| Archivorganisation April 2009
Archiv 1 = hier unten: archivierte Beiträge aus "Im Blickpunkt" in Erscheinungsreihenfolge
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Mob28_04.2009_Schienenverkehr: BAV erteilt Zulassung für Dominos (Im Blickpunkt-2)
Mob27_04.2009_Strassentransport: Weniger LSVA-Erträge (Im Blickpunkt-3)
Mob26_04.2009_Unternehmen und Wirtschaft: KMU-Portal des SECO sucht Firmengründer (Im Blickpunkt-4)
Mob25_04.2009_Öffentlicher Verkehr: Geschäftsbericht über Unfälle bei Bahnen und Schiffen veröffentlicht (Im Blickpunkt-5)
Mob24_04.2009_Treibstoffe: Verordnung über die Treibstoffökobilanz in Kraft gesetzt (Im Blickpunkt-2)
Mob23_04.2009_Luftverkehr: Europas Großflughäfen rittern um Vormachtstellung (Im Blickpunkt-3)
Mob22_04.2009_Telekommunikation: Mobilfunkanbieter keilen weniger Neukunden (Im Blickpunkt-4)
Mob21_04.2009_Industrie: Lieferantenprobleme bedrohen Unternehmen (Im Blickpunkt-5)
Mob20_04.2009_Fachmessen: HANNOVER MESSE 2009, 20. bis 24. April mobilisiert Stärken der Industrie (Veranstaltungen + Archiv 2)
Mob19_04.2009_Forschung+Entwicklung: Satellit (Raumfahrt) (Im Blickpunkt-rechts)
Mob18_04.2009_Forschung+Entwicklung: Solarfarm im Weltall wird Realität (Im Blickpunkt-links)
Mob17_04.2009_Was es nicht alles gibt: Sechs von zehn Mitarbeitern stehlen Unternehmensdaten (Im Blickpunkt-0)
Mob16_04.2009_Was es nicht alles gibt: Dubiose Anwälte locken Kapital-Anleger in die Falle (Im Blickpunkt-0)
Mob15_04.2009_Luftverkehr: Tiger-Teilersatz: Zweite Offerte an armasuisse übergeben (Im Blickpunkt-2)
Mob14_04.2009_Kommunikation mit Interet: Verhaltensorientierte Werbetechnologien weiterhin umstritten (Im Blickpunkt-3)
Mob13_04.2009_Schienenverkehr: SBB investiert über 2 Mia Franken in Doppelstockzüge für den Fernverkehr (Im Blickpunkt-4)
Mob12_04.2009_Schienenverkehr: Bahnstrecke Zürich - München wird ausgebaut (Im Blickpunkt-5)
Mob11_04.2009_Alternative Antriebe: Was bedeutet die Aussage: " Das Wasser ist die Kohle der Zukunft."? (Im Blickpunkt-rechts)
Mob10_04.2009_Alternative Antriebe: Fünf-Minuten-Tank für Wasserstoffautos (Im Blickpunkt-links)
Mob09_04.2009_Strassentransport: Ausbau der Scania Serviceorganisation in der Schweiz (Im Blickpunkt-Spezial)
Mob08_04.2009_Strassentransport: Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der AUTO AG URI (Im Blickpunkt-Spezial)
Mob07_04.2009_Was es nicht alles gibt: Schmuggel mit Elektronikschrott aufgedeckt (Im Blickpunkt-0)
Mob06_04.2009_Strassenverkehr: Nissan und Renault elektrifizieren chinesischen Automarkt (Im Blickpunkt-2)
Mob05_04.2009_Strassenverkehr: Freisprecheinrichtung zur Montage am Lenkrad (Im Blickpunkt-3)
Mob04_04.2009_Energie: Bananenbriketts als Heizmaterial für Ruanda (Im Blickpunkt-4)
Mob03_04.2009_Schienen- und Luftverkehr: Verkehrsmittel der Zukunft: Züge schlagen Airlines (Im Blickpunkt-5)
Mob02_04.2009_Forschung+Entwicklung: Auch Roboter haben eine Geschichte! (Im Blickpunkt-rechts)
Mob01_04.2009_Forschung+Entwicklung: Honda entwickelt Roboter-Gedankensteuerung (Im Blickpunkt-links)
Mob01_04.2009_Staat+Wirtschaft: GM-Chef kassiert zum Abschied 20 Mio. Dollar (Im Blickpunkt-0)
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BAV erteilt Zulassung für Dominos (Im Blickpunkt-2)
Das Bundesamt für Verkehr BAV hat die provisorische Betriebsbewilligung für die Regionalverkehrskomposition Domino erteilt. Nach Ostern fährt der Domino erste einzelne Verbindungen für Reisende im Wallis. Fahrplanmässig werden die modernisierten Züge ab Sommer bei der Walliser SBB Tochter RegionAlps und auf der Strecke Zürich–Glarus–Schwanden / Linthal als GlarnerSprinter eingesetzt.
Die Regionalverkehrskomposition Domino hat die Zulassungstests erfolgreich abgeschlossen:
Das Bundesamt für Verkehr BAV hat die provisorische Betriebsbewilligung für den dreiteiligen Gesamtzug erteilt. Vorerst können die Züge, ohne gekoppelt zu werden, einzeln mit Passagieren an Bord fahren.
Parallel zum Vorbetrieb arbeiten die Spezialisten daran, die Nachweise für den Betrieb in Mehrfachtraktion zu erbringen. Nach Abschluss dieser Arbeiten kann das BAV dann die Typenzulassung für den uneingeschränkten Einsatz erteilen. Dies entspricht
dem üblichen Einführungsprozess.
Nach Ostern stellt sich der Domino den Reisenden im Wallis vor: Ab dann fahren erste Kompositionen einzelne Verbindungen zwischen Brig und Sion. «Mit diesem Zug haben wir im Regionalverkehr einen Trumpf in der Hand», freut sich Martin Bütikofer, Leiter SBB Regionalverkehr. Ein dreiteiliger Domino ist eine attraktive Alternative zu einer vergleichbaren Neuanschaffung.
Einsatz im Wallis und im Glarnerland
In den fahrplanmässigen Einsatz kommen die modernisierten Züge ab Sommer, 13 davon bei der Walliser SBB Tochter RegionAlps und zwei auf der Strecke Zürich–Glarus–Schwanden/Linthal als GlarnerSprinter. Die Kantone Wallis und Glarus warten seit dem Fahrplanwechsel 08/09 auf die Dominos.
Der Grund für die Verzögerung waren Lieferprobleme der Bombardier-Niederflurzwischenwagen. Das fehlende Rollmaterial wirkte sich aber nicht auf den Fahrplan aus. Die geplanten Leistungen wurden mit bestehenden SBB Ersatzkompositionen
gefahren. Der Domino wird künftig auch im Jurabogen – Neuchâtel–La Chaux-de-Fonds – eingesetzt und später schweizweit im Regionalverkehr.
Refit: Aus alt mach neu.
Die heutigen NPZ (Nahverkehrspendelzug) sind seit rund 20 Jahren im Einsatz. Sie müssen deshalb an die gestiegenen Bedürfnisse der Bahnkundinnen und -kunden angepasst werden. Die SBB modernisiert 120 Triebwagen (RBDe560/561) im Industriewerk Yverdon und 121 Steuerwagen (Bt NPZ) im Industriewerk Olten. Die Fahrzeuge werden bis auf den Wagenkasten zerlegt und anschliessend wieder aufgebaut. Einzig die alten Zwischenwagen der Typen EW I und EW II tauscht die SBB mit 140 neuen Niederflurzwischenwagen «Inova» der Firma Bombardier aus. Alle drei Komponenten bilden zusammen die neue Regionalverkehrskomposition «Domino», die auf bis zu vier Zwischenwagen erweitert werden kann. Die Komposition bietet klimatisierte Fahrgasträume, Niederflureinstieg für bequemes Ein- und Aussteigen, behindertengerechte Ausstattung, Kundeninformation via Monitor und mehr Sicherheit durch Videoüberwachung.
Quelle: SBB
Mob28_04.2009
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Weniger LSVA-Erträge (Im Blickpunkt-3)
Der Schweizerische Nutzfahrzeugverband ASTAG reagiert verärgert auf das präventive Gejammer der Bundesbehörden über angebliche Mindererträge bei der LSVA wegen des Wirtschaftseinbruchs. Betroffen vom Wirtschaftseinbruch sind nämlich in erster Linie Wirtschaft und Transportunternehmen und erst sekundär die öffentliche Hand. Die Bundesbehörden täten gut daran, den Gürtel jetzt enger zu schnallen und dem Verursacherprinzip bei der Finanzierung des öffentlichen Verkehrs auch tatsächlich Rechnung zu tragen.
Aufgrund der Wirtschaftskrise, die sich auch auf den Transport auswirkt, rechnet die Oberzolldirektion (OZD) mit Mindereinnahmen von 200 Mio. Franken bei der LSVA. Weitere 50 Millionen dürften bei der Mehrwertsteuer fehlen. Damit fehlen voraussichtlich Gelder im FinöV-Fonds, weswegen der öffentliche Verkehr in den Medien bereits zum Opfer der Wirtschaftskrise emporstilisiert wurde. Die staatlichen Säckelmeister haben deshalb vorsorglich neue Finanzierungsquellen zulasten der Wirtschaft und Allgemeinheit eingefordert.
Direktbetroffene KMU reagieren verärgert auf staatliches Gejammer
Beim Schweizerischen Nutzfahrzeugverband ASTAG, der die vom Konjunktureinbruch massiv betroffenen rund 5'000 KMU vertritt, ist die Verärgerung über solche Aussagen gross. Denn in Tat und Wahrheit ist es nicht der öffentliche Verkehr oder der Staat, die primär unter der Wirtschaftskrise leiden, sondern die Wirtschaft und die Transportunternehmen. Sie spüren den Einbruch an der Front, ohne dass sie gross darauf reagieren könnten. Deshalb täte es dringend not, die KMU rasch und massiv von bestehenden Kosten und administrativen Aufwänden zu entlasten. Nur so kann die tragfähige Basis für einen nachhaltigen Aufschwung gelegt werden.
Verursacherprinzip statt Quersubventionierung
Die ASTAG unterstützt es deshalb auch, dass die Finanzierungsmechanismen für die Verkehrsinfrastruktur umgehend analysiert und neu geordnet werden, wie dies der Wirtschaftsdachverband economiesuisse gefordert hat. Es ist an der Zeit, dass im öffentlichen Verkehr endlich vollumfänglich dem Verursacherprinzip Rechnung getragen wird. Es bringt nichts, mittels Quersubventionierung aus dem Strassenverkehr ein krankes System aufrechterhalten zu wollen. Eine Neuregelung wäre insbesondere auch im Interesse eines konkurrenzfähigen öffentlichen Verkehrs, auf den die Schweizer Gesellschaft und Wirtschaft nach Ansicht der ASTAG sehr wohl auch angewiesen ist.
Neuordnung der Infrastrukturfinanzierung notwendig
Angesichts der jüngsten Entwicklungen stellt sich die ASTAG zudem die Frage, wie der Bund längerfristig die Infrastrukturinvestitionen finanzieren will, wenn die allseits angestrebte und hoch gelobte Verlagerungspolitik mit Zwangsmassnahmen tatsächlich funktionieren und der Strassentransport planwirtschaftlich kontingentiert werden sollte. Denn in diesem Falle würden noch mehr LSVA-Gelder wegfallen, womit eine der wichtigsten Einnahmequellen wegfallen würde! Die momentane Entwicklung der Wirtschaft zeigt dies mit aller Deutlichkeit.
Quelle: ASTAG Schweizerischer Nutzfahrzeugverband
Mob27_04.2009
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KMU-Portal des SECO sucht Firmengründer (Im Blickpunkt-4)
Das KMU-Portal des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO ist mit seinem Gründerschalter erstmals an der Orbit präsent. Wer vom 12. bis 15. Mai 2009 sein Unternehmen live an der Orbit zur Gründung anmelden will, kann dies im «Startup Park» (Halle 4 / Stand C40) tun. Live-Gründern winkt eine Belohnung! Das KMU-Portal zieht fünf Gewinner, denen es die Gründungskosten bis zu einem Maximalbetrag von 2`000 Franken pro Unternehmen bezahlt.
Im Zeichen der Globalisierung verliert der geographische Ursprungsort eines Unternehmens zunehmend an Bedeutung. Es verstärkt sich der Wettbewerb um die besseren staatlichen Rahmenbedingungen als ein wesentlicher Standortfaktor. Dabei spielen E-Government-Lösungen eine immer wichtigere Rolle. Was früher in der öffentlichen Verwaltung über Papierdokumente abgewickelt wurde, findet im E-Government elektronisch statt. Die Unternehmen werden dadurch administrativ entlastet und haben mehr Zeit für Innovationen. Von Administrativlasten besonders betroffen sind die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU).
Im Jahr 2000 beauftragte der Bundesrat das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO ein KMU-Portal zu entwickeln. Die Website www.kmu.admin.ch wurde seither laufend ausgebaut und präsentiert heute Wissenswertes von der Gründung bis hin zur Nachfolgeregelung eines Unternehmens. Viel Zeit und Geld lässt sich mit den verfügbaren Online-Services sparen. Ein Neugründer kann beispielsweise seine Firma online zur Gründung bei Handelsregister, Mehrwertsteuer, AHV und Unfallversicherung anmelden. Gemäss einer Studie der Zürcher Hochschule Winterthur beträgt die Zeitersparnis 50% im Vergleich zu einer Gründung auf dem herkömmlichen Weg. Ebenfalls online verfügbar sind der Betreibungsschalter, Handels- und Strafregisterauszüge, Markenanmeldung sowie das elektronische Lohnmeldeverfahren.
Vom 12. bis 15. Mai 2009 ist das KMU-Portal mit seinem Gründungsschalter live an der Orbit präsent. Der Auftritt an der Orbit kam Dank der Zusammenarbeit mit dem IFJ Institut für Jungunternehmen zustande, welches dort den ,Startup Park" organisiert. Wer sein Unternehmen live an der Orbit zur Gründung anmelden will, kann dies in der Halle 4 am Stand C40 tun. Live-Gründern winkt eine Belohnung! Das KMU-Portal zieht fünf Gewinner, denen es die Gründungskosten (Notariats- und Handelsregistergebühren) bis zu einem Maximalbetrag von 2`000 Franken pro Unternehmen bezahlt.
Quelle: Staatssekretariat für Wirtschaft, Bern
Mob26_04.2009
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Geschäftsbericht über Unfälle bei Bahnen und Schiffen veröffentlicht (Im Blickpunkt-5)
Im vergangenen Jahr gingen bei der Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe (UUS) über 300 Meldungen ein. Darüber informiert der Geschäftsbericht, den die UUS erstmals zuhanden der Öffentlichkeit verfasst hat.
