, ein eigenes Unternehmen zu starten oder aber einfach nur aus Rache. "Diese Dinge geschehen aus Angst und Besorgnis", meint Mike Spinney vom Ponemon Institute gegenüber BBC News. Die Leute sorgten sich um ihre Jobs und wollten so auf Nummer sicher gehen. "Unsere Studie zeigte, dass 59 Prozent der Menschen sagen: 'Ich hole irgendetwas für mich dabei raus, wenn ich gehe'", so Spinney weiter.

Ponemon befragte 945 Erwachsene in den USA, die ihren Arbeitsplatz verloren hatten. Alle Teilnehmer verfügten über geschützte Informationen wie Kundendaten, Kontaktlisten, Mitarbeiterdaten, Finanzberichte oder bestimmte Software-Tools. Wie aus den Untersuchungsergebnissen deutlich wird, kann die Weiterverwendung solcher Daten einem Unternehmen erheblichen finanziellen Schaden zufügen. Zu diesem Schluss kam auch eine ähnliche Studie der Sicherheitsfirma McAfee, die kürzlich präsentiert wurde. McAfee schätzt darin den globalen Schaden durch Datenklau, Hackerangriffe und Sicherheitsbrüche durch organisiertes Verbrechen auf rund eine Billion Dollar allein im vergangenen Jahr.
Ein Teil des Problems liege bei den Unternehmen selbst, diagnostiziert Ponemon auf Basis der Untersuchung. Viele würden zu sorglos mit Sicherheitsfragen umgehen und die Daten nicht ausreichend schützen. Nur 15 Prozent der Unternehmen, bei denen die Befragten angestellt waren, prüften Papier- oder elektronische Dokumente nach, die von den Mitarbeitern mit nach Hause genommen wurden. "Viele Firmen glauben, der Missbrauch von internen Informationen gehöre einfach zum Geschäft", sagt Spinney. Sie würden sich damit abfinden und den Datenklau einfach hinnehmen.
Erst vergangene Woche warnte auch der IT-Riese Microsoft davor, dass aufgrund des derzeit verstärkten Stellenabbaus von Unternehmen auch der Datenklau zunehmen könne. Viele Sicherheitsexperten schließen sich dieser Meinung an und prognostizierten bereits eine deutliche Zunahme von solchen Datenklau-Attacken vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise und den damit verbundenen Entlassungswellen.
Quelle: pte, Palo Alto
Mob17_04.2009
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Dubiose Anwälte locken Kapital-Anleger in die Falle
Vermeintliche Anlegerschützer kassieren bei Gutgläubigen ab. Unter dem Deckmantel des Anlegerschutzes streben immer häufiger fragwürdige Kanzleien Klagen gegen Emissionshäuser oder Kapitalanlagegesellschaften an. Dabei prozessiert man gegen angebliche Prospektmängel und keilt Anleger mit sogenannter Kaltakquise, der unverhofften Kontaktaufnahme zur Neukundengewinnung. "Um Mandate zu erlangen, tun einige Kanzleien alles. Rechtliche und moralische Hemmschwellen werden überschritten und Anleger systematisch mit Tausenden Briefen und Postwurfsendungen massiv eingeschüchtert. Mit ernst gemeinter Rechtsvertretung hat dies nichts mehr zu tun", unterstreicht Anwalt Peter Mattil von der gleichnamigen Kanzlei auf Nachfrage.

Eine Ursache des Problems ist in dem hohen Wettbewerb unter Anwälten in Deutschland zu suchen. Daher richten findige Juristen ihren Fokus auf Nischenbereiche wie den Kapitalmarkt. In dieser wettbewerbsarmen Nische winken lukrative Honorare - und das, obwohl nur in den wenigsten Fällen ein begründbarer Einspruch gegeben ist. "Viele Kanzleien, die fragwürdige Klagen einbringen, haben zuvor noch nie auf diesem Gebiet gearbeitet und agieren insgeheim ausschließlich aus finanziellen Renditeerwägungen. Gutgläubige Mandanten werden damit zu Treibwild und sind leichte Beute", verdeutlicht Mattil auf Nachfrage. Laut dem Wirtschaftsrechtsexperten wüssten viele dubiose Kanzleien sogar, dass sie Prozesse verlieren und Klagen vor Gericht fallen gelassen werden. Anleger, die sich von derartigen Anwälten zum Einschreiten überreden lassen, bleiben somit häufig auf den Kosten sitzen.