Exakt 303 Meldungen über Vor- und Unfälle trafen 2008 bei der UUS ein. 72 Meldungen ging sie vor Ort nach. Die UUS untersucht Unfälle mit Schwerverletzten, Toten und hohem Sachschaden, schwere Vorfälle sowie angedrohte und ausgeführte Sabotageakte bei Eisenbahnen, Seilbahnen, Strassenbahnen und Schiffen. Beispielsweise beschäftigte sie sich auch mit dem Seilbahnunfall auf der Wengernalp, bei dem im Januar 2008 neun Touristen zum Teil schwer und eine Frau gar tödlich verletzt wurden.
Die seit dem Jahr 2000 bestehende UUS übt ihre Tätigkeit unabhängig vom Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation aus.
USS-Geschäftsbericht abrufbar (PDF) > hier
Die Berichte zu den einzelnen Untersuchungen sind unter www.uus.admin.ch abrufbar.
Quelle: UUS Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe, Bern
Mob25_04.2009
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Verordnung über die Treibstoffökobilanz in Kraft gesetzt (Im Blickpunkt-2)
Bundesrat Leuenberger setzt auf den 15. April die departementale Verordnung über die Treibstoffökobilanz von biogenen Treibstoffen in Kraft. Diese konkretisiert die Anforderungen an den Nachweis der positiven ökologischen Gesamtbilanz für Steuererleichterungen von biogenen Treibstoffen. Zudem regelt sie das Prüfverfahren des Bundesamts für Umwelt BAFU.
Das Parlament hat 2007 mit der Verabschiedung des Mineralsteuergesetzes die Grundlagen geschaffen, damit biogene Treibstoffe, d.h. Treibstoffe aus erneuerbaren Rohstoffen, von der Mineralölsteuer befreit werden können. Biogene Treibstoffe verursachen in der Regel weniger Treibhausgasemissionen als fossile Treibstoffe aus Erdöl. Das Parlament machte aber die Förderung biogener Treibstoffe auch davon abhängig, dass diese Treibstoffe über den ganzen Lebensweg keine wesentlich höhere Umweltbelastung verursachen als dies bei konventionellen fossilen Treibstoffen der Fall ist. Der Bundesrat hat in der Mineralölsteuerverordnung die ökologischen und sozialen Mindestanforderungen für eine Steuererleichterung festgelegt. Die geänderte Mineralölsteuergesetzgebung ist am 1. Juli 2008 in Kraft getreten.
Die Treibstoffökobilanz-Verordnung des UVEK, welche am 15. April in Kraft tritt, regelt nun im Detail, welche Angaben ein Importeur oder inländischer Hersteller liefern muss, damit überprüft werden kann, ob für den entsprechenden Treibstoff der Nachweis der positiven ökologischen Gesamtbilanz gemäss Mineralölsteuergesetzgebung erbracht ist.
Anforderungen an den Nachweis und Prüfverfahren
Die Steuererleichterung soll nur Treibstoffen zugute kommen, welche effektiv vom Anbau der Rohstoffe bis zum Verbrauch der Treibstoffe im Vergleich zu fossilem Benzin 40 Prozent weniger klimawirksame Treibhausgase verursachen, dabei die Umwelt nicht erheblich mehr belasten sowie weder Regenwald noch die biologische Vielfalt gefährden. Damit ist in der Praxis ausgeschlossen, dass biogene Treibstoffe aus Getreide, Mais, Soja oder Palmöl von der Steuererleichterung profitieren.
Die verlangten Angaben müssen verständlich, nachvollzieh- und überprüfbar sein. Sie umfassen detaillierte Informationen und Belege zum Lebensweg von Treibstoffen. Die Gesuchsteller müssen auch Angaben liefern zum Ort des Anbaus und zur Nutzung der Anbaufläche vor dem Anbau der Rohstoffe, zur Einhaltung der Umweltvorschriften und zur Einhaltung einer guten landwirtschaftlichen Praxis beim Anbau.
Das BAFU prüft die Plausibilität und Richtigkeit der Angaben und verlangt bei Bedarf zusätzliche Informationen. Anhand der vom inländischen Hersteller oder Importeur gelieferten Angaben zum Lebensweg der Treibstoffe bilanziert das BAFU die Treibhausgase und die Gesamtumweltbelastung, und anhand der Angaben zum Anbauort und der Anbaupraxis prüft das BAFU, ob die biologische Vielfalt sowie der Regenwald nicht durch den Anbau gefährdet sind. Die Prüfung für Treibhausgase und Gesamtumweltbelastung erfolgt nach der Methode der ökologischen Knappheit (siehe Kasten).
Falls nachgewiesen werden kann, dass die Treibstoffe nach anerkannten nationalen oder internationalen Normen hergestellt wurden, welche mit der Gesetzgebung gleichwertig sind, kann das BAFU Importeure oder inländische Hersteller von der Pflicht befreien, bestimmte Angaben zu liefern.
Das BAFU verfasst für die federführende Oberzolldirektion einen Prüfbericht. Diese entscheidet über die Gewährung einer Steuererleichterung.
Vorreiterrolle der Schweiz
Die vorliegende Gesetzgebung (Mineralölsteuergesetz, -verordnung und Treibstoffökobilanzverordnung) betrachtet die Belastung des Klimas und der Umwelt über den ganzen Lebensweg der Treibstoffe, also vom Anbau der Rohstoffe, über die Herstellung der Treibstoffe und die Transporte bis zum Verbrauch durch die Konsumenten. Mit der Berücksichtigung dieses Lebensweg-Ansatzes in der Gesetzgebung nimmt die Schweiz eine Vorreiterrolle ein. Zudem werden mit den verbindlichen ökologischen und sozialen Anforderungen für die Steuerleichterung hohe Hürden gesetzt. Allerdings machen die zur Zeit tiefen Treibstoffpreise den Einsatz von biogenen Treibstoffen wenig interessant. Dank der auch im internationalen Vergleich sorgfältigen und strikten Regelung sollten aber auch bei hohen Preisen die Steuererleichterungen auf problemlose Treibstoffe beschränkt, bleiben.¨
(Kasten) Aktualisierte BAFU-Publikation ,Methode der ökologischen Knappheit - Ökofaktoren 2006"
Gleichzeitig mit der Verabschiedung der Treibstoffökobilanz-Verordnung veröffentlicht das Bundesamt für Umwelt BAFU die aktualisierte Publikation ,Methode der ökologischen Knappheit - Ökofaktoren 2006". Sie erscheint in der BAFU-Schriftenreihe Umwelt-Wissen und enthält eine aktualisierte und erweiterte Liste von Ökofaktoren, die beim Erstellen einer Ökobilanz berücksichtigt werden müssen.
Letztmals hatte das BAFU 1997 eine Liste von Ökofaktoren publiziert. In der Zwischenzeit haben sich die politischen und gesetzgeberischen Rahmenbedingungen sowie die Emissionssituation verändert. Neu eingeführte Massnahmen haben zu Emissionsreduktionen geführt, neue Umweltziele sind dazugekommen. Eine Überarbeitung der Faktoren war daher angezeigt.
Die Methode der ökologischen Knappheit beurteilt die Umwelteinwirkungen mittels so genannter Umweltbelastungspunkte (UBP), weshalb sie auch als UBP-Methode bekannt ist. Zentrale Grösse sind die Ökofaktoren, welche die Umweltbelastung einer Schadstoffemission resp. einer Ressourcenentnahme in der Einheit UBP pro Mengeneinheit angeben. Die Methode wird insbesondere auch für die Ökobilanzierung der biogenen Treibstoffe verwendet.
Quelle: Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
Mob24_04.2009
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Europas Großflughäfen rittern um Vormachtstellung (Im Blickpunkt-3)
Ausbau von London-Heathrow weiter strittig - Frankfurt punktet. Eine Koalition von Anwohner- und Umweltorganisationen geht rechtlich gegen die Erweiterung des Flughafens Heathrow vor. Das politische Konsultationsverfahren soll fehlerhaft geführt worden sein. Londons Bürgermeister Boris Johnson hat sich für den Bau eines neuen Großflughafens im Mündungsgebiet der Themse ausgesprochen. Einer Entscheidung der britischen Regierung zufolge benötigt Englands einzige Luftfahrtdrehscheibe jedoch dringend eine dritte Startbahn. Der internationale Wettbewerb werde härter und die bestehenden Kapazitäten des Flughafens seien seit langem ausgereizt. Die liberalen Demokraten stehen an der Spitze einer breit aufgestellten politischen Opposition.
"Die britische Wirtschaft benötigt einen leistungsfähigen Großflughafen als Tor zu den globalen Märkten", gibt Jo Valentine, CEO der Unternehmerorganisation London First, unmissverständlich zu verstehen. Mit einem Verkehrsaufkommen von jährlich rund 70 Mio. Passagieren nimmt Heathrow die Spitzenposition unter Europas Hubairports ein. Der Luftverkehrsknotenpunkt im Westen Londons stößt jedoch an logistische und naturräumliche Grenzen. Regelmäßige Verspätungen und Schwierigkeiten beim Gepäcktransfer stehen auf der Tagesordnung. Die Wachstumspotentiale kontinentaleuropäischer Flughäfen wie Paris oder Frankfurt scheinen wegen ihrer weniger innenstädtischen Verortung langfristig größer. Außerdem überlappen sich die Einzugsgebiete führender Airports in Westeuropa zunehmend durch den Anschluss an Hochleistungsbahnnetze.
Die Vorherrschaft Heathrows scheint auch durch den weiteren Ausbau des Frankfurter Flughafens www.fraport.com gefährdet . Die Betreibergesellschaft Fraport AG investiert in den nächsten Jahren mehr als vier Mrd. Euro. "Durch den Bau einer neuen Nordwest-Landebahn sowie aufgrund der Errichtung des neuen Terminal 3 werden wir unseren Kunden als einer der weltgrößten Hubflughäfen erstklassige Services anbieten können", sagte Wilhelm Bender, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, im Januar. Die Anzahl der Flugbewegungen wird von 500.000 auf 700.000 im Jahr gesteigert. Frankfurt erwartet 2020 ein Verkehrsaufkommen von 88 Millionen Passagieren. "Der Flughafen wird 2020 sicher zu den drei Größten Europas gehören. Der Ausbau bringt einen Kapazitätszuwachs von 50 Prozent", sagt Wolfgang Schwalm vom Flughafenbetreiber Fraport im Gespräch.
Unter Bezugnahme auf den harten Wettbewerb sprach sich auch die British Airports Authority (BAA) im Gleichklang mit Wirtschaft und Gewerkschaft mehrfach für eine dritte Rollbahn in Heathrow aus. Das von der Stadt London favorisierte Alternativprojekt stößt hingegen auf Ablehnung. Ein neuer Großflughafen im Osten der Stadt würde Heathrow auch nicht zur Gänze ersetzen, berichtete die BBC. Zudem finden 172.000 Personen im größten Unternehmen West-Londons Arbeit, Tendenz im Falle eines Ausbaus klar steigend. Durch den separaten Betrieb der Startbahnen könnten jährlich 330.000 Tonnen an CO2-Emissionen eingespart werden, heißt es seitens der Gewerkschaft Unite www.unitetheunion.com.
Nach Einschätzung der Anwohnerorganisation 2M Group of 23 Boroughs www.2mgroup.org.uk wäre eine weitere Startbahn ein Desaster. Die Lärmbelästigung sei in der Nähe der Einflugschneisen schon jetzt unerträglich."Die Entscheidung für eine dritte Startbahn lässt sich mit den Klimaschutzzielen Großbritanniens nicht vereinen", sagt David Norman, Planungsleiter des WWF in Großbritannien. Die Regierung dürfe ihre ökologische Pflicht nicht durch eine zuwiderlaufende Politik unterhöhlen.
Quelle: pte, London/Frankfurt
Mob23_04.2009
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Mobilfunkanbieter keilen weniger Neukunden (Im Blickpunkt-4)
Mobilfunkanbieter haben im vierten Quartal 2008 weltweit 162 Mio. Menschen zu neuen Vertragsabschlüssen bewegt. Dem World Cellular Data Metrics Report der Londoner Beratungsfirma Informa Telecoms & Media zufolge entspricht dies einem Rückgang von durchschnittlich 15 Prozent. Das gewöhnlich stärkste Quartal des Jahres war im Vorjahr das Schwächste, berichtet die Financial Times. Die Gründe für das verlangsamte Wachstum seien nicht allein in der Rezession zu suchen. Das stockende Wachstum im Bereich der mobilen Datenservices trifft insbesondere Anbieter in Nordamerika und Europa hart. Die positive Entwicklung des Geschäftszweigs mobile Datendienste neutralisierte bis zuletzt Rückschläge infolge von Marktsättigung im Segment Mobiltelefonie.
"Die Umstrukturierung des potenziell größten Telekommunikationsmarkts China sowie der hohe Sättigungsgrad der europäischen und nordamerikanischen Märkte sind bei der Beurteilung des global verlangsamten Wachstums mitzudenken," sagt Nick Jotischky, Chefanalyst von Informa. Es handle sich um Datenaggregate und die von der Studie umfassten Märkte seien hinsichtlich ihrer Struktur und Entwicklung sehr unterschiedlich. Insbesondere Anbieter in zuletzt stark wachsenden Märkten wie Indonesien, Pakistan, Bangladesh und den Philippinen konnten zum Jahresende sehr viel weniger potenzielle Klientel überzeugen. Es wurden die schwächsten Nettozuwächse seit Jahren verzeichnet. Im Vergleich mit dem vierten Quartal 2007 konnten asiatische Anbieter insgesamt rund 20 Mio. weniger Neukunden hinzugewinnen. Die Nachfrage in den weniger entwickelten Märkten Afrikas und im Nahen Osten - durchschnittlich 38 Prozent der regionalen Bevölkerung telefoniert dort mobil - erschien hingegen weniger elastisch.
"In Österreich waren die Ergebnisse für die vergangenen Quartale hervorragend. Gerade bei mobilem Breitband gab es bei uns im Jahr 2008 überdurchschnittliche Zuwächse", sagt hingegen Jan Trionow, CTO von Hutchison 3G Austria, im Gespräch. Das Interesse an mobilem Breitband sei in Österreich überdurchschnittlich groß. Angesichts eines für die mobile Datenübertragung prognostizierten weltweiten Preisverfalls bis 2012 bei gleichzeitig massiver Zunahme der zu übertragenden Datenvolumina werden clever adaptierte Geschäftsmodelle und innovative Technik für positive Bilanzen dennoch nötig sein.
"Die Aufrüstung der Netze auf HSPA+ sowie der künftige Standard LTE werden die Nutzung von Datendiensten sicher noch weiter steigern", gibt sich Trionow zuversichtlich. Die Preise seien in Österreich im internationalen Vergleich ohnedies auf niedrigem Niveau. Aufgrund des harten Wettbewerbs werde sich daran auch nichts ändern, so Trionow weiter. Die Nutzung gemeinsamer Ressourcen stellt eine weitere Chance dar. So bieten Hutchison Austria und Orange ab sofort gemeinsame Marketingservices an. Über die Plattform www.mobile-marketing.at offerieren die Mobilfunkunternehmen ein betreiberübergreifendes Vermarktungspaket für ihre Webportale.
Nach zehn Jahren ungezügelten Wachstums scheint in der Branche dennoch eine neue Zeitrechnung zu beginnen. Erstes Anzeichen dafür sei die kräftige Durchmischung von Marktanteilen bei den Endgeräteherstellern, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung. In Zeiten von iPhone, Blackberry und Minilaptop verliert Branchenprimus Nokia zudem deutlich an Einfluss.
Quelle: pte, London/Wien
Mob22_04.2009
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Lieferantenprobleme bedrohen Unternehmen (Im Blickpunkt-5)
Weil immer mehr bedeutende Lieferanten der ehemals rasant wachsenden Märkte Russland und Osteuropa vor enormen Finanzproblemen stehen, drohen bei Insolvenz vor allem für die in Zentraleuropa ansässigen Unternehmen enorme Versorgungsengpässe. Die Nervosität auf die Lieferanten zeigt sich hierzulande vor allem bei den Einkaufsleitern. Derzeit sind rund 57 Prozent der Meinung, dass sich die anhaltende Verschlechterung die finanziellen Lage ihrer Lieferanten langfristig betrachtet negativ auf die eigene Geschäftssituation auswirken könnte. Dies ist das Fazit des CPO Club Risk Index, der vierteljährlich von der Beratungsgesellschaft A.T. Kearney www.atkearney.com erhoben wird. Da die Einschätzung eines Großteils der Einkaufsleiter die Wirtschaftslage reflektiert, bleibt eine Trendwende damit vorerst aus.
"Die Wirtschaftslage bleibt nach wie vor weiter angespannt. Insolvenzgefährdete Lieferanten verschärfen das allgemeine Risiko zusätzlich", sagt Jules A. Goffre, Partner bei A.T. Kearney und Leiter der funktionalen Practice Supply Management, auf Nachfrage. Laut dem Experten ist derzeit noch kein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. "Unter den gegebenen Rahmenbedingungen ist davon auszugehen, dass die Lage in den kommenden Quartalen schwierig bleibt", erläutert Goffre weiter. Da auch die Wachstumsprognosen bescheiden ausfallen, ist demzufolge nicht mit einem baldigen Aufschwung zu rechnen. Vor allem die Erwartungshaltung bezüglich Russland haben sich durch die Weltwirtschaftskrise abgeschwächt. Neben der anhaltenden Verschlechterung der finanziellen Lage der Lieferanten nannten 43 Prozent der Befragten fehlende oder weiter zurückgehende Investitionen als Trend im aktuellen Jahr. Nur fünf Prozent sehen Verbesserungen im Lauf des ersten Quartals.
Positiv beurteilen die befragten Einkaufsleiter hingegen, dass sich die Geschäftslage mit Blick auf die sinkenden Materialkosten infolge fallender Rohstoffpreise positiv entwickelt hat. Der wirtschaftliche Abschwung konnte den Preisdruck der Inputfaktoren teils etwas abschwächen. Eine wachsende Fluktuation der Währungen hat mit 45 Prozent knapp die Hälfte der befragten Unternehmen hingegen negativ beeinflusst. Besonders düster wird die Situation für Russland beurteilt. "Wie konsistent sich das Bild in Bezug auf Russland verschlechtert hat, war für uns bei der Auswertung der Daten sehr überraschend. Hierbei darf man jedoch nicht vergessen, dass der Reichtum Russlands zum Großteil auf Rohstoffen basiert", unterstreicht Goffre im Interview. So gaben 74 Prozent der Einkaufsleiter an, dass ihre eigene wirtschaftliche Lage in den vergangenen drei Monaten von den Problemen in Russland negativ beeinflusst wurde.
Negative Tendenzen konnten neben Russland auch für Osteuropa (30 Prozent), China (37 Prozent) und Lateinamerika (32 Prozent) festgestellt werden. Nur 16 Prozent erwarten Verbesserungen in Indien. Auch beim Thema Finanzstabilität zeigen sich Verschlechterungen im Vergleich zum Vorjahr. Die Situation in den westlichen Industrienationen wie den USA (67 Prozent), Großbritannien (63 Prozent) und der Eurozone (45 Prozent) sowie Russland (67 Prozent) und Osteuropa (42 Prozent) sorgt bei den befragten Einkaufsmanagern für großes Kopfzerbrechen. Stagnation herrscht lediglich in China und Brasilien, während für Indien weitestgehend Optimismus vorherrscht. "Angesichts dieser schwierigen Wirtschaftslage wäre es nicht richtig, wenn Unternehmen nur auf eine kurzfristige Optimierung der Kostenposition setzen, sondern vor allem den Weg einer nachhaltigen Restrukturierung einschlagen", fügt Goffre abschließend hinzu.
Quelle: pte, Düsseldorf
Mob21_04.2009
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HANNOVER MESSE 2009, 20. bis 24. April mobilisiert Stärken der Industrie (Veranstaltungen + Archiv 2)
- Rund 210 000 Besucher aus über 80 Ländern
- Partnerland Korea präsentiert Hochtechnologien
- MobiliTec: Neue Leitmesse für Mobilitätstechnologien ab 2010
Die HANNOVER MESSE 2009 hat mitten in der schweren Wirtschaftskrise ein Zeichen der Entschlossenheit der Industrie gesetzt. 'Fünf Tage Messe haben Aussteller und Besucher darin bestätigt, sich auf ihre Stärken zu besinnen. Die Beteiligten verlassen Hannover mit der Entschlossenheit, die Chancen zu nutzen, die sich trotz aller Probleme in dieser Zeit bieten', sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Messe AG, Dr. Wolfram von Fritsch, zum Abschluss der HANNOVER MESSE am Freitag in Hannover. 'Die Aussteller haben gezeigt, dass die Innovationskraft der Industrie ungebrochen ist. Im Mittelpunkt der Messe standen nicht Ursache und Verlauf der Krise, sondern Ansätze zur Lösung.'
Rund 210 000 Besucher - jeder vierte davon aus dem Ausland - kamen in den vergangenen Tagen nach Hannover. Von den internationalen Besuchern kamen rund 70 Prozent aus Europa, 19 Prozent aus Asien und 7 Prozent aus Amerika. Die stärksten Besucherländer waren die Niederlande, Österreich, Belgien, Indien, Dänemark und Italien. 'Angesichts der restriktiven Reiserichtlinien in vielen Unternehmen liegt diese Zahl deutlich über unseren Erwartungen', so von Fritsch. Dieses Ergebnis zeige, dass die Attraktivität der HANNOVER MESSE ungebrochen sei. 'Aussteller und Besucher wissen um die Stärke der HANNOVER MESSE. Die Branchenvielfalt, die Internationalität und die Themenführerschaft machen die Veranstaltung für viele Unternehmen unverzichtbar.'
Auch die zentralen Branchenverbände zogen ein positives Fazit: 'In Hannover herrschte überwiegend eine positive Stimmung bei den deutschen Maschinen- und Anlagenbauern - trotz der schwierigen Lage in Teilbereichen des Maschinenbaus', berichtete Dr. Hannes Hesse, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). 'Die HANNOVER MESSE ist ihrer Rolle als Stimmungsbarometer nachgekommen.' Auch der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) spiegelt dieses Bild wider. 'Die Stimmung auf der Messe ist wesentlich besser als die Zahlen der Elektroindustrie', stellte Friedhelm Loh, Präsident des ZVEI fest. 'Die Gespräche, die unsere Mitglieder hier auf der HANNOVER MESSE mit Kunden und Interessenten führen konnten, waren von hoher Qualität. Deshalb besteht die berechtigte Hoffnung, dass der Tiefpunkt des Abschwungs bald erreicht ist und es im zweiten Halbjahr 2009 erste Anzeichen für eine Erholung gibt.'
Bei den Ausstellerzahlen festigte die HANNOVER MESSE ihre Position als weltweit bedeutendstes Technologieereignis: 6 150 Aussteller aus 61 Nationen präsentierten ihre Produkte auf 224 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Über 4 000 Weltneuheiten wurden auf der Messe vorgestellt - ebenfalls ein Spitzenwert. Auffallend war die hohe Internationalität der Aussteller: Fast die Hälfte kam aus dem Ausland, vor allem aus Italien, China, Südkorea, der Türkei und Indien.
13 parallel stattfindende Leitmessen zeigten einen Querschnitt durch die gesamte Welt der Industrie - von der industriellen Automation, der Antriebstechnik über Energie und Zulieferung bis hin zu Forschung und Entwicklung. Das Leitthema 'Energieeffizienz in industriellen Prozessen' zog sich durch alle Messehallen und präsentierte Möglichkeiten eines effizienten Einsatzes von Ressourcen sowie energieeffiziente Produkte und Verfahren.
Das Thema Energieeffizienz fand sich auch in den Veranstaltungen des Rahmenprogramms wider: In zahlreichen Podiumsdiskussionen, Foren und Kongressen diskutierten die Experten unter anderem über Wege zu einer nachhaltigen und gleichzeitig effizienten Energienutzung und -verteilung. Auf dem WORLD ENERGY DIALOGUE wurden unter dem Motto 'Sicherheit der Energieversorgung' Strategien für einen ausgewogenen Energiemix sowie dessen zuverlässige Bereitstellung und Verteilung diskutiert.
Neben dem industriellen Energieverbrauch stand auch die Energieerzeugung im Mittelpunkt: Die neue Leitmesse Wind konnte mit 156 Ausstellern einen Premierenerfolg verbuchen und sich erfolgreich als zentrale Plattform der boomenden Windenergiebranche positionieren. Im Zusammenspiel mit den Leitmessen Energy (konventionelle und regenerative Energieerzeugung) und Power Plant Technology (Planung, Bau und Betrieb von Kraftwerken) wurde damit der Energiemix der Zukunft in Hannover abgebildet.
Hervorragend angenommen wurde das Thema Elektromobilität. Auf der Sonderschau 'E-Motive' präsentierten Hersteller von Fahrzeugen, Systemen und Komponenten Technologien für elektrische und hybride Antriebe. Die HANNOVER MESSE bildet seit langem Mobilitätstechnologien ab und wird diese erstmals im Jahr 2010 gebündelt im Rahmen der neuen Messe 'MobiliTec' zeigen. Ausstellungsschwerpunkte werden Mobilitätstechnologien sein, unter anderem hybride und elektrische Antriebe, mobile Energiespeicher sowie alternative Kraft- und Brennstoffe.
Der Bereich der industriellen Zulieferung bekommt mit 'IndustrialSupply' nicht nur einen neuen Namen, sondern wird auch inhaltlich und konzeptionell erweitert, unter anderem um das Thema Leichtbau.
Partnerland der HANNOVER MESSE 2009 war die Republik Korea, die mit einer starken Präsentation in den Bereichen Industrieautomation, Energie, Antriebstechnik und Zulieferung überzeugte. 210 Aussteller zeigten dazu ihre Lösungen und schlossen neue oder vertieften bestehende Geschäftskontakte. Ein Beispiel dafür ist das Memorandum of Understanding (MOU), das vom Forschungszentrum Jülich und dem Korea Institute of Energy Research (KIER) unterzeichnet wurde: Die beiden Einrichtungen wollen künftig im Bereich der Brennstoffzellenforschung zusammenarbeiten.
Dem Nachwuchs gab die HANNOVER MESSE 2009 viele neue Anregungen, zum Beispiel mit der Jobbörse Job & Career Market, auf denen Aussteller nach Fach- und Nachwuchskräften suchten. Die Nachwuchsinitiative TectoYou begeisterte in diesem Jahr mehr als 10 000 junge Menschen für Technik. 250 Schulklassen und Studentengruppen reisten aus dem gesamten Bundesgebiet an. 60 geschulte Guides begleiteten die angemeldeten Gruppen jeden Tag über das Messegelände.
Abschließend bilanzierte Messe-Vorstand von Fritsch: 'Es waren fünf Tage voller Dynamik. Die gesamte Messe war eine Botschaft des Unternehmertums: Mut, Ideenreichtum und Optimismus.'
Die nächste HANNOVER MESSE findet vom 19. bis 23. April 2010 statt.
Weitere Informationen unter www.hannovermesse.de.
Quelle: Hannover Messe
Mob20_04.2009
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Bild: NAVSTAR – GPS-Satellit der zweiten Generation
Satellit (Raumfahrt) (Im Blickpunkt-rechts)
Ein (künstlicher) Satellit (lat. Leibwächter) ist in der Raumfahrt ein künstlicher Raumflugkörper, der einen Himmelskörper – wie einen Planeten oder einen Mond – auf einer elliptischen oder kreisförmigen Umlaufbahn zur Erfüllung wissenschaftlicher, kommerzieller oder militärischer Zwecke umrundet. Künstliche Satelliten, die auf einer eigenen Umlaufbahn einen anderen Körper als die Erde zu seiner Erforschung umlaufen, werden Orbiter genannt.
Dem gegenüber stehen die natürlichen Satelliten, welche auch als Monde oder Trabanten bezeichnet und gesondert behandelt werden.
Quelle: wikipedia.org
Mob19_04.2009
Mehr zum Thema Satellit (Raumfahrt) - hier >
Mehr zu Solarfarm im Weltall wird Realität mehr>
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Bild: Satelliten werden seit 45 Jahren mit Solarenergie versorgt (Foto: nasa.gov)
Solarfarm im Weltall wird Realität (Im Blickpunkt-links)
US-Energieversorger will ab 2016 Sonnenenergie aus dem All beziehen. Das kalifornische Energieversorgungsunernehmen Pacific Gas & Electric (PGE) www.pge.com hat angekündigt, eine Solarfarm im Weltraum errichten zu wollen. Der Konzern will dabei mit dem Startup-Unternehmen Solaren kooperieren, das die Solarfabrik im Weltall bauen soll. Wie das Branchenportal Cnet berichtet, wurde vereinbart, dass Solarens Space Solar Plant (SSP) 200 Megawatt Energie an PGE liefert. Laut Gary Spirnak, CEO von Solaren, sollen die Lieferungen ab 2016 aufgenommen werden.
Solarparks im Weltraum werden schon seit längerem von Experten und Wissenschaftlern diskutiert. Bislang wagte sich jedoch noch kein Unternehmen an die Umsetzung. Solaren will nun Solarpanele mit Satelliten in den Weltraum schicken, wo sie stets optimal zur Sonne ausgerichtet werden und Sonnenenergie gewinnen. Die Elektrizität wird an Bord des Satelliten in Hochfrequenz umgewandelt und auf diese Weise zur Erde geschickt. Der Empfänger stellt die Rückwandlung in elektrischen Strom sicher und speist diesen in das Netz ein.