Einem Bericht der Wirtschaftswoche nach kostet die "Rechtsberatung" durch profithungrige Anwälte deutschen Anlegern jährlich zwischen 20 und 30 Mrd. Euro. "Aufgrund des großen Verdrängungswettbewerbs hat sich die Masche mittlerweile zu einem Trend entwickelt. So werden Anleger hemmungslos verunsichert und rechtschaffende Fondsgesellschaften in den meisten Fällen zu Unrecht an den Pranger gestellt", sagt ein Brancheninsider im Gespräch. Dabei sei die Vorgangsweise oft in gleicher Form gestrickt. Beispielsweise stellen selbsternannte Anlegerschützer Fondsprodukten ein sogenanntes "Transparenz-Rating" aus, um Emissionshäusern einige Wochen später nach der zuvor bescheinigten hohen Transparenz ein Angebot zu unterbreiten. Lehnen die Firmen aber den Zugang zu internetorientierten und umsatzaktiven Vertriebsmodellen ab, würden Rachefeldzüge gestartet, weiß der Insider.
Aufgrund der großen Schwemme und damit dem Überangebot an Anwälten in Deutschland scheint das Geschäft mit fragwürdigen Mandaten ein lukrativer Weg zu sein, hohe Honorare einzustreichen. Allein 2007 wurden in der Bundesrepublik im Schnitt über 20 Prozent der bereits einmal angestellten Advokaten arbeitslos. Dadurch, dass in Deutschland jährlich knapp 10.000 neue Absolventen hinzukommen, herrscht ein aggressiver Verdrängungswettbewerb. "Bedingt durch die Finanzkrise und beträchtliche Verluste bei vielen Anlegern, scheinen sich diese besonders leicht von schwarzen Schafen zu unnötigen Klagen hinreißen lassen", erklärt Mattil. So gebe es Kanzleien mit eigenen Abteilungen, die täglich Handelsregister durchforsten, um an Adressen der Emissionshäuser und auch der Anleger zu gelangen. Auch würden standardisierte Rundschreiben massenweise verschickt.
"Bei dieser Art der Mandantenkeilerei verlieren alle Seiten. Das beklagte Unternehmen hat mit Rufschädigung zu kämpfen und der Anleger muss am Ende noch für die Prozesskosten aufkommen", meint ein betroffener Branchenvertreter im Gespräch. Kritisiert werden aber auch dubiose Fragebogenaktionen in Form von Postwurfsendungen. Der Online-Branchendienst fondstelegramm warf in dieser Hinsicht beispielsweise der Kanzlei Thieler & Partner 2007 "Bauernfängerei" vor. Im Vorjahr sorgte auch die Klage gegen den Fondsemittenten Fidura für Aufsehen. Damals hatte die Kanzlei Witt Nittel gegen angebliche Prospektmängel des ersten Fidura-Fonds geklagt. Den Stein für die Klage ins Rollen brachten damals Angriffe des selbsternannten Anlegerschützers Heinz Gerlach. Witt Nittel griffen die Vorwürfe auf und starteten einen Prozess gegen Fidura.
Die drei Senate des Oberlandesgerichts München entschieden in voneinander unabhängigen Urteilen, dass die von Witt Nittel behaupteten Prospektmängel nicht bestehen und die gegenständlichen Prospekte entsprechend fehlerfrei sind (AZ 8U 2677/08; AZ 10U 2332/08; AZ 23U 2544/08). Auch das Argument, mit Sammelklagen ließe sich das individuelle Kostenrisiko für die Anleger senken, lassen Rechtsexperten nicht gelten. Schließlich besteht trotz Sammelklagen nach wie vor die Möglichkeit, dass diese vor Gericht getrennt werden. Der Anleger hat in einem solchen Fall das individuelle Kostenrisiko der Klage allein zu tragen. "Die Lage ist schlimm. Kaltakquise und Treibjagd nehmen zu und die Anwaltskammern legen die Hände in den Schoß", so Mattil abschließend.