"Die SSP-Station wird das erste derartige System sein, das im Weltraum Solarenergie für die Nutzung auf der Erde gewinnt", sagt Spirnak. Als Grundtechnologie werden herkömmliche Kommunikationssatelliten zum Einsatz kommen. "Diese Satelliten nutzen seit 45 Jahren Sonnenengergie, um die eigenen Komponenten mit Strom zu versorgen. Sie senden wiederum Hochfrequenzsignale zur Erde, um Daten zu übertragen", erläutert der Solaren-CEO. Die Solarfarm nutze denselben Umwandlungsprozess.
Der Hauptvorteil der Solarfarm im Weltraum ist, dass Solarenergie rund um die Uhr gewonnen werden kann. "Selbst wenn es auf der Erde Nacht ist oder bewölktes Wetter herrscht, können die Solarsatelliten die Energiegewinnung zu 100 Prozent durchführen", streichen die Solaren-Entwickler hervor. Während die Argumente für die Technologie auf der Hand liegen, bereiten die Kosten für eine derartige Anlage Probleme und hinderten die Entwickler bislang an der Realisierung. "Wir haben Prototypen der SSP-Station konstruiert und zugleich ein Entwicklerprogramm ins Leben gerufen, um eine Kostenreduktion zu erreichen", sagt Spirnak.
Neben den Labortests plant Solaren jedoch auch Feldversuche, in deren Rahmen Testsatelliten ins All geschickt werden sollen. Die technischen Herausforderungen für die Realisierung des Solarparks sind dennoch enorm. Zu diesem Schluss kam beispielsweise eine Untersuchung im Auftrag des Pentagons aus dem Jahre 2007. Demnach wäre ein einfacher Kraftwerkssatellit mehr als zehnmal so groß wie die ISS. Allein der Transport der einzelnen Komponenten würde eine enorme finanzielle Belastung bedeuten. Auftraggeber PGE gibt sich dennoch zuversichtlich und vertraut auf die Erfahrung der Solaren-Techniker. Zwar gibt es keine genaueren Informationen zu finanziellen Details. PGE-Sprecher Jonathan Marshall meint jedoch, dass die Kosten vergleichbar seien mit jenen, die bei Verträgen über andere erneuerbare Energien anfallen würden.
Mehr zum Thema Satellit (Raumfahrt) - hier >
Quelle: pte, San Francisco
Mob18_04.2009
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Sechs von zehn Mitarbeitern stehlen Unternehmensdaten (Im Blickpunkt-0)
Ex-Angestellte ziehen Nutzen aus Insider-Informationen. Immer mehr Unternehmen stehen dem Problem von Datenklau durch Ex-Mitarbeiter gegenüber. Laut einer aktuellen Untersuchung des Ponemon Institute http://ponemoninstitute.com stehlen sechs von zehn Angestellten interne Firmeninformationen, wenn sie gekündigt werden. Offenbar nutzen viele die vertraulichen Daten, um einen neuen Job zu bekommen, ein eigenes Unternehmen zu starten oder aber einfach nur aus Rache. "Diese Dinge geschehen aus Angst und Besorgnis", meint Mike Spinney vom Ponemon Institute gegenüber BBC News. Die Leute sorgten sich um ihre Jobs und wollten so auf Nummer sicher gehen. "Unsere Studie zeigte, dass 59 Prozent der Menschen sagen: 'Ich hole irgendetwas für mich dabei raus, wenn ich gehe'", so Spinney weiter.

Ponemon befragte 945 Erwachsene in den USA, die ihren Arbeitsplatz verloren hatten. Alle Teilnehmer verfügten über geschützte Informationen wie Kundendaten, Kontaktlisten, Mitarbeiterdaten, Finanzberichte oder bestimmte Software-Tools. Wie aus den Untersuchungsergebnissen deutlich wird, kann die Weiterverwendung solcher Daten einem Unternehmen erheblichen finanziellen Schaden zufügen. Zu diesem Schluss kam auch eine ähnliche Studie der Sicherheitsfirma McAfee, die kürzlich präsentiert wurde. McAfee schätzt darin den globalen Schaden durch Datenklau, Hackerangriffe und Sicherheitsbrüche durch organisiertes Verbrechen auf rund eine Billion Dollar allein im vergangenen Jahr.
Ein Teil des Problems liege bei den Unternehmen selbst, diagnostiziert Ponemon auf Basis der Untersuchung. Viele würden zu sorglos mit Sicherheitsfragen umgehen und die Daten nicht ausreichend schützen. Nur 15 Prozent der Unternehmen, bei denen die Befragten angestellt waren, prüften Papier- oder elektronische Dokumente nach, die von den Mitarbeitern mit nach Hause genommen wurden. "Viele Firmen glauben, der Missbrauch von internen Informationen gehöre einfach zum Geschäft", sagt Spinney. Sie würden sich damit abfinden und den Datenklau einfach hinnehmen.
Erst vergangene Woche warnte auch der IT-Riese Microsoft davor, dass aufgrund des derzeit verstärkten Stellenabbaus von Unternehmen auch der Datenklau zunehmen könne. Viele Sicherheitsexperten schließen sich dieser Meinung an und prognostizierten bereits eine deutliche Zunahme von solchen Datenklau-Attacken vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise und den damit verbundenen Entlassungswellen.
Quelle: pte, Palo Alto
Mob17_04.2009
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Dubiose Anwälte locken Kapital-Anleger in die Falle (Im Blickpunkt-0)
Vermeintliche Anlegerschützer kassieren bei Gutgläubigen ab. Unter dem Deckmantel des Anlegerschutzes streben immer häufiger fragwürdige Kanzleien Klagen gegen Emissionshäuser oder Kapitalanlagegesellschaften an. Dabei prozessiert man gegen angebliche Prospektmängel und keilt Anleger mit sogenannter Kaltakquise, der unverhofften Kontaktaufnahme zur Neukundengewinnung. "Um Mandate zu erlangen, tun einige Kanzleien alles. Rechtliche und moralische Hemmschwellen werden überschritten und Anleger systematisch mit Tausenden Briefen und Postwurfsendungen massiv eingeschüchtert. Mit ernst gemeinter Rechtsvertretung hat dies nichts mehr zu tun", unterstreicht Anwalt Peter Mattil von der gleichnamigen Kanzlei auf Nachfrage.

Eine Ursache des Problems ist in dem hohen Wettbewerb unter Anwälten in Deutschland zu suchen. Daher richten findige Juristen ihren Fokus auf Nischenbereiche wie den Kapitalmarkt. In dieser wettbewerbsarmen Nische winken lukrative Honorare - und das, obwohl nur in den wenigsten Fällen ein begründbarer Einspruch gegeben ist. "Viele Kanzleien, die fragwürdige Klagen einbringen, haben zuvor noch nie auf diesem Gebiet gearbeitet und agieren insgeheim ausschließlich aus finanziellen Renditeerwägungen. Gutgläubige Mandanten werden damit zu Treibwild und sind leichte Beute", verdeutlicht Mattil auf Nachfrage. Laut dem Wirtschaftsrechtsexperten wüssten viele dubiose Kanzleien sogar, dass sie Prozesse verlieren und Klagen vor Gericht fallen gelassen werden. Anleger, die sich von derartigen Anwälten zum Einschreiten überreden lassen, bleiben somit häufig auf den Kosten sitzen.
Einem Bericht der Wirtschaftswoche nach kostet die "Rechtsberatung" durch profithungrige Anwälte deutschen Anlegern jährlich zwischen 20 und 30 Mrd. Euro. "Aufgrund des großen Verdrängungswettbewerbs hat sich die Masche mittlerweile zu einem Trend entwickelt. So werden Anleger hemmungslos verunsichert und rechtschaffende Fondsgesellschaften in den meisten Fällen zu Unrecht an den Pranger gestellt", sagt ein Brancheninsider im Gespräch. Dabei sei die Vorgangsweise oft in gleicher Form gestrickt. Beispielsweise stellen selbsternannte Anlegerschützer Fondsprodukten ein sogenanntes "Transparenz-Rating" aus, um Emissionshäusern einige Wochen später nach der zuvor bescheinigten hohen Transparenz ein Angebot zu unterbreiten. Lehnen die Firmen aber den Zugang zu internetorientierten und umsatzaktiven Vertriebsmodellen ab, würden Rachefeldzüge gestartet, weiß der Insider.
Aufgrund der großen Schwemme und damit dem Überangebot an Anwälten in Deutschland scheint das Geschäft mit fragwürdigen Mandaten ein lukrativer Weg zu sein, hohe Honorare einzustreichen. Allein 2007 wurden in der Bundesrepublik im Schnitt über 20 Prozent der bereits einmal angestellten Advokaten arbeitslos. Dadurch, dass in Deutschland jährlich knapp 10.000 neue Absolventen hinzukommen, herrscht ein aggressiver Verdrängungswettbewerb. "Bedingt durch die Finanzkrise und beträchtliche Verluste bei vielen Anlegern, scheinen sich diese besonders leicht von schwarzen Schafen zu unnötigen Klagen hinreißen lassen", erklärt Mattil. So gebe es Kanzleien mit eigenen Abteilungen, die täglich Handelsregister durchforsten, um an Adressen der Emissionshäuser und auch der Anleger zu gelangen. Auch würden standardisierte Rundschreiben massenweise verschickt.
"Bei dieser Art der Mandantenkeilerei verlieren alle Seiten. Das beklagte Unternehmen hat mit Rufschädigung zu kämpfen und der Anleger muss am Ende noch für die Prozesskosten aufkommen", meint ein betroffener Branchenvertreter im Gespräch. Kritisiert werden aber auch dubiose Fragebogenaktionen in Form von Postwurfsendungen. Der Online-Branchendienst fondstelegramm warf in dieser Hinsicht beispielsweise der Kanzlei Thieler & Partner 2007 "Bauernfängerei" vor. Im Vorjahr sorgte auch die Klage gegen den Fondsemittenten Fidura für Aufsehen. Damals hatte die Kanzlei Witt Nittel gegen angebliche Prospektmängel des ersten Fidura-Fonds geklagt. Den Stein für die Klage ins Rollen brachten damals Angriffe des selbsternannten Anlegerschützers Heinz Gerlach. Witt Nittel griffen die Vorwürfe auf und starteten einen Prozess gegen Fidura.
Die drei Senate des Oberlandesgerichts München entschieden in voneinander unabhängigen Urteilen, dass die von Witt Nittel behaupteten Prospektmängel nicht bestehen und die gegenständlichen Prospekte entsprechend fehlerfrei sind (AZ 8U 2677/08; AZ 10U 2332/08; AZ 23U 2544/08). Auch das Argument, mit Sammelklagen ließe sich das individuelle Kostenrisiko für die Anleger senken, lassen Rechtsexperten nicht gelten. Schließlich besteht trotz Sammelklagen nach wie vor die Möglichkeit, dass diese vor Gericht getrennt werden. Der Anleger hat in einem solchen Fall das individuelle Kostenrisiko der Klage allein zu tragen. "Die Lage ist schlimm. Kaltakquise und Treibjagd nehmen zu und die Anwaltskammern legen die Hände in den Schoß", so Mattil abschließend.
Quelle: pte, München
Mob16_04.2009
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Tiger-Teilersatz: Zweite Offerte an armasuisse übergeben (Im Blickpunkt-2)
Am 17. April 2009 haben die drei Herstellerfirmen EADS, Saab und Dassault ihre zweite Offerte für den Teilersatz der F-5 Tiger fristgerecht an armasuisse übergeben.
Für die zwei restlichen Module "Strategische Kooperation" und "Portfolio Schweizer Industrieprogramm" hat armasuisse den Herstellerfirmen eine Verlängerung der Abgabefrist eingeräumt. Das Modul "Strategische Kooperation" war in der, im Januar 2008 den Herstellerfirmen abgegebenen, ersten Offertanfrage noch nicht enthalten. Und an das Modul "Portfolio Schweizer Industrieprogramm" wurden gegenüber der ersten Offertanfrage erhöhte Anforderungen an die Qualität der Vorschläge gestellt. Aus diesen Gründen benötigen die Herstellerfirmen mehr Zeit, um ihre Offerten für die verbleibenden beiden Module zu erarbeiten. Die Offerten für die beiden ausstehenden Module werden durch die Flugzeugfirmen am 29. Mai 2009 eingereicht.
Der weitere Fahrplan
Es ist vorgesehen, die Typenwahl für einen Nachfolger des F-5 Tiger Anfang 2010 vorzunehmen. Vorher - voraussichtlich im Dezember 2009 - will der Bundesrat den sicherheitspolitischen Bericht verabschieden. Dadurch erfährt der Evaluationsbericht eine Verschiebung und wird neu bis Dezember 2009 fertig gestellt. Die zusätzlich zur Verfügung stehende Zeit wird für die Auswertung der Offerten und für weitere Verhandlungen mit den Herstellern genutzt.
Lärmmessungen
Im Auftrag der armasuisse hat die Empa im Rahmen der Flugerprobung 2008 Lärmmessungen durchgeführt. Die Auswertung dieser Daten ist noch im Gange. Nach Vorliegen der Resultate informiert das VBS.
Quelle: VBS Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
Mob15_04.2009
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Verhaltensorientierte Werbetechnologien weiterhin umstritten (Im Blickpunkt-3)
EU-Kommission pocht auf europäische Datenschutzrichtlinien. Nach Ansicht der EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien Viviane Reading verletzt der Gebrauch des Werbesystems Webwise europäisches Datenschutzrecht. Diese Software erlaubt es Providern, das Verhalten ihrer Kunden im Web anhand der jeweiligen IP-Adressen nachzuvollziehen. Werbung kann anhand der gesammelten Daten individuell an potenzielle Kunden angepasst werden, heißt es von Seiten der Befürworter. US-Senat und Repräsentantenhaus haben schon im Herbst 2008 über zielorientierte Werbetechnologien beraten, wenngleich keine gesetzgeberischen Maßnahmen getroffen worden sind.
"Das europäische Recht ist klar und eindeutig. Informationen über eine Person können nur mit Einverständnis des Betreffenden genutzt werden", sagt Viviane Reding. Die Mitgliedstaaten seien verpflichtet, für die Vertraulichkeit von Daten zu sorgen. Eine entsprechende Mitteilung der europäischen Kommission sei bei der britischen Regierung eingegangen und werde nach Analyse der Sachlage beantwortet werden, hieß es aus regierungsnahen Londoner Kreisen. Die britische Regierung hat bislang Rufe nach strenger Aufsicht ignoriert und freiwillige Testreihen der Telekommunikationsindustrie unterstützt. British Telecom führte erste Probeläufe des Systems ohne Einwilligung der betroffenen User durch. Internetvereinigungen wie die Open Rights Group kritisieren, dass die Regierung Brown europäisches Recht unberücksichtigt ließ, um es der Wirtschaft zu ermöglichen, lukrative Werbestrategien zu entwickeln.
Das Unternehmen Phorm reagierte als Entwickler des strittigen Onlinewerbesystems prompt, indem Jeffrey Brooks Dobbs heute als Chief Privacy Officer engagiert wurde. "Wir sind davon überzeugt, dass unser Produkt mit den relevanten britischen und europäischen Rechtsvorschriften vereinbar ist", sagt Justin Griffiths, Pressesprecher von Phorm. "Jeffrey Brooks Dobbs personifiziert als Mitautor der W3C-Empfehlungen für Privatsphäre das Bekenntnis unseres Unternehmens zum uneingeschränkten Datenschutz", betont Kent Ertugrul, CEO von Phorm. Schlüsselakteure wie Phorm, Google, AOL und Microsoft einigten sich darauf, dass ohne Einwilligung des Users auf die Sammlung von personenbezogenen Internetdaten verzichtet werden soll. Amazon wird es gar nicht zulassen, dass Onlinewerbesysteme seine Webseiten auslesen können, berichtet die BBC.
"Ich halte einen mit solchen Technologien optimierten Werbemitteleinsatz für einen Zukunftsmarkt mit enormen Wachstums- und Einsparungspotenzial. Bei großen Medienportalen werden Targeting-Technologien ohnehin schon seit längerer Zeit zum Einsatz gebracht", sagt Gregor Jasch, geschäftsführender Gesellschafter der Werbeagentur PlanB im Gespräch. Die Entwicklung gehe in dieselbe Richtung wie beim Mobile Marketing. Dort werden Werbeinhalte anhand von GPS-Daten geographisch optimiert auf die Endgeräte der User gespielt. "Die Einholung des Einverständnisses bei Usern wird für seriöse Unternehmen jedoch von fundamentaler Wichtigkeit sein," so Jasch weiter.
Zahlreiche Unternehmen nützen bereits verhaltensorientierte Technologien im Web. Phorm erhält jedoch aktuelle Daten über Userbewegungen im Internet. "Die Europäische Union versucht schon seit mehr als einem Jahr, ein Grundsatzstatement der britischen Regierung zu verhaltensorientierter Werbung im Internet zu erlangen", sagt Simon Davies von Privacy International in London. Die britische Regierung habe sich in dieser Causa bislang jedoch
nicht klar deklariert
Quelle: pte, London/Brüssel/Wien
Mob14_04.09
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Die SBB investiert über 2 Milliarden Franken in neue Doppelstockzüge für den Fernverkehr (Im Blickpunkt-4)
Im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) von heute publiziert die SBB die grösste Rollmaterial-Ausschreibung ihrer Geschichte: Für rund 2,1 Mia. Franken sollen neue Doppelstockzüge für den Fernverkehr beschafft werden. Insgesamt investiert die SBB bis ins Jahr 2030 rund 20 Mia. Franken in neues Rollmaterial und in die Modernisierung der bestehenden Flotte.
Die SBB investiert erneut in neue Züge für ihre Kundinnen und Kunden. Heute Montag publiziert das Unternehmen im Schweizerischen Handelsamtsblatt (SHAB) die grösste Rollmaterial-Ausschreibung seiner Geschichte: Die SBB beschafft für rund 2,1 Mia. Franken neue Doppelstockzüge für den Fernverkehr. Die Ausschreibung umfasst die Lieferung von 59 Zügen. Zudem sind Optionsrechte für weitere Fahrzeuge vorgesehen, die je nach Bedarf eingelöst werden können. Die neuen Doppelstockzüge kommen ab 2013 als InterCity- (IC) und InterRegio-Kompositionen (IR) zum Einsatz.
Insgesamt 20 Mia. Franken für neues Rollmaterial bis ins Jahr 2030
Die neuen Doppelstockzüge für den Fernverkehr ersetzen altes, abgeschriebenes Rollmaterial. Gleichzeitig ermöglichen sie auch die dringend nötige Verstärkung der bestehenden Flotte und erhöhen die Kapazität. Denn noch nie waren so viele Personen mit der Bahn unterwegs wie heute.
Seit der Inbetriebnahme des Fahrplans Bahn 2000 im Dezember 2004 stieg die Zahl der Reisenden um 30 Prozent, das Zugangebot nahm um 26 Prozent zu. Aktuelle Prognosen gehen bis 2030 von einem weiteren Nachfragewachstum um 50 Prozent aus, in den grossen urbanen Räumen um Zürich und entlang des Genfersees gar von über 100 Prozent.
Die SBB trägt dieser Entwicklung mit einer Investitionsoffensive Rechnung: Allein in den letzten zwei Jahren bestellte die SBB für 2,5 Mia. Franken neues Rollmaterial: 1,5 Mia. Franken für 50 neue Doppelstock-Triebzüge und 121 Niederflur-Doppelstockwagen, 523 Mio. Franken für die Modernisierung der bestehenden Flotte der Nahverkehrspendelzüge (NPZ) mit 140 Zwischenwagen sowie 419 Mio. Franken für weitere 32 FLIRT-Züge. Bis 2030 plant die SBB Investitionen in neue Züge und in die Modernisierung von bestehendem Rollmaterial im Umfang von rund 20 Milliarden Franken. Ziel dieser Aufwendungen ist es, die Qualität und Kapazität für die Kunden weiter zu steigern. Mit den Investitionen in Rollmaterial erhöht die SBB die Zahl der Sitzplätze bis ins Jahr 2030 um rund 40 Prozent. Im Fernverkehr sollen dann in erster Linie Doppelstockzüge zum Einsatz kommen; diese bieten mehr Sitzplätze als konventionelle Züge. Gleichzeitig investiert die SBB in Qualitätsverbesserungen: Im Regionalverkehr sollen künftig ausschliesslich klimatisierte Züge verkehren. All diese Investitionen in neues Rollmaterial bestreitet die SBB aus Eigenmitteln, die sie selber erwirtschaften muss.
Quelle: SBB, Bern
Mob13_04.2009
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Bahnstrecke Zürich - München wird ausgebaut (Im Blickpunkt-5)
Die Bahnstrecke Zürich -München wird durchgehend elektrifiziert und für Neigezüge ausgebaut. Mit einer Fahrzeitverkürzung von einer Stunde soll die Bahn gegenüber dem Strassen- und Luftverkehr ihre Konkurrenzfähigkeit zurückgewinnen. In Memmingen (Bayern) hat BAV-Direktor Max Friedli eine Vereinbarung unterzeichnet, dank der die Schweiz mit einer Vorfinanzierung die Aufnahme der Arbeiten beschleunigen kann.
Die Strecke Lindau - Geltendorf wird elektrifiziert und für Neigezüge hergerichtet. Ziel ist es, die Fahrzeit der Verbindung Zürich - München um rund eine Stunde auf 3 Stunden 15 Minuten zu senken. Geplant ist, sechs Zugpaare pro Tag im Zwei-Stunden-Takt verkehren zu lassen. Das entspricht einer Verdoppelung des derzeitigen Angebots. Der Beginn der Bauarbeiten ist für 2010 geplant, die Fertigstellung soll bis spätestens 2015 erfolgen.
Die Kosten der Ausbauten werden auf 210 Millionen Euro geschätzt. Um den Baubeginn zu beschleunigen, gewährt die Schweiz eine Vorfinanzierung von 50 Millionen Euro. Bayern schiesst 55 Millionen Euro vor. Die Schweiz gewährt ihren Beitrag als Darlehen aus den Mitteln für den Anschluss der Ost- und der Westschweiz an das europäische Eisenbahn-Hochleistungsnetz, die im Jahr 2005 vom Parlament genehmigt worden ist. Die Rückzahlung des Vorfinanzierungsbeitrages an die Schweiz erfolgt bis 2025.
Die Vereinbarung wurde am Freitag in Memmingen vom Direktor des Bundesamtes für Verkehr (BAV) Max Friedli und von Klaus-Dieter Josel, DB Konzernbevollmächtiger für den Freistaat Bayern, unterzeichnet. Josel zeigte sich erfreut darüber, dass dank dem Engagement des Freistaats Bayern und der Schweiz für den Personenverkehr ein sehr attraktives Angebot entstehen werde. BAV-Direktor Friedli bezeichnete die Strecke Zürich - München als einen wichtigen Bestandteil der Anbindung der Schweiz an das europäische Eisenbahn-Hochleistungsnetz. Dank kürzeren Fahrzeiten, besserem Angebot und modernem Rollmaterial werde die Konkurrenzfähigkeit der Bahn gegenüber den Kurzstreckenflügen verstärkt.
Quelle: BAV, Bundesamt für Verkehr, Bern
Mob12_04.2009
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Was steckt eigentlich hinter der Aussage: " Das Wasser ist die Kohle der Zukunft."?
"Was werden wir später einmal statt Kohle verbrennen?", fragte der Seemann. "Wasser", antwortete Smith. "Wasserstoff und Sauerstoff werden für sich oder zusammen zu einer unerschöpflichen Quelle von Wärme und Licht werden, von einer Intensität, die die Kohle überhaupt nicht haben könnte; das Wasser ist die Kohle der Zukunft."
  
Bilder: Linde und BMW
Bild 1: Linde: Lückenlose Versorgung unserer Kunden Wasserstoff und Kohlenmonoxid werden wie hier zur Bayer AG in Brunsbüttel direkt über Rohrleitungen zum Kunden transportiert.
Jules Verne, "Die geheimnisvolle Insel", 1874
Es sieht sehr danach aus, als würde auch diese Vision von Jules Verne noch Realität werden!
Hier lesen Sie mehr über:
- Rolle und Nutzen von Wasserstoff
- Brennstoffzellen
- Erzeugung von Wasserstoff
- Verwendung von Wasserstoff
- Emmissionen
- Sicherheit
- Normung, Regelsetzung
- Die Rolle des DWV
Rolle und Nutzen von Wasserstoff
Wasserstoff ist keine neue Erfindung - er wurde schon im 18. Jahrhundert als Element identifiziert und ist seit 100 Jahren ein wichtiger Rohstoff der Chemieindustrie. Heute jedoch tritt seine potenzielle Rolle als Energieträger immer mehr in den Vordergrund, besonders in einer auf erneuerbare Primärenergien gestützten Energiewirtschaft. Hier wird er benötigt, weil er die Speicherung und den Transport der Primärenergie ermöglicht.
Erneuerbare Energien sind im Prinzip reichlich vorhanden, doch stehen sie nicht immer an den Orten zur Verfügung, wo sie verbraucht werden sollen, und auch nicht immer zu den gewünschten Zeiten. Mit Hilfe des Energieträgers Wasserstoff können diese örtlichen und zeitlichen Lücken zwischen Angebot und Nachfrage überbrückt werden. Er ergänzt als Transportmittel den Strom, der in der Regel die Methode der Wahl ist und auch bleiben wird. Jedoch kann man nicht jeden Ort ans Netz anschließen, und besonders nicht mobile Energieverbraucher (PKW, Nutzfahrzeuge, Flugzeuge). Darüber hinaus ist die Speicherung von Elektrizität nur begrenzt möglich. Noch dazu liefern nicht alle erneuerbaren Energiequellen unmittelbar Strom (zum Beispiel Biomasse).
Die Brennstoffzelle...
ist die optimale Methode, um die in Wasserstoff gespeicherte Energie wieder nutzbar zu machen. In ihr wird die chemische Energie in einem elektrochemischen Prozess unmittelbar in elektrische Energie und Wärme umgesetzt. Durch die Vermeidung von Zwischenschritten (Dampferzeugung, Turbine, Generator) und die Umgehung der für Wärmekraftmaschinen geltenden thermodynamischen Grenzen (Carnot-Wirkungsgrad) ist sie ungewöhnlich effizient. Brennstoffzellen-Blockheizkraftwerke erreichen bei gleichzeitiger Nutzung von Elektrizität und Wärme Wirkungsgrade von über 80 %, also etwa doppelt so viel wie herkömmliche Feuerungsanlagen.
Erzeugung von Wasserstoff
Wasserstoff ist auf der Erde in praktisch unbegrenzten Mengen vorhanden, allerdings fast ausschließlich in chemischen Verbindungen (Wasser, Säuren, Kohlenwasserstoffe, andere organische Verbindungen).
Der größte Teil der heutigen Wasserstoffproduktion entsteht als Neben- oder Koppelprodukt in Prozessen der chemischen Industrie und wird auch von dieser selbst in anderen Prozessen wieder verbraucht, vor allen Dingen in der Petrochemie. Wenn er im industriellen Maßstab gezielt erzeugt wird, geschieht das zur Zeit hauptsächlich durch Reformierung von Erdgas. Dieses Verfahren stützt sich allerdings auf einen fossilen und nicht dauerhaft vorhandenen Rohstoff und ist mit erheblichen CO2 -Emissionen verbunden.
In Verbindung mit erneuerbaren Primärenergien bieten sich statt dessen die Elektrolyse von Wasser oder die Vergasung von Biomasse an. Zur letzteren kann man außer Resten aus der Land- und Forstwirtschaft oder Biomüll aus Haushalten im erweiterten Sinne auch organische Industrieabfälle zählen, deren Beseitigung oft erhebliche Schwierigkeiten bereitet.
Verwendung von Wasserstoff
Wasserstoff wird auch in Zukunft ein wichtiger Rohstoff der chemischen Industrie bleiben. Allerdings wird seine Rolle als Energieträger mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Nach einer Studie der Deutschen Shell ist zu erwarten, dass im Jahre 2050 etwa 50 % der Weltenergieerzeugung aus erneuerbaren Quellen kommen werden (wobei der Absolutverbrauch erheblich ansteigen wird); davon wiederum werden 50 % voraussichtlich in Wasserstoff umgewandelt werden, um zum Verbraucher zu kommen.
Stationäre Anlagen
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In der Energiewirtschaft bahnt sich eine Wende zur dezentralen Erzeugung an. Bald werden kleine Brennstoffzellenanlagen vermarktet werden, die den Grundbedarf eines Mehrfamilienhauses decken können. Zur Zeit werden sie wegen der vorhandenen Infrastruktur in der Regel mit Erdgas versorgt, das intern reformiert wird. Auf lange Sicht jedoch wird der Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur zu erwarten sein.
- Im Rahmen des zentralen Versorgungsnetzes können Elektrolyseure für die Lastregelung eingesetzt werden. Statt Kraftwerke in bedarfsschwachen Zeiten abzuschalten, kann die überschüssige Energie zur Erzeugung von Wasserstoff verwendet werden, der entweder als solcher vermarktet oder wieder zur Stromerzeugung benutzt wird. Entsprechende Pläne gibt es zum Beispiel bei den HEW.