Quelle: pte, München
Mob16_04.2009
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Schmuggel mit Elektronikschrott aufgedeckt
Britisches Unternehmen exportiert Schrott als Second-Hand-Ware. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat Beweise für den Schmuggel von Elektroschrott nach Afrika durch europäischen Recyclingfirmen vorgelegt. Diese Unternehmen haben bereits zum wiederholten Male mit dem Vorwurf zu kämpfen, Elektromüll illegal in das Ausland zu exportieren. Greenpeace hat nun einen kaputten Fernseher mit einem GPS-Sender ausgestattet und seinen Weg bis nach Nigeria verfolgt. Obwohl das Gerät den gesetzlichen Bestimmungen nach im Inland entsorgt werden müsste, gelangte es dennoch nach Lagos. "Deklariert war das Gerät als Second-Hand-Ware", sagt Claudia Sprinz, Chefredakteurin der Greenpeace-Homepage marktcheck.at , im Gespräch.

Das Greenpeace-Team hat das TV-Gerät bei BJ Electronics, einem britischen Recycling-Unternehmen im englischen Hampshire, abgegeben. Anstatt das irreparable Gerät jedoch einer ordnungsgemäßen Verwertung zuzuführen verkaufte das Unternehmen den Fernseher als Gebrauchtware weiter und verschiffte es nach Nigeria. "Das Gerät wurde zuvor kein einziges Mal auf seine Funktionstüchtigkeit geprüft", erklärt Sprinz. Abertausende ausrangierter elektronischer Produkte finden tagtäglich auf diese Weise den Weg nach Afrika. Sämtliche EU-Richtlinien in Bezug auf den Elektronikmüll-Handel werden dabei missachtet. "Vor allem Europa, Japan, Südkorea und die USA missbrauchen Entwicklungsländer wie Nigeria, Ghana, Pakistan - aber auch Indien und China - als riesige Mülldeponien", kritisiert Greenpeace.
"Für Elektroschrott besteht ein Exportverbot. Durch die Deklaration als Second-Hand-Ware umgehen die Firmen dies", moniert Sprinz. Die afrikanischen Händler kaufen die Warenladung, um tatsächlich funktionstüchtige Geräte weiterzuverkaufen. Der ausgesonderte Schrott wird anschließend zerlegt, was vorwiegend von Kindern gemacht wird, berichtet Sprinz. Diese sind schließlich auch dem Giftmüll ausgesetzt. Reporter des britischen Senders Sky News haben die Aktion von Greenpeace begleitet und berichten, wie Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren versuchen, den Schrott zu verwerten. "Sie verbrennen das Plastik der Kabel und der Leiterplatten, um an die Metalle heranzukommen. Was sie dabei nicht wissen ist, dass sie schädliche Chemikalien und hochgiftige Dämpfe einatmen", schildern die Reporter.
"Die Herstellerfirmen könnten diesen gefährlichen Schmuggel selbst stoppen, indem sie ihre Produkte einfach frei von giftigen Bestandteilen halten", fordert Chemiker Martin Hojsik von Greenpeace International. "Es ist allerhöchste Zeit, dass sich diese Unternehmen ihrer Verantwortung endlich bewusst werden und damit aufhören, die Menschen und die Umwelt in den Entwicklungsländern zu vergiften", sagt Hojsik. Greepeace legt regelmäßig den Ratgeber "Grüne Elektronik" vor, in dem Hersteller hinsichtlich ihrer verantwortungsbewussten Produktion bewertet werden. "Es ist überhaupt kein Problem auf giftige Stoffe bei der Produktion zu verzichten. Viele Unternehmen haben dies bei der Herstellung ihrer elektronischen Geräte bereits demonstriert", berichtet Sprinz. Es sei an der Zeit, dass sich diese Einstellung in der gesamten Branche durchsetzt.
Quelle: pte, Wien/London
Mob07_04.2007
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GM-Chef kassiert zum Abschied 20 Mio. Dollar
Fehlende Verantwortung kritisiert - Nachfolger bekommt 60 Tage Zeit. Der auf Druck des Weißen Hauses zurückgetretene General-Motors-Chef Rick Wagoner bekommt trotz einer verfehlten Konzernpolitik Pensionsansprüche von rund 20 Mio. Dollar. Wie US-Medien berichten, will man trotz der gezahlten Rekordsumme aber nicht von einem "goldenen Handschlag" sprechen. Vielmehr gehe es um vertraglich fixierte Rentenansprüche und andere Kompensationen, auf die Wagoner nach 32 Jahren bei dem angeschlagenen US-Automobilkonzern Anspruch habe, teilte eine Sprecherin in der Nacht auf heute, Dienstag, mit. Nach den Boni-Manager-Zahlungen des US-Versicherers AIG wird die Diskussion um unverhältnismäßige Geldgeschenke damit aufs Neue angefacht. Wagoner hatte GM mit einem Fokus auf Spritfresser und Rekordverlusten über 80 Mrd. Dollar an den Rand des Zusammenbruchs geführt.
"Zwar sind die Zahlungen vertraglich geregelt und stehen Wagoner zu, aber ich erwarte von einem Manager, der jahrelang selbst von einem System der sozialen Marktwirtschaft profitiert hat, dass er seinen Teil der Verantwortung dazu beiträgt. Mir kommt es inzwischen so vor, als ob das Prinzip Leistung und Gegenleistung für viele Verantwortliche kaum noch Gültigkeit besitzt", sagt Klaus Aden, Vergütungsexperte und geschäftsführender Gesellschafter bei LAB Lachner Aden Beyer & Company im Gespräch. Erst gestern, Montag, hatte US-Präsident Barack Obama ungewöhnlich scharf den seit 2000 an der Spitze des Unternehmens stehenden Manager zum Rücktritt gedrängt. Dieser Schritt war eine notwendige Bedingung für weitere Mrd.-Hilfen als Überbrückungsfinanzierung. Nachfolger Wagoners wird der bisherige Konzernvize und Ex-Europa-Chef Fritz Henderson, der in der Vergangenheit bereits drastische Einsparmaßnahmen und Entlassungen durchgesetzt hatte.
"Konzernlenker wie Wagoner haben ihre Unternehmen an den Rand des Ruins gebracht und massiv den Ruf geschädigt. Wer Mrd.-Verluste anhäuft, sollte auch die Courage besitzen, auf vertraglich zugesicherte Zahlungen zu verzichten", so Aden im Gespräch. Auch ist es für den Unternehmensberater "unverständlich", dass die mit den Zahlungsabwicklungen im Konzern intern verantwortlichen Non-Executive Chairmen keine Verantwortung übernehmen und Verträge neu ausverhandeln. "Aufsichtsräte vieler Großkonzerne geben sich nach außen viel zu häufig machtlos und nicken einmal getroffene Vertragsentscheidungen einfach ab. Da hinterfragt fast niemand, ob Abfindungen die Managerleistung widerspiegeln", kritisiert Aden weiter. Der Druck auf Henderson steigt massiv. Obama setzte den wankenden Autoherstellern Chrysler und General Motors zuletzt kurze Fristen, um eine umfassende Restrukturierung zu erzwingen. GM soll noch 60 Tage und Chrysler nur noch 30 Tage Geld und Zeit bekommen.
Das Ziel der US-Administration besteht hauptsächlich darin, dass GM in den verbleibenden zwei Monaten der Anschlussfinanzierung mit Gewerkschaften, Aktionären und Gläubigern in Verhandlungen tritt und ihnen bedeutende Zugeständnisse abfordern soll. Begleitet werden die Verhandlungen von einem Team aus Washington, das demnächst nach Detroit reisen wird und die Umstrukturierungen überwacht. In Hinblick auf die in Mitleidenschaft gezogene GM-Tochter Opel erhält die deutsche Bundesregierung Zeit, um über staatliche Hilfen zu beraten. Bislang ist sich die Koalition in dieser Frage nach wie vor nicht einig. Ob Henderson GM wieder in die richtige Spur bringen wird, bleibt abzuwarten. Zudem ist derzeit noch völlig offen, ob der Wagoner-Nachfolger langfristig das Unternehmen leiten wird. "Ich will weiter machen, bis wir die Sache wieder in Ordnung gebracht haben. Was darüber hinaus passiert, werden wir sehen", zitiert das Wall Street Journal den neuen GM-Boss.
Quelle: pte, Detroit/Washington/Düsseldorf
Mob01_04.2009
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