Mobile Anlagen
Die gesamte Fahrzeugindustrie arbeitet in Erwartung immer schärferer Vorschriften über die Emissionen von CO 2 intensiv an derzeit noch als alternativ geltenden Treibstoffen und Antrieben.
- Wasserstoff kann verwendet werden, um Verbrennungsmotoren anzutreiben; diese Entwicklungslinie wird von BMW verfolgt.
- Die anderen Firmen setzen eher auf Elektrofahrzeuge mit Brennstoffzelle.
So weit es sich um Busse oder andere Nutzfahrzeuge handelt, wird der Wasserstoff komprimiert oder tiefkalt verflüssigt mitgeführt. Bei PKW wollen viele Hersteller zumindest in den ersten Modellen Methanol tanken, das an Bord reformiert wird.
Es gibt bei der DASA auch das Projekt der Entwicklung eines Passagierflugzeugs , das flüssigen Wasserstoff an Stelle von Kerosin als Treibstoff verwendet ("Cryoplane").
Emissionen
Der Verbrauch von Wasserstoff ist mit geringen oder gar keinen Emissionen verbunden. Er verbrennt zu Wasser, aus dem er im Prinzip wieder gewonnen werden kann; somit geht er nicht verloren und ist ein dauerhaft verfügbarer Energieträger. In Verbrennungskraftmaschinen entstehen im Luftbetrieb geringe Mengen an Stickoxiden. Durch die weiten Möglichkeiten der Wahl der Arbeitsbedingungen beim Wasserstoffmotor kann die Bildungsrate allerdings weit niedriger gehalten werden als bei der Verbrennung von Kohlenwasserstoffen. Bei der Brennstoffzelle mit ihrer niedrigeren Betriebstemperatur entfällt auch dieses Problem. Emissionen entstehen hier allenfalls durch periphere Komponenten (Brennstoffaufbereitung bei der Versorgung mit Erdgas).
Sicherheit
Der sichere Umgang mit Wasserstoff ist in industriellen Anwendungen seit langer Zeit Stand der Technik. Auch der Transport auf Straße, Schiene und Wasser oder durch Pipelines wirft keine grundsätzlichen Probleme auf. Für den Aufbau einer Infrastruktur kommt es darauf an, alltagstaugliche Geräte, Anlagen und Systeme zu entwickeln, in denen das vorhandene Wissen verwendet wird. Für das Betanken von Fahrzeugen bieten sich zum Beispiel automatische Systeme an, wie sie zur Zeit am Flughafen München in der praktischen Erprobung sind. Durch die Automatisierung werden viele fehlerträchtige Arbeitsgänge vermieden.
Normung, Regelsetzung
Wasserstoff fällt als komprimiertes oder tiefkalt verflüssigtes brennbares Gas unter die entsprechenden einschlägigen Regelwerke. Besondere Gefahren gehen nicht von ihm aus, so dass es in Deutschland gar kein wasserstoffspezifisches Regelwerk gibt. Normungsbedarf entsteht in absehbarer Zeit vor allem durch seine Einführung als Treibstoff in den Verkehr (Zulassungsvorschriften). Außerdem werden allgemein verstärkt Druckbehälter aus faserverstärktem Kunststoff oder anderen neuen Werkstoffen eingesetzt werden. Hier treten andere Sicherheitsfragen auf als bei der herkömmlichen Gasflasche aus Stahl oder Aluminium.
Die Rolle des DWV
Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband e.V. ist die Dachorganisation der Wasserstofftechnologie in Deutschland. Er koordiniert die interessierten Personen und Firmen, informiert Fachleute, Öffentlichkeit und Entscheidungsträger der Politik und ist die "Lobby" der Wasserstofftechnologie in Deutschland. Dabei arbeitet er eng mit Partnerorganisationen in anderen Ländern zusammen.
Quelle: Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband e.V. (DWV), Berlin
Mob11_04.2009
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Fünf-Minuten-Tank für Wasserstoffautos (Im Blickpunkt-links)
Einspeicherung in Metallhydrid-Pulver beschleunigt Tankfüllung. Ein Schritt zu höherer Praktikabilität des Wasserstoffantriebs für Autos ist Forschern der Purdue University www.purdue.edu gelungen. In einer von General Motors finanzierten Forschung entwickelten sie ein System zum Wärmeaustausch, das den Tank schnell mit Wasserstoff füllt und gleichzeitig die dabei entstehende Hitze abführt. Durch die Einspeicherung in Metallhydrid könnte der Tank laut Angaben der Forscher innerhalb von fünf Minuten für Reichweiten von bis zu 500 Kilometern aufgefüllt werden. Die Tankzeit war bisher insofern eine Herausforderung, da die Befüllung mit Wasserstoff hohe Temperaturen erzeugt, was eine relativ lange Zeitdauer in Anspruch nahm.

Hauptproblem der schnelleren Metallhydrid-Einspeicherung sind die dabei freigesetzten hohen Temperaturen, die ein Kühlungssystem erfordern. "Da der Wasserstoff enorme Hitze produziert, dauert eine Tankfüllung ohne Kühlung mindestens 40 Minuten. Diese Lösung ist sehr unpraktikabel", so der Versuchsleiter Issam Mudawar. Sein neues Konzept basiert auf der Hitzeabführung durch ein im Tank montiertes Zusatzteil, das Kühlmittel zirkulieren lässt und durch eine Lamellentechnik Hitze abführt, sobald der Wasserstoff absorbiert wird. Das Metallhydrid wird in kleinen Abteilungen einer Druckkammer gebunden, in die man Wasserstoff presst, der sofort vom Hydrid aufgesaugt wird. "Dieser Prozess ist auch wieder umkehrbar. Der gasförmige Wasserstoff kann vom Metallhydrid abgegeben werden, wenn der Druck im Tank sinkt", erklärt Mudawar.
Daniel Kammerer, Technologiesprecher von BMW www.bmw.de, stellt die Entwicklung im Interview in Frage. "Metallhydrid ermöglicht zwar das Einspeichern von Wasserstoff, benötigt jedoch mehr Energie aufgrund der zusätzlichen Prozessschritte wie die Einlagerung oder das anschließende Herausholen." Auch sei ein höherer Druck zum Einpressen des gasförmigen Wasserstoffs erforderlich. "Es stellt sich somit die Frage, zu welcher Energie dieser Prozess führt und mit welcher Energieladerate er geschieht", so Kammerer.
2006 präsentierte BMW mit dem Hydrogen 7 das erste serienmäßig produzierte Wasserstofffahrzeug. Bisher blieb es bei den 100 weltweiten Exemplaren, die in Folge auf den Markt gebracht wurden. Bei BMW wolle man bis nächstes Jahr die Akzeptanz der Fahrzeuge bei den Konsumenten beobachten, ehe ein Nachfolgemodell diskutiert werde, so Kammerer. "Dennoch führt in Zukunft kein Weg am Wasserstoffauto vorbei. Da der Horizont für Öl beschränkt ist, werden Alternativmodelle höhere Bedeutung bekommen." Der Wasserstoff für den Fahrzeugbetrieb wird derzeit großteils noch aus Erdgas gewonnen. "Teilweise kommt jedoch auch Biomasse zum Einsatz, sowie Druckelektrolyse aus grünem Strom", so der BMW-Sprecher.
Quelle: pte, West Lafayette/München
Mob10_04.2009
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Ausbau der Scania Serviceorganisation in der Schweiz (Im Blickpunkt-Spezial)
Mit der Inbetriebnahme einer neuen Scania Servicestelle im Betriebsgebäude der AUTO AG URI in Schattdorf/UR kann die Scania Schweiz AG ihr dichtes Servicenetz in der Schweiz um einen weiteren bedeutenden Stützpunkt ausbauen.
Mit der Realisation des neuen Betriebsareals der AUTO AG URI im Vorderen Schachen in Schattdorf kann die Scania Schweiz AG als Mieter des Werkstattbereiches eine Standortvakanz schliessen und ihren Kunden im Kanton Uri sowie im Nord-Süd-Verkehr auf der Gotthard-Achse einen weiteren modernen Nutzfahrzeugbetrieb präsentieren.
   
   
Konzentration auf Kernkompetenzen
Durch die enge Zusammenarbeit der beiden Unternehmungen wird eine win-win-Situation geschaffen. Die AUTO AG URI kann sich auf ihre Kernkompetenz des Personentransportes konzentrieren, während die Scania Schweiz AG die Service- und Unterhaltsarbeiten am Fahrzeugpark der AUTO AG URI übernimmt.
Nähe zum neuen Schwerverkehrszentrum in Erstfeld
Der Standort Schattdorf hat in den vergangenen Monaten an Bedeutung gewonnen. Konnte doch vor kurzem der Parkplatz beim neuen Schwerverkehrskontrollzentrum in Erstfeld in Betrieb genommen werden. Das Zentrum selber wird jedoch keine Fahrzeug-Beanstandungen beheben, womit der Scania Werkstatt in Schattdorf eine weitere grosse Bedeutung zukommen wird. Die Entfernung zwischen der Scania-Werkstatt und dem Schwerverkehrszentrum beträgt Luftlinie lediglich 500 Meter oder auf der Strasse 2 km.
Moderne Nutzfahrzeug-Werkstätte
Die neue Nutzfahrzeug-Werkstatt wurde nach neuesten Erkenntnissen, abgestimmt auf die aktuellen Kundenbedürfnisse gebaut. Den Mitarbeitern der AUTO AG URI und der Scania Schweiz AG steht dabei ein gemeinsamer Empfangsbereich sowie weitere gemeinsam nutzbare Räume zur Verfügung.
Insgesamt sind vier helle, moderne Arbeitsplätze auf zwei Werkstattbahnen mit einer Gesamtlänge von 28 Metern entstanden. Eine Werkstattbahn ist als Servicegrube, die andere als Prüf- und Diagnosestrasse konzipiert. Neben einem eigenen Ersatzteillager und einem Bereich für das Instandstellen von Fahrzeugkomponenten, steht auch eine moderne Waschanlage zur Verfügung, welche von beiden Firmen gleichwohl genutzt werden kann.
Vier neue Arbeitsplätze
Durch die Integration der neuen Scania Servicestelle schafft die Scania Schweiz AG vier neue Arbeitsplätze im Kanton Uri. Das Scania-Team wird von Alfred Roos als Werkstattleiter geleitet und ihn unterstützen am Anfang zwei Mechaniker in der neuen Werkstatt. Die operative Verantwortung für die Servicestelle obliegt Ted. Kenel, der als Betriebsleiter After Sales der Regionalvertretung Emmen, die Fäden in den Händen hält.
Scania Verkaufsbüro in Schattdorf
Dem für den Kanton Uri zuständigen Verkaufsberater, Herr Christian Leuenberger, steht in der neuen Servicestelle ein Verkaufsbüro für Kundengespräche und administrative Arbeiten zur Verfügung. Dank dieser engen Zusammenarbeit zwischen Emmen und Schattdorf kann der Kunde von einer kompetenten Unterstützung und Hilfestellung ganz in seiner Nähe profitieren.
Quelle: Scania Schweiz
Mob09_04.2009
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Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte der AUTO AG URI
(Im Blickpunkt-Spezial)
Mit dem Bezug des neuen Betriebsgebäudes im Vorderen Schachen in Schattdorf kann die AUTO AG URI einen weiteren Meilenstein in ihrer über 100jährigen Firmengeschichte setzen.
Am Anfang des 19. Jahrhunderts stellte sich die Frage, wie man denn die beiden Orte Flüelen und Altdorf besser miteinander verbinden könnte. So hatten dann einige interessierte Personen die Idee, die beiden Orte mit einer Tramlinie zu verbinden. 1905 war es dann soweit. Einige Pioniere versammelten sich zur Gründerversammlung der „Strassenbahn Altdorf-Flüelen AG“. Bereits ein Jahr später konnte der Betrieb der Strassenbahn Altdorf-Flüelen AG aufgenommen werden. Mit der Inbetriebnahme dieser Strassenbahn war im Kanton Uri der öffentliche Nahverkehr geboren und aus dem Traum einiger Pioniere entwickelte sich ein Verkehrsunternehmen mit heute 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, welches aus dem Strassenbild des Kantons Uri nicht mehr wegzudenken ist.
   
   
   
Mut zum Aufbruch – Innovation – bedürfnisgerechtes Angebot
Mit dem Geist der damaligen Gründer „Mut zum Aufbruch – Innovation –bedürfnisgerechtes Angebot“ lebt die zum Autobusunternehmen mutierte Strassenbahngesellschaft bis heute nach. So war die damalige vorausschauende Tat der Gründer noch heute Ansporn und zugleich Verpflichtung für die heutige Geschäftsführung. So darf die heutige AUTO AG URI von sich behaupten, den von Anfang an konsequent der jeweils modernsten Form des öffentlichen Nahverkehrs weiterhin verpflichtet zu haben. So stehen heute die Bedürfnisse der bestehenden wie auch das Gewinnen von neuen Kundenkreisen, insbesondere auch der jungen Leute, im Zentrum.
Urner Umweltschutzpreis
Als Dank für ihre langjährigen Bemühungen und Vorbildfunktion in Sachen Umweltschutz erhielt die AUTO AG URI im Jahr 2005 den Urner Umweltschutzpreis überreicht. Die Freude über diese Auszeichnung war bei den Verantwortlichen natürlich riesig und war eine klare Bestätigung für ihre langjährigen Bemühungen im umweltbewussten Handeln. Mit dieser Auszeichnung wurde auch verdeutlicht, dass die immensen internen Bemühungen als Vorzeige-Unternehmen im Kanton Uri auch von Aussen wahrgenommen wurden.
Suche nach einem neuen Standort
Anfangs des 20. Jahrtausend machte man sich bei der AUTO AG URI erstmals Gedanken, mittels Bau eines neuen Betriebsgebäudes das stetige Wachstum der Unternehmung und dem Ausbau der Dienstleistungen Rechnung zu tragen. Was auf dem Papier als relativ einfache Aufgabe aussah, entpuppte sich dann mehr und mehr zu einer immer grösser werdenden Herausforderung. Während den folgenden Monaten und Jahren wurden zahlreiche mögliche Standorte begutachtet und einem strengen Bewertungsverfahren unterzogen. Mit der Zeit und einer detaillierteren Planung wurde dann auch erstmals in Betracht gezogen, den eigenen Werkstattbetrieb auszugliedern und für diesen Bereich einen Mieter für die integrierte Werkstatt zu suchen.
Scania Schweiz AG als Partner
Im Jahre 2005 wurden dann erste Kontakte mit den Verantwortlichen der Scania Schweiz AG gesucht und mögliche Konzepte durchgesprochen. Schon bald kam man sich näher und ging dann bei der weiteren Planung gemeinsame Wege. So konnte die AUTO AG URI bei der Planung Ihrer Bedürfnisse auf ihr bewährtes Know how setzen und den Bereich der integrierten Werkstatt wurde in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Scania Schweiz AG geplant.
Spatenstich am 4. Juni 2008
Nach einer langen Standort-Evaluationsphase und entspechendem Baubewilligungsverfahren war es dann am 4. Juni 2008 soweit. Mit dem Spatenstich für das neue Betriebsgebäude im Vorderen Schachen in Schattdorf konnte mit dem Bau des neuen Betriebsgebäudes begonnen werden. Trotz einem strengen Winter war man stets im „Fahrplan“ für den Neubau konnte so schon frühzeitig mit der Planung für den Umzug und der Inbetriebnahme beginnen.
Offizielle Eröffnung am 27. März 2009
Mit einer offiziellen Eröffnung des neuen Betriebsgebäudes mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kunden der AUTO AG URI und der Scania Schweiz AG wurde das neue Betriebsgebäude seiner Bestimmungsaufgabe übergeben.
Tag der offenen Tür am 12. September 2009
Mit einem Tag der offenen Tür am 12. September 2009 haben die Bevölkerung sowie interessierte Besucher die Möglichkeit, das neue Betriebsgebäude der AUTO AG URI mit integrierter Servicestelle der Scania Schweiz AG zu besichtigen. An diesem Tag findet parallel auch ein Tag der offenen Tür im benachbarten Schwerverkehrszentrum statt.
Quelle: Auto AG Uri
Mob08_04.2009
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Schmuggel mit Elektronikschrott aufgedeckt (Im Blickpunkt-0)
Britisches Unternehmen exportiert Schrott als Second-Hand-Ware. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat Beweise für den Schmuggel von Elektroschrott nach Afrika durch europäischen Recyclingfirmen vorgelegt. Diese Unternehmen haben bereits zum wiederholten Male mit dem Vorwurf zu kämpfen, Elektromüll illegal in das Ausland zu exportieren. Greenpeace hat nun einen kaputten Fernseher mit einem GPS-Sender ausgestattet und seinen Weg bis nach Nigeria verfolgt. Obwohl das Gerät den gesetzlichen Bestimmungen nach im Inland entsorgt werden müsste, gelangte es dennoch nach Lagos. "Deklariert war das Gerät als Second-Hand-Ware", sagt Claudia Sprinz, Chefredakteurin der Greenpeace-Homepage marktcheck.at , im Gespräch.

Das Greenpeace-Team hat das TV-Gerät bei BJ Electronics, einem britischen Recycling-Unternehmen im englischen Hampshire, abgegeben. Anstatt das irreparable Gerät jedoch einer ordnungsgemäßen Verwertung zuzuführen verkaufte das Unternehmen den Fernseher als Gebrauchtware weiter und verschiffte es nach Nigeria. "Das Gerät wurde zuvor kein einziges Mal auf seine Funktionstüchtigkeit geprüft", erklärt Sprinz. Abertausende ausrangierter elektronischer Produkte finden tagtäglich auf diese Weise den Weg nach Afrika. Sämtliche EU-Richtlinien in Bezug auf den Elektronikmüll-Handel werden dabei missachtet. "Vor allem Europa, Japan, Südkorea und die USA missbrauchen Entwicklungsländer wie Nigeria, Ghana, Pakistan - aber auch Indien und China - als riesige Mülldeponien", kritisiert Greenpeace.
"Für Elektroschrott besteht ein Exportverbot. Durch die Deklaration als Second-Hand-Ware umgehen die Firmen dies", moniert Sprinz. Die afrikanischen Händler kaufen die Warenladung, um tatsächlich funktionstüchtige Geräte weiterzuverkaufen. Der ausgesonderte Schrott wird anschließend zerlegt, was vorwiegend von Kindern gemacht wird, berichtet Sprinz. Diese sind schließlich auch dem Giftmüll ausgesetzt. Reporter des britischen Senders Sky News haben die Aktion von Greenpeace begleitet und berichten, wie Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren versuchen, den Schrott zu verwerten. "Sie verbrennen das Plastik der Kabel und der Leiterplatten, um an die Metalle heranzukommen. Was sie dabei nicht wissen ist, dass sie schädliche Chemikalien und hochgiftige Dämpfe einatmen", schildern die Reporter.
"Die Herstellerfirmen könnten diesen gefährlichen Schmuggel selbst stoppen, indem sie ihre Produkte einfach frei von giftigen Bestandteilen halten", fordert Chemiker Martin Hojsik von Greenpeace International. "Es ist allerhöchste Zeit, dass sich diese Unternehmen ihrer Verantwortung endlich bewusst werden und damit aufhören, die Menschen und die Umwelt in den Entwicklungsländern zu vergiften", sagt Hojsik. Greepeace legt regelmäßig den Ratgeber "Grüne Elektronik" vor, in dem Hersteller hinsichtlich ihrer verantwortungsbewussten Produktion bewertet werden. "Es ist überhaupt kein Problem auf giftige Stoffe bei der Produktion zu verzichten. Viele Unternehmen haben dies bei der Herstellung ihrer elektronischen Geräte bereits demonstriert", berichtet Sprinz. Es sei an der Zeit, dass sich diese Einstellung in der gesamten Branche durchsetzt.
Quelle: pte, Wien/London
Mob07_04.2007
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Nissan und Renault elektrifizieren chinesischen Automarkt (Im Blickpunkt-2)
Der japanische Automobilkonzern Nissan und Frankreichs führender Autobauer Renault werden den chinesischen Automarkt ab 2011 gemeinsam mit Elektroautos versorgen. Die europäisch-asiatische Allianz hat heute bekannt gegeben, der chinesischen Regierung ein umfassendes Marketing- und Infrastrukturentwicklungskonzept vorlegen zu wollen. China hat die Vereinigten Staaten im Januar 2009 als weltgrößten Automarkt abgelöst. Elektroautomobile etablieren sich indes als Zukunftssparte der krisengeschüttelten Kraftfahrzeugindustrie. Weltweit beabsichtigen Hersteller wie Mitsubishi, die Produktion umweltfreundlicher Modelle anzukurbeln.

Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie in Peking hat angesichts der rasanten Motorisierung des Landes ein Pilotprogramm zur Förderung sauberer Antriebstechnologien gestartet. Der öffentliche Verkehr in 13 chinesischen Großstädten soll mit umweltfreundlichen Fahrzeugen ausgestattet werden. Die Regierungsbehörde und die japanisch-französischen Partner unterzeichneten eine Absichtserklärung. Darin wurde die am Jangtsekiang gelegene Millionenstadt Wuhan zum Testgebiet erkoren. Von Seiten der Autobauer wurden jedoch keine weiteren finanziellen und technischen Details der Zusammenarbeit bekannt gegeben.
Mit BYD, ein Tochterunternehmen des Akkubatterienerzeugers BYD Company Ltd., und Chery Automobile www.cheryglobal.com treten auch ambitionierte Mitkonkurrenten aus China in den Markt ein. Bis 2011 sollen jährlich 500.000 Elektroautos vom Band laufen. Nissan verkauft mit 570.000 konventionellen Fahrzeugen pro Jahr bereits jetzt 15 Prozent seiner weltweiten Produktion in China. Die Allianz zwischen Nissan und Renault besteht mittlerweile seit zehn Jahren. "Die enge Kooperation stützt Renault und Nissan nicht nur während der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise, sondern wird die Partner gestärkt aus der Krise hervorgehen lassen", gibt sich Carlos Ghosn, Vorstandsvorsitzender von Renault, zuversichtlich. Der Impetus aus Fernost lässt weltweit weitere Riskokapitalunternehmungen folgen.
In den Vereinigten Staaten versucht sich das Startup-Unternehmen Fisker http://karma.fiskerautomotive.com im hochpreisigen Segment umweltfreundlicher Sportwagen zu behaupten. Nissan beabsichtigt, in den USA schon 2010 ein neues Elektroauto zu lancieren. Mit dem Chevrolet Volt wird die Entwicklung auch vom gebeutelten Giganten General Motors (GM) in Richtung umweltfreundlicher Antriebe vorangetrieben. Anbieter wie Detroit Electric und Tesla Motors arbeiten ebenfalls an der Serienreife neuer Modelle. Der Bundesstaat Oregon scheint sich dabei zum nordamerikanischen Zentrum der Zukunftsbranche zu mausern. Nissan stellte in Portland mit dem Denki Cube ein Konzeptauto vor. Oregon gilt zudem als möglicher Standort für die erste Produktionsfabrik des norwegischen Autobauers Think www.think.no in Nordamerika. Der amerikanische Nordwesten wird auch von asiatischen Erzeugern wie BYD als Testmarkt ins Auge gefasst.
Quelle: pte, Tokio/Peking/Portland
Mob06_04.2009
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Freisprecheinrichtung zur Montage am Lenkrad (Im Blickpunkt-3)
Gerät bleibt im Blickfeld des Fahrers und minimiert Ablenkungen. Das auf Freisprechanlagen spezialisierte Unternehmen Seecode www.seecode.de hat mit dem SeecodeWheel V2 eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung vorgestellt, die direkt auf dem Lenkrad festgeklippt wird. Dies sei laut Seecode der ideale Platz, denn das Gerät bleibe immer im Blickfeld des Fahrers. Das bedeute im Fall eines Anrufes kein Suchen nach dem Telefons, kein Kopfdrehen aus der Fahrtrichtung hin zum Display des Mobiltelefons oder aufwändiges Einwählen, heißt es in der Aussendung von Seecode. Die Hände bleiben in jedem Fall am Steuer, denn auf dem SeecodeWheel V2 befinden sich alle zur Steuerung wichtigen Bedienknöpfe.

Für eine gute Verständlichkeit sorgt die integrierte Twin-Speaker-Technologie. Die Lautsprecher sind auf die Instrumententafel gerichtet und nutzen sie als Resonanzraum. Das Mikrofon liegt in der Sprechrichtung des Fahrers. Durch diese Anordnung sei die Akustik optimiert, wodurch ein angenehmes Telefonieren sichergestellt werde. Die Bedientasten seien mit dem Daumen in der natürlichen Handstellung am Lenkrad erreichbar. Mit wenigen Klicks ist eine Telefonverbindung hergestellt und während des Sprechens kann sich der Fahrer weiter auf den Verkehr konzentrieren, streicht der Hersteller hervor. Der Blick auf den Tachometer ist durch das SeecodeWheel ebenfalls nicht eingeschränkt. Das Seecode-Produkt ist ab sofort zum Preis von 130 Euro im Handel erhältlich.
"Grundsätzlich ist es bei einer Freisprecheinrichtung sehr gut, wenn diese im Blickfeld des Fahrers angebracht ist. Das minimiert die Ablenkung", sagt Gerhard Blümel, Chefinstruktor beim ÖAMTC, im Gespräch. Die Montage am Lenkrad müsste jedoch erst auf die Praktikabilität im Straßenverkehr getestet werden, so der Verkehrsexperte. Vor allem bei langgezogenen Kurven könnte das Gerät am Lenkrad unter Umständen störend sein. Im Allgemeinen sollte ein Autofahrer bei der Wahl der Freisprecheinrichtung darauf achten, dass diese in der Nähe des Kopfes angebracht werden kann und dass die Akustik gut ist, merkt Blümel an. Bei billigen Geräten mit verminderter Tonqualität neigt der Fahrer dazu, seinen Kopf in Richtung der Freisprecheinrichtung zu bewegen, wodurch eine zusätzliche Ablenkung gegeben ist.
Quelle: pte, Köln/Wien
Mob05_04.2009
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Bananenbriketts als Heizmaterial für Ruanda (Im Blickpunkt-4)
Britische Forscher nutzen Pflanzenabfälle als Brennstoff. Bananen sind in Ruanda Massenware. Jährlich werden in dem kleinen afrikanischen Land etwa zwei Mio. Tonnen Bananen gezogen. Die gelben Früchte sind allerdings nur ein kleiner Teil dessen, was die Pflanze produziert. Schalen, Blätter und Stängel verrotten ungenutzt. Forscher der University of Nottingham haben nun eine Möglichkeit gefunden, die Bananenabfälle zu nutzen: Sie arbeiten an der Herstellung von Heizbriketts, die zum Kochen verwendet werden können. In vielen afrikanischen Ländern verursacht die Suche nach Brennholz schwere Schäden an der Umwelt. Der Kauf teurer fossiler Brennstoffe kommt für die meisten Bewohner nicht in Frage.

"Wir waren noch nicht in Ruanda, um unser System auszuprobieren", meint Mike Clifford, Professor an der Technischen Fakultät der Universität Nottingham www.nottingham.ac.uk im Gespräch. Es gehe im Prinzip darum, Materialien nachhaltig zu nutzen, so Clifford. "Die Technologien werden von uns in Experimenten immer wieder geprüft und optimiert." Ein wesentlicher Schritt dabei sei, die Vorgänge immer wieder zu wiederholen. "Vor Ort stehen natürlich keine Hightech-Möglichkeiten der Weiterverarbeitung zur Verfügung", erklärt Clifford. "Daher sei es nötig, dass die Arbeitsschritte auch mit einfachen Methoden durchführbar sind." Zeitgleich arbeiten andere Forschergruppen daran über die Kompostierung Biogas oder Methanol herzustellen. "Dabei sind die Bananenbriketts die einfachste Anwendungsform."
Der Technik-Student Joel Chaney hat gezeigt, wie man am einfachsten solche Briketts herstellen kann: Zunächst werden die Bananenschalen, verdorbene Früchte und Blätter zu einer Paste verrührt. In England wurde der Paste dann Sägemehl beigemischt. In Afrika würde man dieses durch getrocknete Bananenstaudenstämme ersetzen. Anschließend wird die Masse in Brikettformen gepresst und in Niedrigöfen bei 40 Grad getrocknet. Dieser Vorgang würde in Ruanda durch Sonnenwärme ersetzt werden. Dass die Bananenbriketts tatsächlich als Heizmaterial funktionieren, haben zahlreiche Versuche deutlich gemacht, berichten die Forscher. Brenneigenschaften und die erreichten Temperaturen waren passend. Um seine Ideen besser an die Öffentlichkeit zu bringen, hat Chaney ein Video Online gestellt > hier
.
"Die Verwendung von Abfällen zur Herstellung von Heizmaterial ist ein Schlüssel für eine nachhaltige Entwicklung und diese Methode könnte in nahezu allen afrikanischen Ländern eingesetzt werden", so Chaney. "Gerade das Sammeln von Brennholz führt dazu, dass in vielen Regionen Wälder gerodet werden. Menschen brauchen Brennholz und in einigen Gegenden auch Holz zum Heizen", erklärt der Technik-Student. Neben den Umweltschäden ist auch der Zeitaufwand vom Brennholz-Sammeln ein großes Problem. "Zumeist sind es Frauen, die bis zu fünf Stunden täglich damit beschäftigt sind."
"Alternative Anwendungen, um Abfälle sinnvoll zu recyceln, sind aber nicht nur in den Entwicklungsländern gefragt", betont Clifford. Ein Projekt des Forschers beschäftigt sich mit der sinnvollen Nutzung von Kartonabfällen auf der schottischen Insel Lewis. "Es ist zu schade, diesen wertvollen Rohstoff einfach auf einer Halde zu deponieren", meint der Techniker abschließend im Interview.
Quelle: pte, Nottingham
Mob04_04.2009
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Verkehrsmittel der Zukunft: Züge schlagen Airlines (Im Blickpunkt-5)
Die europäischen Verkehrsunternehmen auf Schiene und in der Luft haben den Wettbewerb um Touristen und Reisende auf die Spitze getrieben. Im Rennen um Platz eins der Verkehrsmittel der Zukunft hat der Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group (BCG) zufolge jedoch der Zug die Nase vorn. Anstatt einander um Marktanteile zu bekämpfen, sollten Fluggesellschaften und Bahnen hingegen Autofahrer für sich gewinnen, die bei Fernreisen zu über 30 Prozent zu einem Umstieg bereit seien. Darüber hinaus ergänzen sich Airlines und Bahnbetreiber auf unterschiedlichen Strecken, weshalb die verschiedenen Anbieter künftig gemeinsame Sache machen könnten.
Während Langstrecken wie heute auch in Zukunft von den Fluggesellschaften dominiert werden, holen etwa die Deutsche Bahn oder die französische SNCF besonders dank des Ausbaus bei Hochgeschwindigkeitszügen vornehmlich auf mittleren und kurzen Distanzen auf. So soll 2020 knapp die Hälfte der wichtigsten Strecken zwischen europäischen Metropolen und Handelszentren mit dem Zug schneller als mit dem Flugzeug zurückgelegt werden. Damit seien es in erster Linie Airlines, die von möglichen Kooperationen mit den Bahnbetreibern profitieren, wie sie der BCG zufolge zu erwarten sind. Anhand der Partnerschaften könnten die Fluggesellschaften versuchen, Reisende auf Langstrecken für sich zu gewinnen.
Dem entgegen haben die Airlines bei verschiedenen Mittelstrecken zwischen Metropolen wie etwa auf der Strecke Frankfurt-Köln bereits jetzt das Nachsehen. Angesichts der ICE-Dominanz verzichten viele Gesellschaften auf ein entsprechendes Angebot. Ähnlich könnte sich die Situation zugunsten der Bahnen zwischen anderen europäischen Großstädten entwickeln. Dabei seien jene Strecken aufgrund der hohen Reisenachfrage sowie der vergleichsweise kurzen Distanzen für die Airlines bislang äußerst profitabel. Nehmen Verdrängungsprozess und Wettbewerb weiter zu, dürften sie zu Kooperationen drängen. Somit sei in unterschiedlichen Netzwerken künftig eine Zusammenarbeit internationaler Fluggesellschaften mit Bahnbetrieben denkbar.
Quelle: pte, Frankfurt
Mob03_04.2009
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Auch Roboter haben eine Geschichte!
Was bezeichnet man als einen Roboter und woher stammt der Name?
Roboter sind stationäre oder mobile Maschinen, die nach einem bestimmten Programm festgelegte Aufgaben erfüllen. Allerdings hat sich die Bedeutung im Laufe der Zeit gewandelt. Der Begriff Roboter (tschechisch: robot) wurde von Josef und Karel Čapek Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Science-Fiction-Literatur geprägt. Sein Ursprung liegt im slawischen Wort robota, welches mit Arbeit, Fronarbeit oder Zwangsarbeit übersetzt werden kann. 1921 beschrieb Karel Čapek in seinem Theaterstück R.U.R. in Tanks gezüchtete menschenähnliche künstliche Arbeiter. Mit seinem Werk greift Čapek das klassische Motiv des Golems auf. Heute würde man Čapeks Kunstgeschöpfe als Androiden bezeichnen. Vor der Prägung dieses Begriffes wurden Roboter zum Beispiel in den Werken von Stanisław Lem als Automaten oder Halbautomaten bezeichnet.
Mehr zum Thema Roboter, Robotik - hier >
Honda entwickelt Roboter-Gedankensteuerung mehr>
Zum Bild: „titan“ der stärkste Roboter der Welt für Produktions- und Logistikaufgaben
Neue Herausforderungen braucht der Roboter. Der KUKA “titan“ nimmt es mit den ganz schweren Jungs auf. Mit 1000 Kilogramm Traglast und einer Reichweite von 3200 mm ist er der grösste und stärkste 6-Achs-Industrieroboter weltweit. Für die KUKA Roboter GmbH bedeutet dies ein neuer Beweis ihrer Innovationskraft - und einen Eintrag in das Guinessbuch der Rekorde. Den Kunden eröffnet der „titan“ viele neue Einsatzmöglichkeiten und zwar überall dort wo es in einem Automatisierungsprozess um Kraft, und Reichweite und Präzision geht. Deswegen wird er seinen Platz vor allem auch in der Baustoff-, Automobil- oder Giessereiindustrie finden. Er kann beispielsweise ganze Autokarosserien allein versetzen.
Der neue Robotertyp eignet sich also speziell zum Heben schwerer, grosser oder sperriger Bauteile. Für ihn wurde über ein Jahr intensiv geforscht, programmiert und geprobt.
Bislang bedurfte es für die genannten Leistungen mindestens zweier Roboter, in der Regel aber aufwändige Sonderkinematiken für schwere Lasten. In der Baustoffindustrie kann er statt eines Krans, der ein Mehrfaches gegenüber dem „titan“ wiegt, Betontreppen-Segmente heben. Meterdicke Glasscheiben oder grosse Gussteile – alles kein Problem für den Meister der Traglast. Denn der ist stark und stabil und büsst dabei nichts an Präzision oder Genauigkeit ein. Über vier Meter hoch ist er im gestreckten Zustand. Daneben mutet sein Vorgänger, der KR 500, ebenfalls schon ein Kraftpaket, beinahe klein und zierlich an.
Neun Antriebe bringen Leistung eines Mittelklassewagens
Insgesamt wurden neun Motoren verbaut, die gemeinsam die Leistung eines Mittelklassewagens zustande bringen. Deshalb bedurfte es bei der Konstruktion des „titan“ nicht nur eines soliden Grundgestells aus Stahl, sondern auch eines völlig neuen Antriebskonzepts. In Achse 1 und 3 laufen jeweils zwei Antriebe auf nur ein Getriebe. Achse 2 verfügt ebenfalls über zwei Motoren, die auf zwei Getriebe zuführen. Darüber hinaus hält der KUKA „titan“ ein statisches Drehmoment von 60000 Newtonmeter (Nm). Dies ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass ein leistungsstarkes Auto über ein maximales Antriebsdrehmoment von nur 600 Nm verfügt (und damit nur über ein Prozent von der Kraft des „titan“). Bei einem Arbeitsraumvolumen mit 78 Kubikmetern stellt er damit jeden anderen seiner Artgenossen in den Schatten.
Quelle: Kuka Robot Group, Augsburg / Rottweil
Mob03_04.2009
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Bild: Sensor-Gerät und ASIMO-Roboter beim Gedankensterungs-Versuch
(Foto: honda.com)
Honda entwickelt Roboter-Gedankensteuerung (Im Blickpunkt-links)
Neuer Ansatz kombiniert EEG und Nahinfrarot-Spektroskopie.Das Honda Research Institute Japan www.honda-ri.com, eine Tochter des Honda-Konzerns www.world.honda.com , hat ein System zur Gedanken-Steuerung von Robotern vorgestellt, das zusammen mit dem Advanced Telecommunications Research Institute International (ATR) und der Shimadzu Corporation entwickelt wurde. Laut Honda handelt es sich um das erste "Brain Machine Interface" (BMI) der Welt, das EEG und Nahinfrarot-Spektroskopie (NIRS) mit einer speziellen Technologie zur Informationsverarbeitung kombiniert, um die Kontrolle eines Roboters allein mittels Gedanken zu ermöglichen. Die Lösung verspricht dabei hohe Genauigkeit und könnte langfristig für anwenderfreundlichere Technik-Produkte sorgen.
Auf dem Kopf des Anwenders werden EEG- und NIRS-Sensoren angebracht. Damit können sowohl die leichten Änderungen in den Stromflüssen als auch der Durchblutung im Gehirn gemessen werden, die sich aus Denkprozessen ergeben. Die Messungen der Sensoren werden mit einer eigens entwickelten Verarbeitungstechnologie statistisch ausgewertet, um die gewünschte Aktion zu erkennen. In Tests konnte der Nutzer sich für einen von vier Körperteilen entscheiden und sich vorstellen, dass er diesen bewegt. Ein humanoider ASIMO-Roboter hat dann aufgrund der Echtzeit-Auswertung der Sensor-Daten etwa ein Bein gehoben oder den Arm bewegt. Laut Honda wurde bei der Bestimmung der gewünschten Bewegung eine Genauigkeit von mehr als 90 Prozent erzielt, was einen Weltrekord darstelle. Dabei kommt das System ohne Implantate aus und erfordert keine physische Bewegung des Anwenders.
Die aktuelle Entwicklung ist ein Ergebnis von BMI-Forschungsbemühungen von Honda und ATR, die 2005 ihren Anfang genommen haben. Schon vor rund drei Jahren hat Honda einen Durchbruch bei der Gedankensteuerung gemeldet. Damals kam allerdings funktionelle Magnetresonanztomographie zur Messung der Gehirnaktivität zum Einsatz und damit ein sehr großes Gerät, betont Honda nun. Im Vergleich dazu sei das EEG-NIRS-System deutlich portabler. Außerdem biete es den Vorteil, kein starkes Magnetfeld zu erzeugen und somit auch in Sachen Nutzungsumgebung weniger Einschränkungen zu unterliegen. Nun will Honda prüfen, ob die Entwicklung in Kombination mit anderen intelligenten oder robotischen Technologien für ein besonders menschengerechtes User-Interface genutzt werden kann.
Quelle: pte, Tokio
Mob02_04.2009
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GM-Chef kassiert zum Abschied 20 Mio. Dollar (Im Blickpunkt-0)
Fehlende Verantwortung kritisiert - Nachfolger bekommt 60 Tage Zeit. Der auf Druck des Weißen Hauses zurückgetretene General-Motors-Chef Rick Wagoner bekommt trotz einer verfehlten Konzernpolitik Pensionsansprüche von rund 20 Mio. Dollar. Wie US-Medien berichten, will man trotz der gezahlten Rekordsumme aber nicht von einem "goldenen Handschlag" sprechen. Vielmehr gehe es um vertraglich fixierte Rentenansprüche und andere Kompensationen, auf die Wagoner nach 32 Jahren bei dem angeschlagenen US-Automobilkonzern Anspruch habe, teilte eine Sprecherin in der Nacht auf heute, Dienstag, mit. Nach den Boni-Manager-Zahlungen des US-Versicherers AIG wird die Diskussion um unverhältnismäßige Geldgeschenke damit aufs Neue angefacht. Wagoner hatte GM mit einem Fokus auf Spritfresser und Rekordverlusten über 80 Mrd. Dollar an den Rand des Zusammenbruchs geführt.
"Zwar sind die Zahlungen vertraglich geregelt und stehen Wagoner zu, aber ich erwarte von einem Manager, der jahrelang selbst von einem System der sozialen Marktwirtschaft profitiert hat, dass er seinen Teil der Verantwortung dazu beiträgt. Mir kommt es inzwischen so vor, als ob das Prinzip Leistung und Gegenleistung für viele Verantwortliche kaum noch Gültigkeit besitzt", sagt Klaus Aden, Vergütungsexperte und geschäftsführender Gesellschafter bei LAB Lachner Aden Beyer & Company im Gespräch. Erst gestern, Montag, hatte US-Präsident Barack Obama ungewöhnlich scharf den seit 2000 an der Spitze des Unternehmens stehenden Manager zum Rücktritt gedrängt. Dieser Schritt war eine notwendige Bedingung für weitere Mrd.-Hilfen als Überbrückungsfinanzierung. Nachfolger Wagoners wird der bisherige Konzernvize und Ex-Europa-Chef Fritz Henderson, der in der Vergangenheit bereits drastische Einsparmaßnahmen und Entlassungen durchgesetzt hatte.
"Konzernlenker wie Wagoner haben ihre Unternehmen an den Rand des Ruins gebracht und massiv den Ruf geschädigt. Wer Mrd.-Verluste anhäuft, sollte auch die Courage besitzen, auf vertraglich zugesicherte Zahlungen zu verzichten", so Aden im Gespräch. Auch ist es für den Unternehmensberater "unverständlich", dass die mit den Zahlungsabwicklungen im Konzern intern verantwortlichen Non-Executive Chairmen keine Verantwortung übernehmen und Verträge neu ausverhandeln. "Aufsichtsräte vieler Großkonzerne geben sich nach außen viel zu häufig machtlos und nicken einmal getroffene Vertragsentscheidungen einfach ab. Da hinterfragt fast niemand, ob Abfindungen die Managerleistung widerspiegeln", kritisiert Aden weiter. Der Druck auf Henderson steigt massiv. Obama setzte den wankenden Autoherstellern Chrysler und General Motors zuletzt kurze Fristen, um eine umfassende Restrukturierung zu erzwingen. GM soll noch 60 Tage und Chrysler nur noch 30 Tage Geld und Zeit bekommen.
Das Ziel der US-Administration besteht hauptsächlich darin, dass GM in den verbleibenden zwei Monaten der Anschlussfinanzierung mit Gewerkschaften, Aktionären und Gläubigern in Verhandlungen tritt und ihnen bedeutende Zugeständnisse abfordern soll. Begleitet werden die Verhandlungen von einem Team aus Washington, das demnächst nach Detroit reisen wird und die Umstrukturierungen überwacht. In Hinblick auf die in Mitleidenschaft gezogene GM-Tochter Opel erhält die deutsche Bundesregierung Zeit, um über staatliche Hilfen zu beraten. Bislang ist sich die Koalition in dieser Frage nach wie vor nicht einig. Ob Henderson GM wieder in die richtige Spur bringen wird, bleibt abzuwarten. Zudem ist derzeit noch völlig offen, ob der Wagoner-Nachfolger langfristig das Unternehmen leiten wird. "Ich will weiter machen, bis wir die Sache wieder in Ordnung gebracht haben. Was darüber hinaus passiert, werden wir sehen", zitiert das Wall Street Journal den neuen GM-Boss.
Quelle: pte, Detroit/Washington/Düsseldorf
Mob01_04.2009 |